"If you enjoyed the tuning that much, i hope you enjoy the concert better"
(Ravi Shankar zum Beifall nach dem Stimmen der Instrumente)
Am 26. März 1971 rief die Führungsspitze der Awami-Liga aus ihrem indischen Exil für das bisherige Ostpakistan den von Westpakistan unabhängigen Staat "Bangladesh" aus. Die anschließenden Kampfhandlungen ließen den Flüchtlingsstrom auf 10 Millionen Menschen anschwellen...
....vor diesen Konflikt, der sich durch ein direktes Eingreifen der indischen "Border Security Force" auf der Seite der bengalischen Guerilla zum dritten Indisch-Pakistanischen Krieg ausweiten sollte, organisierten der im indischen Varanasi geborene Ravi Shankar, dessen Familie aber aus dem heutigen Upazila Kalia im Distrikt Narail, nahe Jessore in Bangladesh stammte, und sein Freund George Harrison "The Concert for Bangladesh". Um finanzielle Hilfsmittel für Bangladesch-Flüchtlinge aufzutreiben, traten sie mit weiteren hochkarätigen Musikern bei zwei Konzerten auf, die am Nachmittag und Abend des 1. August 1971 im Madison Square Garden in New York vor 40.000 Zuschauern stattfanden....
Der Krieg endet in Bangladesh am 16. Dezember 1971 mit der Kapitulation der westpakistanischen Einheiten und in Westpakistan am 17. Dezember durch einen Waffenstillstand mit Indien. Die pakistanische Militärregierung musste als Folge der Niederlage zurücktreten. Die Zahl der Todesopfer wird auf mindestens 300.000 geschätzt.
3 1/2 Jahrzehnte danach erscheint ein DVD-Set um das wohl legendärste Konzertes der 1970er Jahre. Die erste DVD bietet einen Konzertzusammenschnitt, der mit einer Introduction der Organisatoren eröffnet wird. Anschließend präsentieren Ravi Shankar und seinem Ensemble ihr 25-minütiges "Bangla Dhun", das damals wohl für viele westliche Zuhörer ein exotisches Hörerlebnis war. Harrison's "Wah-Wah" folgt der Song "My Sweet Lord", von dem ein Gericht feststellte, das dieser ein Plagiat des 1963er Millionseller "He's so fine" von den "Chiffons" sei, was jedoch zu keinerlei Schmälerung dieses angeblich berühmtesten Plagiates der Musikgeschichte führen sollte. Nach "Awaiting On You All", dem dritten Song des Ex-Beatle, trägt Billy Preston seinen Song "That's The Way God Planned It" vor. Danach gibt es ein Jahr nach der Trennung der Fab Four auch ein Wiederhören mit Richard Starkey, alias Ringo Starr, der sein "It Don't come Easy" performt. "Beware Of The Darkness" folgt die Vorstellung der einzelnen Bandmitglieder, zu denen auch Klaus Voormann, Jim Keltner, Jim Horn, Carl Radle, Don Preston und der Kiowa Jesse Ed Davis gehören, bevor "Old Slowhand" Clapton zusammen mit Harrison dessen sentimentalen Klassiker "While My Guitar Gently Weeps" intoniert. Beim anschließenden Medley "Jumpin' Jack Flash" und "Young Blood" schlägt der US-amerikanische Sänger, Songschreiber, Pianist und Gitarrist Leon Russel eine musikalische Brücke zu den Rolling Stones. Zusammen mit Pete Ham gibt es anschließend das mit Akustikgitarren gespielte "Her Comes The Sun". Mit dem Auftritt Robert Zimmermanns, alias Bob Dylan, der die folgenden vier eigenen Songs, u. a. sein einzigartiges "Blowin' In The Wind", beisteuert, erreicht das Konzert einen weiteren Höhepunkt. Nach Georges "Something" schließt die Hymne "Bangla Desh", die Harrison zunächst als Werbung für das geplante Konzert als Single veröffentlicht hatte, das Konzert ab.
Die zweite DVD "The Concert For Bangladesh 2005 "Special Features" bietet zusätzlich neben einer Dokumentation mit bisher unveröffentlichten Auftritten, wie die Harrison/Dylan-Duette "If Not for You" und "Love Minus Zero/ No Limit", sowie mit "Come On In My Kitchen" eine weitere Pianoperformance von Leon Russel. Daneben gibt es noch sogenannte "Mini Features", wie "The Making Of", "Photogallerie" usw.
Die im Jahre 2005 erschienene DVD-Box über das von George Harrison und Phil Spector produzierte epochale Benefizkonzert wird durch ein in Texten und Bildern außerordentlich gelungenes Booklet komplettiert und kann nur mit 5 Amazonsternen bewertet werden.