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Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag
 
 
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Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag [Gebundene Ausgabe]

Jan Faktor
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 636 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Auflage (18. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462041886
  • ISBN-13: 978-3462041880
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13,8 x 5,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 102.482 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jan Faktor
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein ödipales Vergnügen - Faktors erotischer Entwicklungsroman über Widerstände, Schmutz und Schönheit. Georg wächst in der schönsten Wohngegend Prags in einem summenden Frauenhaushalt auf. Leider zur Zeit des politischen Terrors, der überirdischen Atomversuche und später des Reformversuchs von '68. Zwischen Tanten mit Kriegstraumata, dem tyrannischen Onkel ONKEL und der überstrahlend-schönen Mutter bleibt ihm nur die Flucht nach vorn.
Das sozialistische Prag hat in den Jahren von Georgs Jugend seinen Glanz verloren. In einer Stadt voller gewalttätiger Müllmänner, 50-ccm-Motorradcowboys, sexbesessener Fremdgänger und vieler anderer unsozialistischer Elemente nutzt Georg alle sich bietenden Freiräume, um auszubrechen: Er experimentiert mit hochexplosiven Substanzen, verbringt die Nachmittage mit wilden Jugendcliquen und findet im Kreis der Familie schließlich auch eine Geliebte. In einer Gesellschaft, die von den Rändern her vergammelt und sich von innen auflöst, bekommt das Körperliche eine befreiend-subversive Bedeutung. Georg mobilisiert alle Kräfte, um neben der Mutter auch dem stickig-klebrigen Vaterhaushalt zu entkommen, in dem er seine verhassten Wochenenden verbringen muss. Als er nach der Okkupation des Landes den kulturellen Niedergang miterlebt und sich der Prager Dissidentenszene nähert, wird ein geschasster Intellektueller, der sich trotz seiner Blindheit wie ein Sehender in der Stadt bewegt, zu seinem Wunschvater.
Georg macht sich seit seiner frühen Kindheit Sorgen um seine Vergangenheit, seiner hellen glücklichen Zukunft ist er sich aber völlig sicher. Die Frage, ob er wirklich glücklich werden wird, beantwortet sich bei einer zufälligen, aber nicht wirklich vermeidbaren Begegnung auf der Straße.
Indem Jan Faktor Georg selbst erzählen lässt, macht er das Erzählen zu einem zweiten subversiven Akt - und führt damit den Entwicklungs- und den Gesellschaftsroman zusammen. So entstehen ein vor Witz strotzendes Psychogramm einer Familie und ein hellsichtiges Porträt einer Stadt.

Über den Autor

Jan Faktor, freischaffender tschechischer Schriftsteller; seit 1978 in der DDR als Kindergärtner, Schlosser, Übersetzer und in der inoffiziellen Literaturszene engagiert.

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31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Schon bei den ersten Zeilen sieht man sich in diesem Roman sogleich in eine aberwitzige, amüsante, und mitreißende Familiengeschichte versetzt. Lebendige und spritzige Sätze wecken Neugier auf einen turbulenten Alltag in einer komischen und von vielerlei bunt gefärbten Charakteren bewohnten Hausgemeinschaft in Prag. Wir befinden uns in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Das weibliche Geschlecht überwuchert die Räume mit allem möglichen und unmöglichen Mobiliar und verwandelt die Wohnung in ein verschachteltes Labyrinth. Georg erlebt gerade die Pubertät mit allen Bedrängnissen, die diese Lebensphase so mit sich bringt. Umgeben von vielen Tanten, einer schönen und intelligenten Mutter und der sehr geliebten Großmutter Lizzy ist das Erwachsenwerden nicht ganz leicht.
Das Haus und die Lebensgewohnheiten der Bewohner sind teilweise von umwerfender Komik, mit Sicherheit aber äußerst ungewöhnlich. Im Umfeld mehr oder weniger schöner jüdischer Frauen aufzuwachsen ist eine Besonderheit an sich. In dem ganzen Durcheinander der Hausbewohnerinnen gibt es dann aber doch einen Mann, als einzigen Nichtjuden den Onkel "ONKEL". Sex und Liebe, Gerüchte und Gespräche: die Gemeinschaft ist unübertroffen mit allen Details gezeichnet, und Georg nimmt alles mit wachen Augen und Ohren auf und zieht seine Schlüsse aus seinen Eindrücken.
Die unsägliche Vergangenheit in diversen KZs bleibt allerdings ein Geheimnis, denn darüber spricht man nicht.
Einer Komödie gleich gestaltet sich der Einstieg ins Leben für den jungen Georg mit unterhaltsamen und lustigen Erlebnissen. Seine Jugend entspricht nicht der Norm. Skopka, sein Freund, findet ebenso Erwähnung wie seine langjährige und viel ältere Geliebte Dana, die sich den Künsten verschrieben hat. Die Liebeserlebnisse- und Freuden sind in deftiger Sprache gehalten und verlassen nie die Pfade der Komik.

