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Gerechtigkeit: Wie wir das Richtige tun [Gebundene Ausgabe]

Michael J. Sandel
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

8. Februar 2013
Eine provokante, lebendige und spannende Einführung in die Moralphilosophie – und ein Plädoyer für einen aktiven Bürgersinn. Ist es in Ordnung, wenn Dachdecker nach einem Sturm den Preis für Reparaturen drastisch erhöhen? Warum gilt es als unmoralisch, Leihmütter für das Austragen eines Kindes zu bezahlen? Darf ein Soldat einen Schäfer erschießen, der seinen Spähtrupp an die Taliban verraten könnte, und damit das Leben von vielen Kameraden retten? Anhand solcher Beispiele aus dem realen Leben, aber auch aus Literatur und Weltgeschichte diskutiert Michael J. Sandel die für jede Gesellschaft entscheidende Frage: Gibt es ein allgemeines Kriterium für gerechtes Handeln? Er prüft die Tauglichkeit moralischer Normen und stellt bedeutende Philosophen wie Aristoteles, Kant und Rawls einander gegenüber. Zudem erläutert er sein eigenes Konzept, in dem das Gemeinwohl und der konkrete Nutzen für den Menschen im Zentrum allen Tuns stehen.

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Gerechtigkeit: Wie wir das Richtige tun + Was man für Geld nicht kaufen kann: Die moralischen Grenzen des Marktes + Justice: What's the Right Thing to Do?
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Über den Autor

Michael J. Sandel, geboren 1953, ist politischer Philosoph. Er studierte in Oxford und lehrt seit 1980 in Harvard. Seine Vorlesungsreihe über Gerechtigkeit machte ihn zum weltweit populärsten Moralphilosophen. Bei Ullstein erschien bereits sein internationaler Bestseller "Was man für Geld nicht kaufen kann".

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4.0 von 5 Sternen Gerechtigkeit und das gute Leben 8. Februar 2013
Von ruschme
Format:Gebundene Ausgabe
In dem 2009 unter dem Titel "Justice" erstmalig erschienen, nun ins Deutsche übersetzten Buch beschäftigt sich Michael J. Sandel mit vielen verschiedenen Fragen zur Gerechtigkeit, zum Beispiel:
Sollen Regierungen hinsichtlich moralischer und religiöser Werte neutral sein? Soll sich eine gerechte Gesellschaft eher am Allgemeinwohl, an Freiheiten oder an Tugenden orientieren? Hat Gerechtigkeit etwas mit der Frage nach dem guten Leben zu tun?
Seine eigene Antwort auf die letzte Frage ist ein klares Ja:"Um zu einer gerechten Gesellschaft zu gelangen, müssen wir gemeinsam darüber nachdenken, was es heißt, ein gutes Leben zu führen, und eine öffentliche Kultur schaffen, die mit den unvermeidlich auftretenden Meinungsverschiedenheiten umzugehen weiß." (S. 357)
Erstaunlicherweise findet sich kein Verweis auf Martha Nussbaum, die ebenso wie Sandel die Frage nach dem guten Leben für unumgänglich für die Suche nach Gerechtigkeit hält und diese Position seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts in vielen Publikationen verfolgt hat.
Insgesamt ist das Buch sehr gut lesbar, es enthält eine Vielzahl interessanter Beispiele, insbesondere aus der US-amerikanischen Gesellschaft und gibt einen guten Überblick über verschiedene Gerechtigkeitstheorien (Utilitarismus, Liberalismus, Kant und Rawls, Aristoteles). Sandels eigene Position wird allerdings lediglich im zehnten Kapitel angerissen, deshalb nur vier von fünf Sternen.
Wer allerdings eine sehr gut verständliche Überblicksdarstellung über die verschiedenen grundlegenden Theorien der Gerechtigkeit sucht, dem sei das Buch wärmstens empfohlen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über die Tauglichkeit moralischer Normen 25. März 2013
Format:Gebundene Ausgabe
Was sind Kriterien für ein gerechtes Handeln und, so es sie gibt, woher entnimmt eine Gesellschaft solche Kriterien?

