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Gerechtigkeit siegt - aber nur im Film [Gebundene Ausgabe]

Rudolf Taschner
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

25. Februar 2011
Was ist denn schon gerecht? Der Ort unserer Geburt? Unsere Herkunft? Unsere Gene, die scheinbar Schicksal spielen? Der Zufall, der uns vor einem Unglück bewahrt, oder uns über Nacht zum Millionär werden lässt? Sind wir nicht alle gleich? Gerechtigkeit gibt es nicht!, rufen die traurigen, hoffnungslosen Realisten. Es ist eine wunderschöne Illusion, die uns hoffen und schaffen lässt, die anderen.
Rudolf Taschner wird Ihnen keinen Schiedsspruch über Gerechtigkeit liefern, er wird keinen Freibrief für Vorurteile ausstellen, kein Machtwort über Geld, Gesetz, Geschichte und Gewissen sprechen. Aber er wird Sie fühlen lassen, dass Ihr Glück nicht davon abhängt, wie groß Ihr Stück vom Kuchen ist.

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Gerechtigkeit siegt - aber nur im Film + Der Zahlen gigantische Schatten: Die fantastische Welt der Mathematik + Zahl, Zeit, Zufall: Geheimnisse der Wissenschaft
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 226 Seiten
  • Verlag: Ecowin Verlag; Auflage: 3., Aufl. (25. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3711000045
  • ISBN-13: 978-3711000040
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 151.447 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Er öffnet die Tore weit für die nicht Eingeweihten, und die scheinbaren Mysterien werden durch seine Begabung, das Komplizierte nicht einfacher als es ist, aber so klar wie möglich zu machen, plötzlich durchschaubar, durch seine Hilfe erkennen wir, dass wir mehr verstehen, als wir uns selbst zugetraut hätten, und wir schöpfen Mut, uns, in den alten und schönen Worten Immanuel Kants, der eigenen Vernunft auch ohne Anleitung zu bedienen. Daniel Kehlmann

Über den Autor

Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, geboren 1953 in Ternitz, studierte an der Universität Wien Mathematik und Physik. 1977 begann er seine Arbeit an der Technischen Universität Wien, an der er nach einem Zwischenaufenthalt in Stanford bis heute als Professor tätig ist. Rudolf Taschner gründete und betreibt zusammen mit seiner Frau und Kollegen der TU Wien "math.space", einen Veranstaltungsort im Wiener MuseumsQuartier, der Mathematik als kulturelle Errungenschaft präsentiert und sowohl in Österreich als auch international größte Anerkennung als höchst innovative Einrichtung gefunden hat. 2004 wurde Rudolf Taschner zum "Wissenschaftler des Jahres" gewählt. Sein Bestseller "Zahl Zeit Zufall. Alles Erfindung" erhielt zahlreiche Auszeichnungen, sein im Herbst 2009 erschienenes Werk "Rechnen mit Gott und der Welt" wurde zum Buchliebling 2010 gewählt. 2011 erhielt er den Preis der Stadt Wien für Volksbildung.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gerechtigkeit in vielen Facetten 2. November 2011
Von karin1910 TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Mathematiker Rudolf Taschner versucht in diesem Buch, dem Phänomen der Gerechtigkeit nachzuspüren.

Er nennt zahlreiche Beispiele und stellt Überlegungen an, wie man eine bestimmte Situation aus verschiedenen Perspektiven betrachten könnte. Seine Ausführungen sind dabei durchaus interessant, vor allem, wenn er historische Entwicklungen ergründet.
Die meisten Themen werden allerdings nur oberflächlich behandelt, oft werden nicht sämtliche relevanten Argumente angesprochen. Weiters lässt der Autor oft persönliche Meinungen einfließen, die nicht ausreichend durchdacht scheinen.

