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George Eliot's Middlemarch (1994) - (3 Disc Set)
 
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George Eliot's Middlemarch (1994) - (3 Disc Set)

Juliet Aubrey , Patrick Malahide , Michael Hordern    Freigegeben ab 6 Jahren   DVD
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Juliet Aubrey, Patrick Malahide, Douglas Hodge
  • Regisseur(e): Michael Hordern
  • Format: Dolby, HiFi Sound, PAL, Widescreen, Untertitelt
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 1.55:1
  • Anzahl Disks: 3
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
  • Studio: KSM GmbH
  • Erscheinungstermin: 10. Juli 2008
  • Produktionsjahr: 1994
  • Spieldauer: 386 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B00171SVF2
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 26.170 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Produktbeschreibung

Das verschlafene Örtchen Middlemarch, irgendwo im England der anstehenden Industriellen Revolution: Der junge Arzt Dr. Tertius Lydgate (Douglas Hodge) kommt als Hoffnungsträger in die Stadt, er soll das neugeschaffene Hospital für Fieberkranke leiten. In seinen Augen wird er damit die Medizin revolutionieren, seinen Namen in den Geschichtsbüchern verewigen. Doch hat er nicht mit der Machtgier und Trägheit der Alteingesessenen gerechnet. Denn die scheut Veränderungen wie der Teufel das Weihwasser, wie er bald feststellen muss. Ähnlich ergeht es der jungen Dorothea Brooke (Juliet Aubrey). Von der Ehe mit dem Pfarrer Edward Casaubon (Patrick Malahide) erhofft sie sich geistigen Austausch, erntet jedoch nur Unwillen angesichts ihrer idealistischen Lebenseinstellung. Willkommen in Middlemarch. Hier trifft der Arzt auf den Bösewicht der Stadt, Nicholas Bulstrode (Peter Jeffrey), der unglücklicherweise als Bankier die ganz Stadt fest im Griff hat. An ihm kommt keiner vorbei, schon gar nicht mit so kruden Ideen, wie Lydgate sie hat. Ebenfalls zu schaffen machen ihm die überbordenden Liebesbezeugungen, die er von der schönen Rosamond Vincy (Trevyn McDowell) bekommt, schließlich ist er doch einzig und allein ein Mann der Wissenschaft, oder etwa nicht? Auch Dorothea ist verzweifelt. Statt der erhofften Aufmerksamkeit findet sie in ihrer Ehe nur Ablehnung. Der einzige Lichtblick scheint ihre Bekanntschaft mit einem Künstler zu sein, sein Name ist Will Ladislaw (Rufus Sewell). Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes wird Dorothea zu einer wohlhabenden Witwe. Doch noch im Grabe will ihr Mann die Kontrolle über sie behalten. Sollte sie Ladislaw irgendwann heiraten, droht ihr die Enterbung. Welch ein Schicksal. Ähnlich prekär wird die Lage für Lydgate. Nachdem er dem Schmachten der schönen Rosamond erlegen ist, zwingt ihn diese als frischgebackene Ehefrau zu immer neuen Ausgaben. Bald ist der Arzt arm wie eine Kirchenmaus und landet bei seiner Suche nach finanzkräftiger Unterstützung ausgerechnet bei dem Fiesling Bulstrode. Kann es aus all diesem Schlamassel überhaupt ein Entrinnen geben?

