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Es ist zudem nicht von der Hand zu weisen, dass Hauptmann durch diese dramaturgische Technik auf höchst kunstvolle Weise das kritisch-historische Forschen, das seinem Dichten - wie immer - auch bei "Die Weber" voranging, zum Teil auf den Zuschauer überträgt, der sich, wie der Autor aus geschichtlichen Aufzeichnungen, aus den Berichten der Personen zusammenreimen muss, was sich momentan woanders als in dem Raum abspielt, der für ihn sichtbar ist. Aus dieser Ferne kommt immer mehr ins Bewusstsein des Zuschauers - und auch des Lesers, denn die Ereignisse hinter der Bühne werden natürlich NICHT durch Regie-Anweisungen umrissen - herein, und zum Schluss beginnt dieses Hereinkommende, die Grenze zwischen Fiktivem und Real-Gesehenem endgültig sprengend und die Vergangenheit tränenreich aus der Versenkung hervorholend, im Theater (oder auch im stillen Kämmerlein des Lesers) die ganze Niedertracht und Schwächlichkeit der Ausbeutung im Frühkapitalismus kongenial als eine große Blase aufzupumpen, die der Wahrnehmende gar nicht mehr anders KANN als zum Platzen zu bringen, wenn die erregte Menschenmenge auf dem Vorplatz des Rathauses durch die Suffiten "summt", wie Hauptmann es verlangt, so dass jeder einzelne Rezipient des Stücks sich auf sich selbst zurückgeworfen sieht, weil so überdeutlich in die Augen springt, dass man - in diesem Falle Hauptmann - rein exemplarisch mal wenige Menschen besonders hervorheben kann (ja, dass es schon rein technisch gar nicht anders geht), an denen deutlich wird, wie wichtig es ist, dass die vielen Hungrigen, die nur dumpf in Erscheinung treten KÖNNEN, auf eine sachgemäße Art und Weise geleitet werden.
So verwundert es nicht, dass die Aufführung in Breslau zu einer hitzigen Debatte im dortigen Parlament geführt hat, über die man sich aus der vorliegenden ausführlich kommentierten Ausgabe schlau machen kann. In Berlin durfte "Die Weber" gar nicht aufgeführt werden, weil man Ausschreitungen von Proletariern befürchtete. Wohl nicht zufällig wurde das Drama überall als ein sozialdemokratisches Tendenzstück empfunden.
Hans Schwab-Felisch hat sich mit der Edition dieses zentralen Werks von Hauptmann eine so große Mühe gemacht, dass man sich schon wundert und sich das letztlich nur dadurch erklären kann, dass der Herausgeber wohl den schuftenden Webern nur meinte gerecht werden zu können, wenn auch er mehr und das gründlicher tut, als das eigentlich nötig wäre.
Die Worte eines "adligen Herrn" (so Gerhart Hauptmann), der wegen des Stücks über ihn gesagt haben soll: "Der Kerl gehört hinter Schloss und Riegel!" hat mein sehr gründlicher Deutschlehrer allerdings nicht in Schwab-Felischs Ausgabe gefunden. Und ich auch nicht. Sind sie womöglich gar nicht gesagt worden?
Mein lieblingswerk ist aber das buch "die weber" und die dazu gehörenden zeichnungen von käthe kollwitz. diese zeichnungen machen das buch glaube ich noch anschaulicher. es ist zwar sehr schwer zu lesen, aber das gehört zu einem buch aus dem naturalismus dazu.
fazit: ein klasse buch, das aber schwer verständlich ist.
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