Das sind die Leitfragen, denen sich Sandel auf den knapp 400 Seiten seines Buches annimmt. Der in Harvard lehrende politische Philosoph geht bei seinen Betrachtungen, zum Glück, allerdings nicht nur in den weiten Raum der abstrakten Philosophie, sondern versteht es, die Problematik der Frage der Gerechtigkeit an vielfachen handfesten und praktischen Beispielen zu „erden“ und eröffnet damit dem Leser eine durchgehende Reflektion über das (fast) alltägliche Leben. An manchen Grenzfragen kann Sandel daher gut lesbar und nachvollziehbar argumentiert auf jene „Grundquellen“ zugehen, aus denen Ethik und Moral, die Entscheidung, was „gut und gerecht“ ist und was eben nicht, entspringen.

Schon der Einstieg führt umgehend in medias res. Die Preistreiberei bei Katastrophen, wie sich schon ganz einfache, kleine Geschäftsleute durch Wucherpreise gerade an Katastrophen bereichern, statt uneigennützig Hilfe zu geben (was doch deutlich moralisch „besser“ wäre, dem Empfinden nach“.

Ein Thema, dem Sandel im spätern Verlauf des Buches im Kapitel „Märkte und Moral“ hoch interessant und vertiefend nachgehen wird, wenn er fragt, ob die „Märkte fair sind“ (eher nein) oder ob es Güter geben soll (oder muss), die für Geld „nicht zu kaufen sind“ (eher ja). Eine Frage, die (und so arbeitet Sandel im Buch durchgehend) an zwei extremen Fragen abgearbeitet wird. Wie ist es, Menschen für Kriege zu bezahlen und wie ist es, Menschen für das Austragen von Kindern zu bezahlen? Was wären „gerechte Löhne“ und wie wäre der Markt hier „fair“ zu nennen?

Sehr objektiv und kühl durchdacht stellt Sandel (nicht nur in diesem Kapitel“ die einzelnen Aspekte der beiden „Handlungen“ zur Diskussion, geht über die Begriff Fair und Frei hinzu den Gegenargumenten. Und öffnet den Weg u den beiden Grundfragen (die sich ebenfalls durch das Buch ziehen). „Wie frei sind unsere Entscheidungen“ und „Gibt es höhere Werte, die für Geld nicht zu kaufen sind“.

So ergibt sich im Lauf der Lektüre die Frage der Loyalität zur Gemeinschaft und zum Gemeinwohl als eine der entscheidenden Grundlagen für ein „gerechtes und gutes“ oder eben ein „rein individuelles und auf den Vorteil bedachtes“ Handeln. Eine Unterscheidung die Sandel zwar mit vielfachen Beispielen umschreibt, argumentativ aber letztlich nicht zwingend belegen kann. Eher baut Sandel einen geschlossenen Raum der Argumente um drei von ihm gesetzte „Ideale“. Nimmt man Loyalität, Freiheit und die Tugend allerdings als nicht hinterfragbar gesetzt an, dann öffnet Sandel sehr wohl einen Raum für moralische und/oder gerechte Entscheidungen. Es benötigt aber die zumindest persönliche Klarheit darüber, dass diese drei Ideale Grundlage für Entscheidungen sein sollen. Hier spürt man dem Autor ab, dass er in und von einer Gesellschaft westlicher Tradition geprägt ist (und für diese schreibt). Denn seine „Ideale“ würden an anderen Orten (China, Arabien u.a.) in ganz anderer Weise gefüllt werden, als Sandel dies impliziert, durchaus aber sich auf ihn in der Form der „Idealfüllung“ auf ihn berufen können.