Als die englische Schriftstellerin Mary Ann Evans ihren Roman in den Jahren 1871 und 1872 veröffentlichte, musste sie dazu noch das Pseudonym George Elloit benutzen. Zu revolutionär waren ihre Ansichten, zu durchsichtig ihre versteckte Gesellschaftskritik. Diese großartige Verfilmung der BBC aus dem Jahr 1994 musste sich glücklicherweise keinerlei solche Selbstzensierung auferlegen. Drehbuchautor Andrew Davies (Stolz und Vorurteil, Bridget Jones) schafft es, die opulente Romanvorlage in packende siebenstündige Unterhaltung zu verwandeln, eine ausgewählte Schar talentierter Darsteller tut ihr übriges dazu. Die gewohnt liebevolle Ausstattung der BBC-Adaption lässt den Zuschauer in das vergangenen England neu erleben, man spürt förmlich die historische Last, unter der sich neue Ideen erst mühsam ihren Weg bahnen müssen oder gleich ganz von ihr erdrückt werden. Dementsprechend begeistert wurde der TV-Mehrteiler auch von den Kritikern aufgenommen. Bei den BAFTA-Awards, dem englischen Fernsehpreis, gewann Juliet Aubrey die Auszeichnung als beste Darstellerin des Jahres 1995, außerdem war Middlemarch in weiteren sieben Kategorien nominiert und gewann auch die Preise für das beste Make Up und die beste Musik. Auch in anderen Wettbewerben wurden die Darsteller und Autoren geehrt, Middlemarch sogar zur besten Serie des Jahres gewählt.

Die Doppel-DVD von NewKSM präsentiert den Film in Deutsch sowie in der englischen Originalversion. Untertitel sind in Deutsch verfügbar. Als Extras gibt es ein Making Of.

George Eliot's Middlemarch
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Produktbeschreibungen

KSM George Eliot's 'Middlemarch' (3 DVDs), USK/FSK: 6+ VÃ--Datum: 10.07.08


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30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Woodstock
Format:DVD
Das nenne ich mal ein gewagtes BBC-Großprojekt: Den 800 Seiten fetten und komplexen Gesellschaftsroman von George Eliot aus dem Jahre 1871 in eine Miniserie zu verwandeln, die natürlich unterhaltsam und bewegend sein soll und dabei die Intentionen der guten alten George Eliot nicht aus den Augen verliert.

Middlemarch ist eine imaginäre Kleinstadt in England des frühen 19. Jahrhunderts. Das Leben und Streben der Menschen in dieser Stadt ist Gegenstand der Geschichte. Es gibt viele unterschiedliche Handlungsstränge und Schicksale, die sich treffen und überschneiden. Die vier Wichtigsten davon möchte ich hier kurz vorstellen:
Da ist zum einen die gutherzige und schöne Dorothea Brooke (Juliet Aubrey), die in Wohlstand aufwächst und doch unter ihrem müßigen Leben und der Not anderer Menschen leidet. In der Hoffnung endlich etwas Sinnvolles in ihrem Leben tun zu können, heiratet sie den alternden und verschrobenen Gelehrten Casaubon (Patrik Malahide). Die Ehe verläuft enttäuschend für Dorothea.
Casaubons Vetter Will Ladislaw (Rufus Sewell) ist ein junger Mann voller Idealismus, der aber keinem "richtigen" Beruf nachgeht. Er verliebt sich in Dorothea, doch diese Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Casaubon wacht sogar noch nach seinem Tode eifersüchtig über seine Frau.
Dann gibt es da den ambitionierten jungen Arzt Tertius Lydgate (Douglas Hodge), der nach Middlemarch kommt in der Hoffnung die Medizin zu revolutionieren. Bald schon muss er aus beruflichem und politischem Kalkül heraus Zugeständnisse machen, die sein Gewissen belasten. Noch größere Zugeständnisse macht er, als er die einfältige Rosamond (Trevyn McDowell)heiratet, denn sie treibt ihn mit ihrem exzessiven Lebenswandel und ihrem Streben nach sozialem Aufstieg in den finanziellen Ruin.
Auch Rosamonds Bruder Fred Vincy (Jonathan Firth - hübscher Bruder von Colin Firth) ist ein Taugenichts. In Erwartung einer großen Erbschaft verspielt er Unsummen, und als die Erbschaft ausbleibt, steht er vor den Ruinen seines jungen Lebens. Das Mädchen, das er liebt, will ihn nicht heiraten solange er kein anständiges Leben führt.

