Ich kann allen bisher abgegebenen Kommentaren teilweise zustimmen.
Dysli hat einen Erfahrungsschatz, mit dem wohl niemand hier in Europa konkurrieren kann und er lässt die Zuschauer an diesem teilhaben. Er reitet seinen Hengst unwahrscheinlich fein und mit fast unsichtbaren Hilfen, was in der heutigen Westernreitszene in dieser Form und auch was seine ethische Einstellung anbetrifft fast verloren gegangen scheint, wenn man sich die Turnierszene anschaut... Seine Ausbildungsmethode ist absolut empfehlenswert.
Allerdings gibt es auf der DVD auch ein paar Dinge, die schon ein wenig ein Fragezeichen im Kopf hinterlassen. Zum einen etwa, als Dysli erklärt, das Schenkelweichen sei entgegen seines Ausbildungswegs, denn man sitze gegen die Bewegungsrichtung?!?!?! Da hätte man sich gewünscht, Heuschmann wäre eingreifend dazwischen gegangen und hätte den Altmeister darüber aufgeklärt, wie Schenkelweichen in der klassischen Lehre tatsächlich geritten wird, nämlich mit Gewicht IN Bewegungsrichtung.
Des Weiteren muss ich meiner Vorschreiberin zustimmen, was den nicht sonderlich vorführtauglichen Sitz von Dyslis Schüler anbetrifft. Es hätte doch sicherlich Schüler von ihm gegeben, die einen ebenso hervorragenden Sitz wie die Englischreiterin vorzuweisen gehabt und nicht bloß einen auf "Show" gemacht hätten.
Von den Grundlagen der alten Westernreiterei her betrachtet ist die DVD durchaus empfehlenswert. Bei den Einzelheiten und Kleinigkeiten wäre der Einsatz von Heuschmann hin und wieder gefragt gewesen, der sich meist respektvoll im Hintergrund hielt, obwohl er an einigen Stellen durchaus hätte seinen Wissensschatz einbringen können.