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German Amok.
 
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German Amok. [Gebundene Ausgabe]

Feridun Zaimoglu
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 255 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462031287
  • ISBN-13: 978-3462031287
  • Größe und/oder Gewicht: 21,1 x 13,2 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 246.926 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Feridun Zaimoglu
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Es sei "Zeit für infernalische Dekadenzen", meint Feridun Zaimoglu. So lautet jedenfalls das Motto, das der selbst ernannte Einpeitscher der Abteilung Kanak-Attack seinem neuen Roman German Amok voranstellt. Wer Zaimoglus bisherige Bücher kennt, darf saftige Sentenzen und sperrige Sprachbilder erwarten -- und wird auch nicht enttäuscht. Oder doch?

Held des Romans ist ein namenloser, offenbar deutsch-türkischer Künstler, der in eine seltsame Beziehung verstrickt ist, die teils geschäftlicher, überwiegend aber geschlechtlicher Natur ist -- mit einer Dame, die uns gleich im ersten Satz als "Kunstfotze" vorgestellt wird, und offenbar der Mittelpunkt einer der zahlreichen Berliner Kunst-Subkulturen ist.

Eine Beschäftigung als Bühnenbildner im Rahmen eines etwas surrealen Theater-Workshops in der ostdeutschen Provinz bringt jede Menge Abwechslung in das Geschlechtsleben des Erzählers, leider aber nicht in die Handlung des Romans, für den sich als Motto auch "Brot und Fickspiele" geeignet hätte. "Ich bin das Männchen, das sie benutzen, sie sind die Weibchen, die ich benutze." Dass Kunst viel mit sich Prostituieren zu tun hat, wird dem einen oder anderen Leser auch vor der Lektüre dieses Romans schon geläufig gewesen sein. Und dass ganz harte Burschen auch mal zarte Gefühle für soziale Randexistenzen entwickeln, mag ja sein. Aber muss man deshalb 255 Seiten lang mit dem Holzhammer erzählen? Von der "Ostbrut", die "eine Altarkerze nicht von einem Kunstharzdildo unterscheiden" kann, von "Drogenethnos", "Fotzenhändlern" und sonstigem "Dreck"? "Die Natur lohnt nicht, festgehalten zu werden", sagt der Erzähler, "sie ist nicht mehr als der Boden, der die Exkremente aufnimmt, die Nährstoffe vom endgültigen Unrat scheidet, und das verwertbare Material allen Geschöpfen bereitstellt, die davon kosten wollen."

"This is hardcore" scheint Zaimoglu seinem Leser mit jeder Seite einbimsen zu wollen -- und gleichzeitig aber auch: Vorsicht, Leute, es ist Literatur! Was der deutsch-türkische Autor in seinem neuesten Roman macht, erinnert ein bisschen an die amerikanische Hardcore-Band Rage against the Machine. Wahnsinnig provokativ und rau -- und dabei garantiert mittelklassenkompatibel. Ein bisschen Brachial-Sound, ein wenig "F*** you, I won't do what you tell me!", und mehr oder weniger subtile politische (Sub-)Texte.

Aber wie Rage schafft es auch Zaimoglu, seine Leser/Zuhörer hin und wieder mit ansatzlos eingestreuten lyrischen Elementen zu überraschen. Verbaler Freejazz, gekonnt phrasiert, bis dann wieder das übliche Brett kommt. "Wenn ein Mann sie anspricht, taucht sie aus ihrer Vertiefung auf, in die einzudringen sie immer imstande ist, und wehrt das Gefühl ab, es versuche der Fremde sie in eine Situation, ein Lebensbild, einzupassen." Unüberhörbar in all der Kolportagehaftigkeit, die den Roman leider auszeichnet, ist, Drastik hin oder her, der Wille zum hohen Ton -- und zur Kulturkritik: "Was, wenn der Menschendreck nur der natürliche Auswurf der auf ästhetische Standards kapitalisierten Gegenden wäre? Dann würde man den Wildwuchs hinnehmen nicht als Fehler des Systems, aber als Folge schöner Maßnahmen. Ohne Heroin und lockere Sitten kein Pop."