Gemecker (Warum "nur" vier Sterne):
Ich kannte das Buch noch nicht als ich den Film sah, was offensichtlich ein Fehler war, weil man sich beim Einstieg in diese Miniserie etwas schwer tut, die Personen und ihre Handlungen zuzuordnen und zu verstehen. Und auch bei den folgenden Episoden muss man ungeheuer aufpassen um nicht den Anschluss an die komplexen und manchmal verwickelten Handlungen zu verlieren. Auf denjenigen, der das buch nicht kennt wirkt die Geschichte streckenweise zerstückelt und unausgegoren.

Nun aber zum Lob:
Die Darsteller sind mit Abstand das Beste an dieser Verfilmung. Die sanft-schöne Juliet Aubrey ist die ideale "Heilige Dorothea" und Patrik Malahide als schrulliger Casaubon ist ein herrlich hässlicher Charakterkopf. Mir hat auch Colin Firth jüngerer Bruder Jonathan Firth gut gefallen. Nach und nach entwickelt er seine Rolle und gewinnt am Schluss die ganze Sympathie des Zuschauers. Rufus Sewell ist optisch zwar kein Mann nach meinem Geschmack, aber mit seinen tragisch-leidenden Gesichtsausdruck macht er wieder gut, dass er den Idealisten Ladislaw etwas zu reserviert spielt. All die anderen ausgezeichneten Darsteller, die ich nicht erwähne fehlen hier nur aus Platzmangel ;-).
Vielleicht bräuchte ich auch gar nicht extra auf Kulissen und Kostüme einzugehen, denn die sind wie immer bei der BBC vorzüglich und authentisch. Hier hat man eine ganze "vorindustrielle Landschaft" entworfen und mit Hilfe von Schlossparks, Kutschfahrten, Ausritten und diversen Herrenhäusern wunderbar gezeichnet. Von der Stadt Middlemarch selbst sieht man helle und prachtvolle Patrizierhäuser. Die Stadt wirkt wohlhabend und aufstrebend. Alles, nicht nur die Menschen befindet sich im Umbruch. Die Eisenbahn wird gerade gebaut, Landvermesser sind unterwegs, und als ein paar Landarbeiter sich voller Aggression auf die Vermesser der Eisenbahngesellschaft stürzen, ahnt man die Konflikte der kommenden Jahrzehnte. Durch viele solche Szenarien erhält man allmählich ein sehr plastisches und farbiges Bild dieser Epoche und dem Leben in ihr.

Aber nicht die Äußerlichkeiten machten den Roman von George Eliot zu einem Werk der Weltliteratur, sondern die Auseinandersetzung mit den inneren Vorgängen in den Menschen, ihr Streben nach Glück und die unterschiedliche Vorstellung die Menschen davon haben. Während die eine (Dorothea) leidet, weil sie ihr Leben für sinnlos und eitel hält, strebt die andere (Rosamond) verbissen und egoistisch nach genau so einem Leben. Lydgate und Casabaun haben ihr Leben der Wissenschaft verschrieben, während der eine pedantisch an seinem Lebenswerk herum tüftelt ist der andere voller Dynamik und Tatendrang und sicher, sein Ziel zu erreichen. Dennoch versagen beide aus ganz unterschiedlichen Gründen aber gleichsam auf tragische Weise.
In meinen Augen hat diese Geschichte auch kein wirkliches Happy End - freilich die Liebespaare bekommen sich - aber letztlich sind viele der Helden mit ihren ursprünglichen Lebenszielen gescheitert, haben billige Zugeständnisse gemacht oder gar eine ganz andere Richtung eingeschlagen.

FAZIT:
Das ist eine prächtige, berührende und sehr komplexe Literaturverfilmung der BBC, aber es kann wirklich nicht schaden, wenn man den Roman zuvor schon gelesen hat.