In sich durchaus logisch und geschlossen argumentiert, verbleiben dennoch Fragen an das System, das Sandel erbaut. Ausgehend vom Eingang des Buches her (die Frage der Bereicherung am Elend anderer) ist es eben nicht zwangsläufig gesetzt, dass das Gemeinwohl und die Loyalität zur Gemeinschaft grundlegend verankert sind (und warum auch genau?).

Das „gute Leben“, dass Sandel durch ein „sich Bewegen“ im Raum der Loyalität zur „Lebensgemeinschaft“ mit all ihren Traditionen sieht, in der Freiheit des Einzelnen, die bewahrt und geschützt werden muss und im Streben nach Tugend (wieder auch auf die Gemeinschaft bezogen) ist in seinen Inhalten interessant zu lesen und stößt vielfache Reflektionen an, auch wenn eine letztgültige Legitimation der drei „Ideale“ nicht „objektiv“ hergestellt werden kann, sondern aus Einsicht und Überzeugung (auch durch dieses Buch) wachsen müssen. Durchaus lesenswert mit einigen Axiomen, die kritisch zu hinterfragen wären.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sokrates von Harvard 26. März 2013
Von FMA
Format:Gebundene Ausgabe
Der "Spiegel" nennt ihn den "Sokrates von Harvard", "China Newsweek" erklärt ihn zum einflussreichsten Ausländer des Jahres, die "Japan Times" zum intellektuellen "Rockstar", der Londoner "Observer" zu einem der prominentesten Morallehrer der Welt. Die "Zeit" schreibt: "Wenn Michael Sandel in Harvard über Gerechtigkeit philosophiert hört die Welt ihm zu". I.d.T.kann die Welt zuhören. Anders als deutsche Unis stellen amerikanische längst Vorlesungen ins Internet, für die man sich einschreiben kann. Sandels Vorlesung in Harvard ist eine davon. Er praktiziert dabei, worum es ihm geht: offener kontroverser Austausch über Fragen der Gerechtigkeit. Auch den Leser des Buches konfrontiert er gleich zu Beginn mit allerlei moralischen Zwickmühlen.

Im Jahr 1884 überlebten vier englische Seeleute einen Schiffbruch und retteten sich auf ein kleines Boot. Die Hilfe lies auf sich warten und Land war nirgends in Sicht. Dem verhungern nahe töteten und aßen drei von ihnen schließlich den ohnehin kränkelnden Schiffsjungen Richard Parker. Schließlich erschien ein Schiff und die drei verbleibenden Männer konnten gerettet werden.

Ein Team von vier US-Navy-SEALs hatte den Auftrag einen Taliban-Führer aus dem Umfeld Bin Ladens, der etwa 150 Mann befehligte, aufzuspüren. Als sie sich bereits dem Dorf genähert hatten, stießen sie auf zwei Ziegenhirten. Es gab keine Möglichkeit diese festzuhalten und so bestand die Gefahr, von ihnen verraten zu werden. Die Team-Mitglieder plädierten deshalb dafür, die Hirten zu töten - bis auf einen von Ihnen, M. Luttrell, der sich schließlich durchsetze. Sie ließen die Hirten laufen, wurden verraten und von einer Überzahl Taliban-Kämpfer aufgerieben. Nur Luttrell überlebte schwer verletzt und machte sich große Vorwürfe.

Aber Sandel nimmt auch auf weniger exzeptionelle, z.T. brandaktuelle Themen Bezug. Kann Folter (bspw. bei einer Kindesentführung oder einem drohenden Terroranschlag) gerechtfertigt sein? Wie steht es mit den staatlichen Hilfsmilliarden für Banken, die die Finanzkrise mitverursacht haben, und deren Mitarbeiter sich bald nach der Unterstützung wieder satte Boni gönnten? Wie gerecht ist der freie Markt - besonders wenn er in Katastrophengebieten - etwa nach einem Hurrikan oder Tsunami - die Preise für dringend benötigte Güter in die Höhe treibt?