Haben wir es mit einem Schelmenroman, einem Entwicklungsroman oder einer skurrilen Familienlegende zu tun? Auf jeden Fall bietet die in lakonischem Ton gehaltene Erzählung auch einen Überblick über die politische Geschichte der Tschechoslowakei und Prags in den letzten sechzig Jahren. Sozialismus, Kommunismus und Prager Frühling können nicht unerwähnt bleiben mit ihren Folgen für den Clan. In schwejkscher Manier nimmt niemand wirklich Schaden, aber natürlich gibt es Todesfälle und besondere Vorkommnisse in großer Zahl.

Man sollte Zeit mitbringen, um sich in die Feinheiten des Romans zu vertiefen, der nicht von einer fortlaufenden Handlung lebt sondern das fantasievolle Gebilde einer grotesken und launigen Familiengeschichte bietet. Im Zentrum des Geschehens steht Georg mit seiner ausgeprägten Beobachtungsgabe, mit der er die skurrilen und schrulligen Einzelwesen und ihre Eigenheiten zum Leben erweckt.

Jan Faktor ist ein Erzähler mit der hervorragenden Kunst des Fabulierens, dessen Erzählstil ausufernd ein filigranes Gebilde aufzeigt, das schließlich zu einem schlüssigen Ende führt.
Der hoch zu lobende Roman ist gewandt und farbenfroh konzipiert. Wenn man auch nach der Mitte des Romans ermüdet sein mag von all den vielen Einzelheiten, so bleibt man doch dabei, weil die Neugier auf die kurzweiligen Geschichten bestehen bleibt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. Zanker TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Beim neuen Roman von Jan Faktor, der es immerhin auf die shortlist zum deutschen Buchpreis geschafft hat, fühlt man sich ein wenig hin und hergerissen. Zum Einen lesen wir im ersten Drittel des Romans, der als wirklicher "Schinken" mit seinen 636 Seiten daher kommt, eine zum Schmunzeln angelegte Parodie, eines jungen Pubertierenden, der ohne grosse Schamgrenzen beim Leser auf's Volle in Sachen Erotik geht. Ab dem ersten Drittel, wird dieses Buch immer politischer, gesellschaftskritischer, wir lesen vom Sozialismus, dem Einmarsch der Russen, in der ehemaligen Tschechoslowakei, bis hin wo der Ich-Erzähler Georg, mit seiner Mutter ins ehemalige Arbeitslager Christianstadt fährt, wo während des Krieges in der dortigen Sprengstofffabrik, Nitrozellulose, Hexogen, TNT und Nitroguanidin abgefüllt wurden.

Eine Rüstungsschmiede, die seinesgleichen sucht, es ist die modernste Munitionsfabrik Europas, sie hat Gleisanschlüsse, Wasser durch einen Fluss in der Nähe, gut versteckt tief in den Wäldern. Sie besteht aus 820 Gebäuden, 11 Zwangslagern und ca. 25'000 Arbeitern. Es werden dort Fliegerbomben, Munition für Karabiner, Granaten für Geschütze hergestellt. 1943 begann dort die Sprengstoffproduktion mit Hexogen, das die 2,5fache Sprengkraft von TNT besitzt. Frauen sollten die Bomben, für den Endsieg der Nazis produzieren. Jüdische Zwangsarbeiter, werden für die gefährlichsten Arbeiten eingesetzt, oft mit viel zu wenig Essen, ohne jeden Schutz, 12 Std. am Tag, wo oft giftige Dämpfe eingeatmet wurden und die Arbeiterinnen darunter, an den Folgen litten. Der Kernbereich, der noch heute übrig gebliebenen Munitionsfabrik, ist durch das dortige polnische Militär abgesperrt und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Es gibt nirgendwo einen Hinweis, eine Tafel oder ein Schild oder gar ein Denkmal, das an die damalige Zeit erinnern würde. Als hätte es diese Kriegsmaschinerie gar nie gegeben...

Für mich ist dieses Buch, über weiter Strecken zu langatmig. Ausserdem frage ich mich, ob man daraus nicht hätte besser 2 Bände machen können. Warum nicht einen Erotik-Roman über einen Jugendlichen schreiben, und somit die entsprechende Leserschaft unterhalten, Punkt. Genauso, hätte man auch die Aufarbeitung, der eigenen Mutter machen können, in dem man ihre Geschichte erzählt und sich auf Spurensuche macht. So, hätte das Ganze für mich viel mehr Sinn gemacht. Humorvolle Erotik-Entdeckung jedoch neben eine Kriegsvergangenheit, mit KZ-Note in gleichen Roman zu verarbeiten, finde ich persönlich geschmacklos und respektlos. Beides in eine Geschichte zu packen, finde ich dann doch irgendwie im Ton vergriffen...

