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George Sand - Glauben Sie nicht zu sehr an mein satanisches Wesen
 
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George Sand - Glauben Sie nicht zu sehr an mein satanisches Wesen [Gebundene Ausgabe]

Armin Strohmeyr
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Reclam, Leipzig (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3379008087
  • ISBN-13: 978-3379008082
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 854.658 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung


Zum 200. Geburtstag George Sands am 1. Juli 2004 - Schriftstellerin, Bürgerrechtlerin, Frau mit Esprit
Sie galt als Vamp, als Zigarren rauchendes Mannweib, als Männerzerstörerin, als schwärmerische Romantikerin und als aufwieglerische Kommunistin. Solche Klischees und Vorurteile erfuhr George Sand zu ihren Lebzeiten ebenso wie bewundernde Verehrung. Tatsache ist: Sie gehörte zu den produktivsten, meistgelesenen und bestbezahlten Autoren des 19. Jahrhunderts, erregte als streitbare Bürgerin mit Zivilcourage die Gemüter und pflegte Freundschaften mit vielen Geistesgrößen ihrer Zeit, darunter Balzac, Liszt, Chopin, Flaubert, Bettina von Armin und Alexandre Dumas.

Über den Autor

Armin Strohmeyr, geboren 1966. Studium der deutschen und französischen Literaturwissenschaft und der Musikwissenschaft, promovierte über den androgynen Geschwisterkomplex im Werk Klaus Manns. Lebt als Autor und Publizist in Berlin.
Kultur- und literaturgeschichtliche Features für verschiedene Rundfunkanstalten.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Kaum bekannt unter ihrem eigentlichen Namen Amantine Aurore Lucile Dupin, viel eher schon unter ihrem männlichen Pseudonym war George Sand (1804 - 1876) eine der produktivsten und meistgelesenen französischen Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts. Wie uns Armin Strohmeyers 232 seitige Biographie zeigt, war die Ururenkelin August des Starken aber weit mehr als nur eine Schriftstellerin. Sie war mit ihrem eigenständigen Denken und Handeln für die Menschen der damaligen konservativen Zeit eine Provokation.

Schon früh war sie von Gerüchten umwittert. Da George Sand unglücklich verheiratet war und die Kluft zu ihrem Ehemann Casimir Dudevant immer unüberbrückbarer wurde, setzte sie die Trennung - eine Scheidung sah das französische Recht nicht vor - durch. Dergestalt aus den Fesseln einer ungeliebten Ehe befreit nahm sie sich das Recht zu zahlreichen Liebschaften mit jüngeren (!) Männern. Da sie nicht einzusehen vermochte, dass einer Frau die persönlichen und beruflichen Entfaltungsmöglichkeiten eines Mannes vorenthalten bleiben sollten, erregte sie als streitbare Bürgerin mit viel Zivilcourage die Gemüter ihrer Zeit. Sie kämpfte für die bürgerlichen Rechte, nahm aktiv an der Revolution von 1848 teil, setzte sich mit frühsozialistischen Ideen auseinander und legte sich mit Kaiser Napoleon III. an.

George Sand war aber auch eine Frau, der Freundschaften über alles gingen. Der umfangreiche Kreis namhafter Dichter, Musiker, Maler und Gelehrter, mit dem sie nicht nur in Pariser Salons verkehrte, sondern der auch auf ihrem im Süden von Paris in der Landschaft des Berry gelegenen Schloß Nohant ein und aus ging, spiegelt das geistige Panorama einer bewegten Epoche wider. Namen wie Balsac, Flaubert, Heine, Chopin, Liszt, Auguste Charpentier stehen hierfür. So kam es, daß das ihr anhaftende Schreckbild einer ‚émancipatrice', die Hosen trägt und Zigarren raucht, in der Öffentlichkeit allmählich dem versöhnlicheren Bild der 'bonne dame de Nohant' wich.

Der 1966 geborene Literatur- und Musikwissenschaftler Strohmeyr gewährt in 14 Buchkapiteln einen vorzüglichen Einblick nicht nur in das Leben einer außergewöhnlichen Frau, sondern gleichzeitig auch in politisch bewegte Epochen der ersten acht Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts. Er zeichnet ihr Bild als einer erfolgreichen, überaus produktiven, da disziplinierten Schriftstellerin, einer engagierten Bürgerrechtlerin, warmherzigen Mutter, aber auch einer attraktiven Frau mit Esprit, die es zu allen Zeiten verstanden hat, Männer anzuziehen. Um Mißverständnissen vorzubeugen, eine umfangreiche und in die Tiefe gehende Auseinandersetzung mit George Sands literarischem Werk, in dem gerne die Begründung eines problematisierenden Frauenromans gesehen wird, enthält Stromeyrs Buch nicht.