(Beispiel: Die Seiten 80 bis 83 behandeln das Verfahren gegen Charles Taylor, den ehemaligen Präsidenten Liberias, vor dem internationalen Strafgerichtshof. Der Autor erwähnt die durch alle Medien gegangenen Zeugenaussagen von Naomi Campbell und Mia Farrow bezüglich der "Blutdiamanten" und kritisiert - durchaus zu Recht -, dass die Erinnerungen oder Erinnerungslücken zweier Promi-Zeuginnen den Ausgang eines Prozesses über Menschenrechtsverletzungen beeinflussen könnten. Dann kommt es - S 83 "Völlig folgerichtig hatten die Vereinigten Staaten 1986 entschieden, sich nicht dem Internationalen Gerichtshof zu unterwerfen, ..." Nun kann es sicher gute Gründe für einen Staat geben, sich nicht einem internationalen Gerichtshof zu unterwerfen. Aber: GERADE die USA sind dafür bekannt, dass dort bei Gerichtsverfahren ein Promi-Status nur allzu oft eine Rolle spielt. "Völlig folgerichtig" war das Vorgehen der USA also sicher nicht.)

Das letzte Kapitel wirkt dann überhaupt etwas obskur. Mit Ergüssen über großes und kleines Glück und Überlegungen zur Gerechtigkeit im Jenseits war es für meinen Geschmack zu esoterisch.

So ist die Idee dieses Buches sicher ansprechend, und man muss dem Autor jedenfalls zugute halten, dass er sich an dieses schwierige Thema herangewagt hat, die Umsetzung lässt aber doch zu wünschen übrig.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gibt es Gerechtigkeit? 26. April 2011
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die Wirtschaftskrise scheint es wieder einmal bewiesen zu haben, die kleinen Verbrecher hängt man, die großen lässt man laufen, nur Bernard Madoff scheint sich irgendwie doch im Netz verfangen zu haben. Gibt es denn keine Gerechtigkeit mehr? Eine Frage die sich zu beantworten gerade ein Mathematiker aufgemacht hat und dabei zu erfrischend klaren Einsichten verhilft. Nach "Zahl, Zeit, Zufall" oder "Rechnen mit Gott und der Welt" hat Rudolf Taschner mit "Gerechtigkeit siegt - aber nur im Film" sein erstes gänzlich mathematikfreies Buch im Ecowin-Verlag vorgelegt und damit an eine sprichwörtlich antike Tradition angeknüpft, in der Mathematik und Philosophie sich keineswegs fremd waren, man denke nur an jemanden wie Pythagoras.

"Gerechtigkeit siegt" ist eine Reise quer durch alle Lebensbereiche in denen man hofft oder zumindest glaubt irgendwo doch so etwas wie Gerechtigkeit finden zu können. Sind wir denn nicht alle schon von Geburt an gleich geschaffen? Nicht wirklich, denn schon im Mutterleib profitieren wir von der gesellschaftlichen Stellung unserer Eltern. Nur im Tod sind wir (noch) alle gleich, wenn auch in der Todesart wieder statistische Klassen-Unterschiede vorherrschen. Man kann also nur hoffen dass sich Talent und Einzigartigkeit immer wieder durchsetzen, wie etwa im Fall von Mozart. Wobei Mozart neben seinem musikalischen auch ein außerordentliches mathematisches Talent besaß, jedoch in eine Musikerfamilie hineingeboren wurde und daher ungeachtet seines musikalischen Genies von Anfang an eine fast unerhörte Förderung genoß. Mit einem Vizekapellmeister im Dienste des Salzburger Fürsterzbischofs als Vater und Lehrer, der wohl schon damals derart große Pläne für seinen Sohn hegte, wie manche Star-Eltern heutzutage, kein Wunder dass aus ihm etwas geworden ist. Hätte das Genie Mozart diese Unterstützung nicht erhalten, er hätte es wohl kaum soweit gebracht. Unser Schicksal ist also bereits vor unserer Geburt davon geprägt, über welche Netzwerke, Ressourcen, Möglichkeiten, Kontakte, Erfahrungen und Interessen unsere Eltern verfügen, Gerechtigkeit sieht anders aus.