Angefangen, ob Humor und schmerzhafte Vergangenheit, wie etwa die Frauen, die aus KZ's zurückkamen, mit denen der junge Heranwachsende in einer Wohnung in Prag lebt, zusammenpasst, bis hin zu einem Buchtitel, der einem gewagt vorkommt und auch irritiert, im Grunde spiegelt sogar der Buchtitel, was ich bereits angesprochen habe, nämlich, ob das feuchtfröhliche und kunterbunte obszöne, gewagte und frivole, schalkhafte Erzählen in Sachen Entdeckung der Weiblichkeit, mit dem ganzen ernsten Hintergrund eben nicht zusammenpasst...

Ein Buch, das wie eine Biographie klingt. Zu Beginn ist der Roman ein Unterhaltungsroman, die Sprache ist, unverblümt, vulgär, frivol, lüstern, süss, urkomisch, modern, schlüpfrig, erotisierend, unterhaltend, ordinär, drollig, witzig, amüsant, lustig, übermütig, im Laufe der Romans fällt das Niveau immer mehr ab, keine grosse Tiefe oder grosse Literatur. Keine wirklich durchziehende Handlung, eine Familiengeschichte, bei der erzählt wird, wie ein Junge Ende der sechziger Jahre die Welt und seine Eltern erlebt. Ein Schriftsteller, der es immer wieder schafft, dem Leser ein Schmunzeln auf die Lippen zu zaubern. Es ist die Zeit, während der chinesischen Kulturrevolution, wo China Tibet besetzt, eine Mutter die beim Spiegel-Magazin arbeitet und ein Vater der beim Geheimdienst arbeitet. Eine Geschichte, wo man als Leser nicht unbedingt erkennt, wohin der Autor mit einem hin will. Ein junger Erwachsener, der sogar Einblick, in das Liebesleben seine Mutter bekommt.

Fazit: Eine Literatur, wo das Humorhafte und das Ernsthafte genauso zusammen seinen Platz bekommen. Ein Roman, der zumindest zu Beginn aus der Sicht eines Jugendlichen geschrieben ist. Ein Autor, der mit der Erotik und der Erregbarkeit des Leser spielt. Ein Buch das die Frage aufwirft, was hat dieses Buch eigentlich für ein Niveau? Ein Roman, der vom nahen porträtieren einzelner Personen und Beschreibungen lebt, ein Mutter-Sohn-Roman, eine Art Entwicklungsroman, vom Erwachsenwerden. Eine Geschichte, die Einblick in das damalige Prag, in die damalige Zeit, Ende der sechziger Jahr gibt.

Eine Erinnerung an die eigene Jugend, während es Prager Frühlings. Ein literarische Verarbeitung einer Famiiengeschichte, vor dem Hintergrund des Zerfalls. Ein Buch bei dem man Lachen kann und nachdenklich wird, aber auch über weite Strecken sich zeitenweise langweilig anfühlt, ein Autor der über die ganze Strecke das Niveau nicht halten kann. Für mich persönlich, war die Passage, wo Georg mit seiner Mutter an jenen frühern Ort fährt, wo sie im Lager war, am wertvollsten, vor allem, weil die ganze Zeit im Grunde nicht darüber gesprochen wurde, allerdings ist dieser Teil verschwindend klein angesichts des ganzen Umfangs des Romans. Lesenswert, unterhaltsam, zu weitläufig, aber nur stellenweise wirklich überzeugend, so dass sich die anfangs erlebte Begeisterung, dann doch, sich in Grenzen hält..
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Den Inhalt kann theoretisch jeder in den anderen Bewertungen nachlesen, aber mal ehrlich- so konkret und amüsant, wie der Text angeblich sein soll, ist er nicht. Das Buch ist langatmig bis zum Einschlafen, beste Lektüre gegen Schlaflosigkeit. Es ist zu langweilig um es zu Ende zu lesen -irgendwie passiert da gar nichts Richtiges, nur immer kurze "Lichtpunkte", aber gerade diese kleinen High- Lights waren es, die mich davon abhielten, das Buch schon bei Seite 181 endgültig aus der Hand zu legen. Aber dennoch sind diese Lichtchen zu schwach, um das ganze Buch zu erhellen, ich gebe auf- bei Seite 226. Entweder die anderen Bewerter sehen in dem Buch etwas, was mir verschlossen bleibt oder sie haben ein anderes Buch gelesen, ich finde bei diesem Buch mit dem unsäglichen Titel "Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des Heiligen Hodensack- Bimbams von Prag" nicht nur den Titel ausgesprochen blöde sondern auch den Inhalt unglaublich dröge. Da prägt sich nichts ein, nach ein paar Seiten könnte man von vorne anfangen. Wer darin irgendeinen Unterhaltungswert entdecken kann hat Talente, die mir offensichtlich völlig abgehen. Dieses öde Geschwafel hat dann auch noch 637 Seiten- das überschreitet meine Leidensfähigkeit bei Weitem. Also wenn mich jemand fragen sollte, dann ist das Geld für dieses Buch rausgeschmissen!
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