Sandel behandelt verschiedene Ansätze der Moralphilosophie. Für den Utilitarismus ist Ziel allen Handelns das größtmögliche Glück - verstanden als Lustgewinn - der größtmöglichen Zahl. Die Idee ist bereits bei David Hume erkennbar, wird dann aber v. a. durch Jeremy Bentham philosophisch entfaltet. Bentham verfolgte das Anliegen, eine Art Lust-Index für sämtliche Verhaltensweisen bzw. -ziele zu erstellen, was dann die Ausarbeitung einer mathematisch exakten Ethik erlaubt hätte. Mit seinem unerschütterlichen Zweckrationalismus entwarf er Neuerungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Von ihm stammt auch die Idee des Panoptikon - ein Gefängnis mit gläsernen Zellen, in denen die Insassen rund um die Uhr beobachtet werden könnten.

Eine etwas feingeistigere Version des Utilitarismus entwickelte dann J. S. Mill. Geistige Genüsse waren für ihn höherwertig als rein physische, ein Bachkonzert also erstrebenswerter als ein Pub-Besuch. Lieber ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedenes Schwein", so brachte es Mill auf den Punkt. Außerdem dachte er langfristiger und umfassender. Er fragt bei einer bestimmten punktuellen Handlungsweise auch, was es bedeutet, wenn sich mit dieser allgemeine Erwartungen und Befürchtungen entwickeln bzw. diese Nachahmung in anderen Zusammenhängen findet.

In Benthams Konzept wird es bspw. schwierig, einen Mord zu verurteilen, wenn sich dadurch - etwa durch angeeignetes Guthaben - der Lebensgenuss eines oder gar vieler Menschen erhöht - so er denn möglichst schmerzfrei geschieht und keine leidtragenden Angehörigen oder Freunde da sind. Sandel führt die Massenvergnügen in den römischen Arenen an - auf Kosten einzelner Menschen, die einander töteten oder zum Fraß der Löwen wurden. Die utilitaristische Gesamtbilanz fiel dabei positiv aus. Mill würde hier jedoch auf die unterschwellige Angst verweisen, dass jeder selbst in die Opferposition geraten könnte, wenn dgl. nicht generell verboten ist.

Die Einwände gegen den Utilitarismus sind dennoch vielfältig. Nicht nur weil er auch die Grundmatrix aller totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts gebildet hat - in verschiedener Ausprägung wollte man das Paradies auf Erden verwirklichen und dabei waren Opferzahlen zweitrangig. Sandel bringt einige weitere Beispiele für Konsequenzen, Denk- und Handlungsweisen, die sich aus diesem Ansatz ergeben. So machte etwa der Tabakkonzern Philipp Morris 2001 von sich reden. Die tschechische Regierung wollte mit Hinweis auf die Kosten, die infolge des Zigarettenkonsums für das Gesundheitssystem entstehen, die Tabaksteuer drastisch erhöhen. PM legte der Regierung daraufhin eine Studie vor, die belegte, dass für die tschechischen Sozialsysteme vielmehr ein Kostenvorteil von jährlich 147 Mio. Dollar entstünde - durch das vorzeitige Ableben von Rauchern.

Auch Kant hält dem Utilitarismus entgegen, dass niemals der gesellschaftliche Gesamtnutzen das Kriterium eines Rechtssystems sein dürfe, sondern dies die unveräußerlichen Grundrechte des Individuums sein müssen. Überhaupt gäbe es eben sehr unterschiedliche, z.T. divergierende Vorstellungen davon, was ein Leben erfüllt und glücklich macht. Dem müsse man gerecht werden; jeder müsse die Freiheit haben sein Lebensglück auf seine ganz persönliche Weise zu verfolgen.