Die Chancen der weniger begüterten angehoben hat schließlich erst die Einführung eines allgemeinen Pflichtschulwesens, das es zunächst vor allem auch begabten Handwerkerkindern ermöglichen sollte Chancen zu erhalten. Etwa dem jungen Carl Friedrich Gauß dessen Talent von seinen Lehrern früh erkannt und gefördert wurde, sodass ihn sein Mathematik-Lehrer Johann Georg Büttner mit einem Stipendium am Martino-Katharineum-Gymnasium unterbringen konnte. Auf Büttners Initiative und Fürsprache des Herzogs von Braunschweig sollte es Gauß sogar ermöglicht werden am Collegium Carolinum zu studieren, dem Vorläufer der Technischen Universität Braunschweig. Kaiserin Maria Theresia verfolgt bei der Einführung der Pflichtschule im damaligen Habsburgerreich jedoch alles andere als hehre Motive, Ausnahmetalenten (sofern sie bei ihren Lehrern Anklang oder anderweitig Förderer fanden) bessere Chancen zu eröffnen, denn nach ihren verlorenen Kriegen gegen Preußen stand für ihre Berater zu Hofe fest, man habe verloren weil die Preußen ihre Befehle auch lesen können und bei der mündlichen Weitergabe, gleich dem Spiel stille Post, zuviel an Information verloren ginge. Der typisch österreichische Kompromiss war dann Schule am Vormittag, damit die Kinder nachmittags frei für Arbeiten am auf ihre Arbeitskraft angewiesen heimischen Hof wären. Dieser Notwendigkeit waren auch die zweimonatigen Sommerferien geschuldet, in denen es die Ernte einzuholen galt. Blickt man übrigens auf als Indikator für Reichtum und Erfolg geltende Auflistungen wie die Fortune 500 wird man überdies erkennen dass die dort vertretenen Persönlichkeit entweder durch schieres Glück oder ein saftiges Erbe derart weit empor geklettert sind.

- Resümee -
Selbst die Demokratie ist alles andere als gerecht, wie der Mathematiker Rudolf Taschner anhand der verqueren Wahlarithmetik zu erläutern versteht, ganz ohne Zahlen und Formeln übrigens. Soll es der deklarierte Wille der Mehrheit sein oder das womit sich die tatsächliche Mehrheit auch abfinden würde, wenn ihre Wahl keine Wirkung hätte? Tiefschürfende Überlegungen, die aber keinesfalls verkompliziert dargebracht werden. Rudolf Taschner versteht es meisterhaft sich einer klaren Sprache zu bedienen und diese mit Verve und Stil zu kombinieren. Und der gelegentliche Mathematik-Bezug (wenn er etwa auf Mozarts mathematisches Genie verweist) passt gut ins Bild, ebenso wie die Wirtschaftskrise als tagespolitischer bzw. kultureller Bezugspunkt. Selbst dass dem Buch der eindeutige rote Faden fehlt verzeiht man Taschner gerne, denn all seine philosophischen Streifzüge haben doch wieder eines gemein, die Suche nach einer Antwort auf die Frage "Gibt es Gerechtigkeit?".

Fazit:
Ein Buch das nicht nur einen wunderbaren Lesegenuss anzubieten hat, sondern sich auch hervorragend als Diskussionsstoff und Ideengeber eignet.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Prof. Taschner, Citoyen und Mathematiker 20. Mai 2011
Von E. Bauer
Format:Gebundene Ausgabe
Prof. Taschner gehört im GGs. zum spießigen und/oder materiell orientierten Bourgeois zur aussterbenden Spezies eines Citoyen (Bildungsbürgers). Sein Buch ist sehr bildend, leicht lesbar mit einem Bündel interessanter zum Diskurs anregender Topics und kann - obwohl selbst Mathematiker an der TU - die Welt auch ohne Formeln erklären.

