Welchen Gymnasiasten hat Cornelius Tacitus' Germania nicht im Lateinunterricht gequält? Mit diesem Werk, auf den ersten Blick eine farbige, teils recht amüsante Beschreibung der germanischen Völker und ihrer Sitten, verfolgte er ein klares propagandistisches Ziel: der korrupten, unfreien, und dekadenten Gesellschaft seiner Zeit will er das Idealbild einer Gesellschaft vorführen: eine auf Einfachheit, Freiheit, Ehre und Kampfesmut beruhende Lebensweise. Wie genau seine Beschreibung der Sitten und Gebräuche der beschriebenen Stämme ist, ist fraglich, angeblich soll Tacitus nie in den beschriebenen Gebieten gewesen sein und seine Beschreibung von anderen übernommen und idealisiert haben. Die Aufmachung des Buches ist einfach, aber ansprechend: der lateinische Text steht links der deutsche Text rechts, jedoch wird im deutschen Text nicht immer die Gliederung des lateinischen Textes übernommen, und es finden sich auch keine Hinweise auf die Erläuterungen im Anhang. In diesem befindet sich auch eine kurze Beschreibung des Lebens von Cornelius Tacitus und den Ereignissen seiner Zeit, sowie ein grober Überblick über die Nachwirkungen, die "Germania" in der Literatur gehabt hat.