George R. R. Martins Zyklus Das Lied von Eis und Feuer" ist eine faszinierende Fantasy-Reihe. Dem Kenner werden tatsächlich einige Namen bekannt vorkommen, die ihm hier begegnen, denn Der Heckenritter" spielt in der gleichen Welt, nur einhundert Jahre vorher. Hier liegt die Comicumsetzung dieser Kurzgeschichte vor.
Die Geschichte besticht durch ihre eindringliche Ruhe. Weitab von Action und großem Heldentum wird hier ein Kampf ausgetragen, der den Leser auf ganz besondere Weise fesselt. Dunk ist in einem Armenviertel aufgewachsen und hat bisher ausschließlich Ser Arlan gedient. Er ist recht naiv und erkennt oft zu spät, welche Folgen sein Handeln haben könnte. Ganz anders Egg, sein Knappe: Bei ihm handelt es sich um ein pfiffiges Kerlchen, dass über großes Wissen verfügt. Die beiden ergeben einen wunderbaren Kontrast. Doch beide haben etwas gemeinsam: Ihr Handeln ist ehrenwert und sie haben ein gutes Herz.
Wir tauchen ein in eine äußerst authentisch wirkende Mittelalterwelt, die uns mitten in ein Ritterturnier führt. Allerdings sind es keine glänzenden Rüstungen, die die Hauptrolle spielen, und auch nicht die großen Heldentaten. Dunk ist eine eher tragische Figur und weit davon entfernt, einer der Großen zu sein. Doch genau das macht die Faszination der Handlung aus. Man kann mit ihm fühlen und nachvollziehen, wie das damalige Leben ausgesehen haben könnte.
Die Zeichnungen sind kraftvoll und überzeugen nicht zuletzt durch ihre gute Colorierung, die zwar intensiv, aber nicht zu kräftig ist. Viele Braun- und Grüntöne geben den Bildern ein düsteres Aussehen, das gut zur Stimmung des Comics passt.
Insgesamt ist Der Heckenritter" ein absolut gelungener Band, der allen Fans der Ritterzeit, der Geschichten von George R. R. Martin und allen Freunden von anspruchsvoller Comicunterhaltung zu empfehlen ist.