Der Libertarismus, vertreten z.B. durch den Philosophen R. Nozick, denkt ebenfalls konsequent vom Individuum her. Gerechtigkeit bedeutet, dass diesem ein Höchstmaß an Freiheit zugesichert wird. So könne es bspw. nicht Aufgabe staatlicher Institutionen sein, Einkommen umzuverteilen. Ohnehin führe dgl. nur zu einer Dezimierung von Leistungsanreizen und so zu einem Wohlfahrtsverlust für alle. Der Staat solle viel mehr dafür sorgen, dass Rechte und Chancengleichheit gewahrt bleiben, so dass jeder seine Fähigkeiten optimal einsetzen kann. Die sich dann ergebenden Unterschiede bezüglich der Stellung im sozialen Gefüge, beim Vermögen usw. seien durch den unterschiedlichen Leistungseinsatz und die auf Freiwilligkeit beruhende Bewertung und Prämierung gerechtfertigt. Wenn bspw. ein Tennisstar ein Jahreseinkommen in Millionenhöhe hat, dann deshalb, weil eine entsprechend große Zahl an Menschen ihn sehen möchte und völlig freiwillig in der einen oder anderen Form dafür zahlt. Wenn der Staat nun meint, er hätte das Recht, ihm einen Teil seines Einkommens in Form von Steuern wieder wegzunehmen, ist das für Nozick illegitim.

Das Einkommen wurde von dem Betreffende erarbeitet - somit läuft Besteuerung desselben auf staatlich veranlasste Zwangsarbeit hinaus; auf eine Form der Sklaverei. Das wird aus Nozicks Sicht auch nicht durch demokratische Gesetze legitimiert. Der Schutz des Privateigentums ist ein Grundrecht. Andere Grundrechte wie Religions- oder Meinungsfreiheit, körperl. Unversehrtheit etc. können auch nicht durch Mehrheitsbeschluss aufgehoben werden.

Bereits für John Locke gab es unveräußerliche Freiheitsrechte. Die Würde und Gleichheit der Menschen - auch der Gleichheit von Mann und Frau - leitet er aus 1. Mose 1, 27 ab. Der sich aus der Imago-Dei-Lehre ergebende Gleichheitsgedanke ist für Locke auch die Grundlage dafür, dass eine Regierung stets der Legitimation durch die Regierten bedarf. Auf diesem Hintergrund entwickelt er seine Theorie demokratischer Rechtsstaatlichkeit.

Der Gedanke gegenseitiger sozialer Verpflichtung ist bei Locke jedoch weit stärker ausgeprägt als bei den späteren Libertariern. Er argumentiert naturrechtlich. Das Recht auf Privateigentum ergibt sich für ihn einzig daraus, dass man dieses selbst produktiv erarbeitet hat. Generell sieht er die Rechte auf Freiheit und Eigentum durch die Freiheits- und Eigentumsrechte anderer beschränkt. Auch schuldet der Mensch sich selbst gewissermaßen seinen Mitmenschen, d.h. ebenso wie er nicht das Recht hat, anderen das Leben zu nehmen, so auch nicht sein eigenes. Das kommt dem Ansatz Kants und bereits sehr nahe.

Kant, so Sandel, versucht jedoch von einer theologischen Untermauerung, wie sie Locke praktizierte zu abstrahieren und eine Orientierung für das sittliche Handeln zu entwickeln, die allen Menschen unabhängig von ihren Glaubensüberzeugungen evident erscheinen muss. Die praktische Vernunft" erweist sich hierbei als Instrument der Regulation und Beherrschung des sinnlichen Begehrens, denn sie stellt alles Tun unter den Leitgedanken des kategorischen Imperativ": Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne." Da dieser Anspruch der Vernunft besteht, muss auch der Wille des Menschen frei und somit fähig, selbigem zu genügen, sein. Die Freiheit und Würde des Menschen findet für Kant gerade dann ihren höchsten Ausdruck, wenn dieser gegen seine Neigungen handelt.

Im Anschluss an Kant kommt Sandel auf John Rawls und dessen Theorie der Gerechtigkeit" zu sprechen. Lesen Sie weiter... ›
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