Fazit: Der flüssig und verständlich geschriebenen Biographie, die durch eine Auswahlbibliographie, ein 4 seitiges Personenregister und einen 8 seitigen Fototeil abgerundet wird, gebührt ein breiter Leserkreis. Ein Lob gebührt dem Reclam Verlag in Leipzig, der mit ansprechendem Druckbild und einem überaus geschmackvollen Einband das Buch zu einem Schmuckstück gemacht hat.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Armin Strohmeyr George Sand

Armin Strohmeyr erzählt das Leben einer Frau, die als Amantine- Aurore- Lucile Dupin geboren wurde, in ihrer Ehe zur Madame Aurore Dudevant wurde, unter ihrem Pseudonym George Sand Berühmtheit erlangte. Ihre Ehe war ein totaler Fehlschlag. Sie ließ sich nirgendwo hineinpressen. Ihrer Großmutter gelang nicht, sie nach den Erziehungsmethoden des 18. Jahrhunderts zu erziehen. Kinder sah man damals als kleine Erwachsene an, und es geziemte eben einer Dame nicht, freudig herumzuspringen. Die Siezerei ihrer Großmutter empfindet Aurore als Misshandlung. Althergebrachte Konventionen sind für sie bedeutungslos und wird ein Leben in Selbstbestimmtheit führen: Liebschaften eigehen, in Männerkleidung herumlaufen und Zigarren rauchen. Für eine Frau in damaliger Zeit ein "Affront", bemerkt Strohmeyr, und sie selbst sagt "Man hielt mich für sehr bizarr". Sie mischt sich in die Politik des Landes ein und wird aufgrund eines Romans von der Kirche exkommuniziert.

Der Autor tat gut daran, sich nicht in Trivialmythen zu verstricken. Stattdessen wird vorbildlich erläutert, wie Mythen einer "femme fatale" usw.entstanden und Georg Sand angehängt wurden. Besonders gerne habe ich die Kapitel ihrer Liebschaften mit Alfred de Musset und Chopin gelesen und ihren Niederschlag in der Literatur. Größere Verwunderung aber darüber, dass wir über George Sands literarischem Werk sonst nur verhältnismäßig knapp, nur in Grundzügen informiert werden. Schade, war sie doch eine Vielschreiberin und hat zudem eine kaum übersehbare Menge von Briefen hinterlassen. Natürlich erfahren wir - etwas - über die frühen Romanerfolge "Indiana" und "Lélia", in denen sie ihre "desillusionierenden Eheerlebnisse" eingearbeitet hat, über die Bedeutung ihrer Dorfromane. Über "Nanon" nur ein Vermerk, ganz lapidar: "Keine Meisterwerke mehr, allenfalls >Nanon< (1872), ein historischer Roman über die französische Revolution, sticht heraus." (mehr nicht!). Umso mehr erfahren wir in mehreren Kapiteln über George Sands politischem Engagement.

Für ein erstes Herantasten an die große französische Dame ist diese Biografie durchaus geeignet.

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Sehr lehrreich 19. Juli 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Neben der Hauptfigur dieser Biographie lernt man eine Menge über andere wichtige Figuren dieser Zeit, so dass die Folgezeit der französischen Revolution und der Weg zur dritten Republik anhand der Figuren und der ideengeschichtlichen Entwicklung überzeugend dargestellt wird.
Zum Teil zerfasert durch diese Darstellung der Lesefluss ein wenig und der Autor gibt ziemlich oft wertende Urteile über den Inhalt des Beschriebenen ab - speziell auch zu den Handlungen der Personen und ihren Motivationen, wodurch er sich ähnlich präsentiert, wie ihre Kritiker es George Sand in ihrer Zeit vorgeworfen haben. Diese Art der Darstellung in Biograpfien ist in den letzten Jahren ein wenig aus der Mode gekommen und es liegt sicherlich im Auge der Betrachter, wie sie diese einschätzen. Auf jeden Fall ist diese Biographie aber ein wichtiger Beitrag zur europäischen Geistes- und Ideengeschichte und sollte in keiner gut sortierten Bibliothek fehlen.
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