Der Autor ist als Polemiker überaus begabt, als Apokalyptiker ganz manierlich, als Pornograf zu gewollt -- und als Romancier diesmal leider eine Enttäuschung. "Postmillenniumsscheiße" würde der Erzähler sagen: dem wir auch die Erkenntnis verdanken, dass man sich "als Kultursöldner keinen Charakter leisten kann." --Axel Henrici

Kurzbeschreibung

Der begnadete Sprachschöpfer Feridun Zaimoglu wirft böse Blicke auf Zerfall und Fäulnis und reißt den Leser mit auf eine apokalyptische Todesfahrt. Mit maßlosem Furor geißelt der Ich-Erzähler, ein erfolgloser Künstler und begehrter Lustsklave, die Hohlheit eines Milieus, das sich auf Oberflächenreize kapriziert hat. Wieder eine Vernissage mit den immergleichen Gästen, die sich an den immergleichen Inszenierungen ergötzen: Kaskadenartig ergießt sich der Wortschwall des frenetischen Erzählers, und Häme und Spott schüttet er über die Bohemiens aus, die sich zu diesen Szene-Ereignissen einfinden. Ihm bleibt nur der Rückzug in sein wüstes Atelier. Doch dort hat »Mongo-Maniac«, seine autoaggressive Nachbarin, ihr Lager aufgeschlagen. Während sich ihr gegenüber die fürsorgliche Ader des Erzählers zeigt, geht er mit wachsender Härte seinen unprofitablen Alltagsgeschäften nach. Erst die Beschäftigung als Bühnenbildner auf einem Theaterworkshop in Ostdeutschland scheint eine Perspektive zu bieten. Drei Wochen in einer ehemaligen Russenkaserne mit Buto-Kurs und Proben eines experimentellen Stücks sollen sinnsuchende Westler wieder auf das Gleis bringen, erweisen sich jedoch als Irrweg. Dann erscheint die geläuterte »Mongo-Maniac«, sitzt dem Schwindel auf und verleitet den erzürnten Erzähler zu einer Bußpredigt alttestamentarischen Zuschnitts. Feridun Zaimoglu, Schöpfer der »Kanak Sprak«, schlägt in »German Amok« einen neuen Ton an. Bildreich, wortmächtig und eindringlich lässt er eine abgründige Welt entstehen, deren Verfall nicht aufzuhalten ist. In drastischer Gnadenlosigkeit wird ihre Verkommenheit angeprangert, und lustvoll wird sie der Verdammnis überantwortet.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Abenteuer Kunst 22. Januar 2006
Format:Taschenbuch
Der Titel German Amok verspricht mehr als er halten kann. Zaimoglu versucht auf teilweise naive Art, mit banal-kindlich anmutenden Obszönitäten zu schockieren. Das mag vor Jahrzehnten noch beeindruckt haben. Heutzutage wirkt es bemüht bis peinlich. Dennoch ist das Buch nicht ohne Unterhaltungswert. Die Odyssee des aus Verlierern, Halbintellektuellen und talentlosen Künstlern bestehenden Flohzirkus in der ostdeutschen Provinz mit den - etwas klischeehaften - Übergriffen der lokalen Neofaschisten reizt mitunter durchaus zum Schmunzeln. Dennoch bleibt unter dem Strich zuwenig. Die Geschichte ist durchschaubar und bedient sich über zu weite Strecken nur der altbackenen Bürgerschreckeffekte.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gut so! 7. Januar 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch dürfte politisch-korrekten Lesern einschließlich Berlins Regierendem Bürgermeister schwer im Magen liegen - und das ist gut so! Der Name Zaimoglu deutet ja bereits an, dass hier jemand relativ frei vom deutschen Selbsthass oder penetrantem Gutmenschenblick ein Licht wirft auf eine ziemlich pervertierte und perverse Gesellschaft. Das mag an vielen Stellen überzeichnet sein, trotzdem aber um vieles ehrlicher und näher an der Realität als so vieles, was man sonst an deutscher Zeitgeist-Literatur geboten bekommt - die unsägliche Prosa unserer Regierenden eingeschlossen. Außerdem verfügt Zaimoglu über einen beträchtlichen, bisweilen gar virtuosen Sprachwitz. Mir hat die Lektüre jedenfalls Spass gemacht, und den Punktabzug gibt's nur, weil es noch gut ein paar Seiten mehr hätten sein können.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Deef
Format:Taschenbuch
Ich habe sehr, sehr oft herzlich gelacht, als ich die ersten 100 Seiten las. Zaimoglu ist ein guter Beobachter und äußert sich sarkastischst über die Berliner Kunstszene, das Leben und den täglich Wahnsinn. Zur Schmähung von allem, was wer hasst, kreiert er Wortungetüme, die mir die Tränen in die Augen trieben vor lachen. Leider flacht das Buch nach hinten ab und hat auch keine wirklich runde Handlung, die stimmig endig.

Wenn man Bukowski, Easton-Ellis, Beigbeder oder Joachmim Lottmann mag und kein Happy End braucht, dann zugreifen. Wer mit negativer Energie in Schriftform nichts anfangen kann, dann Finger weg.
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