Interessant dargestellt wurde das Thema Demografie (mit durchschn.Pensionsalter 70 müssen 5 Aktive 1 Pensionisten erhalten, mit Pensionsalter 60 dagegen schon 2,2 Pensionisten) und Bevölkerungsexplosion (führt zwangsläufig zu steigender, sozialer Ungerechtigkeit). Für die Zukunft wird Generationengerechtigkeit zum frommen Wunsch werden.

Seine Absage an die Monarchie und Aristiokratie, welche heutzutage nur mehr eine Rolle in der Gutter-Press spielt, war eindeutig. Er übt aber auch Selbstkritik am Bildungsbürgertum, das auch die Tendenz zum Elitarimus in sich trägt.
Von Smith, Rawls, Max Weber,Karl Marx/Mehrwerttheorie ("G'= G + deltaG"), Hobbes, Montesquieu, Calvin, und vielen mehr war die Rede. Klar wurde auch auf des staatsspolitisch wichtige Prinzip von "checks & balances" bei der Gewaltenteilung Montesquieus im Staat hingewiesen, falls eine Gewalt vorübergehend versagt.

Ich wusste nicht, dass der Begriff "Nachhaltigkeit" aus der Forstwirtschaft stammt(nur so viel Holz darf entnommen werden, als nachwachsen kann).Verständlich dargestellt hat er die Begriffe Gerechtigkeit im Sinne des Rechtspositivismus (formal richtig entstandenes, staatl.Recht), welcher nicht mit moralischer Gerechtigkeit kohärent
ist sowie dem Naturrecht mit seinem Absolutheitsanspruch.

Auch die Genozide (Hutu gegen Tutsi mit 1 Mio.Toten und grausamsten Verstümmelungen)und Holocaust vergaß er nicht.
Geschmunzelt hab ich bei seiner Bemerkung, das in jedem Ingenieur das Wort ..Genie..enthalten ist.

Zur Glaubwürdigkeit muss ich auch ein bisschen Kritik anbringen:
Die "Kritik am fehlenden rote Faden" ist mehr als berechtigt und der inflationäre Gebrauch des Wortes Gerechtigkeit war oft unpassend, das Thema Klimagerechtigkeit und interkulturelle Gerechtigkeit (Migrantenproblem) fehlte mir. Auch fehlte mir eine Kritik an den monotheistischen Religionen, dass sie ihre Verantwortung für den Frieden in der Welt in keinster!!! Weise wahrnehmen infolge ihres Ausschließlichkeitsdenkens trotz gemeinsamer Wurzeln (Abraham, Moses). Ausgiebig und trotzdem ungenügend dargestellt wurde die Weltwirtschaftskrise 1929 mit den in meinen Augen völligen Versagen des Präsidenten Hoover. Die Rolle Keynes unter Roosevelt mit seinem "New Deal" durch deficit-spending Maßnahmen war unzureichend dargestellt.

Gefallen hat mir Taschner's Kritik am Utilitarismus (Bentham, Singer),der auch nicht das Gelbe vom Ei ist am Beispiel eines sehr berührenden Buches von Gisela Hinsberger "Weil es dich gibt", wonach auch ein schwerst behindertes Kind die gleiche Menschenwürde und Wertigkeit besitzt und utilitaristische Abtreibungserwägungen - wenn es nicht der Wille der Frau ist - verzichtbar sind. Auf den Stellenwert der Menschenwürde nimmt er auch Bezug,
indem er vom "WIR-Gefühl" anstatt dem zumehmend materialistischen ICH-Gefühl unserer Zeit spricht.

Last but not least hätte mir besser gefallen, Taschner hätte bereits mit den Worten Goethes: "Glücklich allein ist die Seele, die liebt" das Buch beendet und nicht mit der Gnade des "Jüngsten Gerichtes"auf den Seiten 208ff.
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