DVD:
Sprache Deutsch und Englisch mit Deutschen Untertiteln, die Lauflänge ist mit 368 Minuten um nur 7 Minuten kürzer als die englische Originalfassung!
Bonusmaterial: Kinotrailer, Biographien Crew, Kapitel- / Szenenanwahl, Making Of, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Filmografien, Bildergalerie
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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:DVD
"Middlemarch" ist eine Geschichte über das Leben mehrerer Personen, die in dem Städtchen zu ihrem persönlichen Glück finden möchten. Im Mittelpunkt steht Dorothea Brooke, die einen Sinn im Leben sucht und deswegen den Gelehrten Casaubon heiratet, der um Jahre älter ist als sie. Sie hofft, ihn bei seinem Buch, dass er bald vollenden und veröffentlichen möchte, unterstützen zu können, merkt aber bald, dass ihr Mann alleine sein Lebenswerk fertig stellen möchte. Sie schafft es nicht, dass er sie an seiner Gedankenwelt teilhaben lässt und merkt, dass sie sich an seiner Seite zutiefst einsam fühlt. Da tritt Ladislaw in ihr Leben und sie spürt unbewusst, dass dies der Mann ist, mit dem sie glücklich werden würde.

Eine andere "große" Geschichte ist die des Arztes Lydgate, dem seine ganze Leidenschaft der Medizin gilt und der sich für Rosamund interessiert, aber eigentlich mit einer Heirat noch warten möchte, um als Arzt Bedeutung zu erlangen. Doch mit der vorschnellen Heirat mit Rosamund, steht sein Ansehen als Arzt in Gefahr und der finanzielle Ruin bedroht seine junge Ehe, an der seine Frau nicht ganz unschuldig ist.

Nebenbei wird noch die Geschichte um Fred erzählt, der der Bruder von Rosamund ist, auf verschwenderischen Fuß lebt und der sich in das Hausmädchen Mary verliebt. Die will ihn aber erst nehmen, wenn er sein Leben nützlich verbringen kann.

Neben diesen drei Geschichten geht es auch noch um andere Schicksale, die ich aber hier nicht näher ausführen werde. Ich muss sagen, am Anfang fieberte ich mit, wie es mit Dorothea weitergehen würde. Sehr spannend fand ich auch die Darstellung ihrer unglücklichen Ehe mit Casaubon. Als Ladislaw dazukam, wurde die Geschichte noch facettenreicher. Doch ich muss leider sagen, dass sie etwas an Intensität abnahm, als ihr Mann starb. Besonders in Teil 6 und 7 war Dorothea nach meinem Empfinden, nur noch als Randfigur zu sehen und die Liebe zu Ladislaw kam mir zu oberflächlich vor, so dass ich irgendwie nicht so richtig mit den Beiden mitfiebern konnte. Zwar kam der obligatorische Kuss, aber die Aussprache der Liebenden fehlte mir, schließlich gab es viele Missverständnisse und Unausgesprochenes zwischen ihnen. Ich hätte auch gerne noch gesehen, was die Leute in Middlemarch denken bzw. damit umgehen, als sie erfahren, dass Dorothea mit Ladislaw zusammen gekommen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass der Verlust ihres Erbes nicht so schmerzlich gewesen ist, wie die Missgunst einiger Leute in der Stadt, die das Paar vieleicht ignorieren werden. Das Ende kam mir deswegen etwas zu schnell vor, da ich aber den Roman nicht gelesen habe, kann ich mir an dieser Stelle kein Urteil erlauben.

Die spannende Geschichte um den Arzt Lydgate nahm für meine Begriffe zum Schluss den meisten Platz ein, so dass die anderen "Geschichten" etwas zu kurz kamen, wie auch die um Fred und Mary. So konnte ich mit manchen Personen nicht so richtig mitleiden, was dazu führte, dass teilweise bei mir etwas Langeweile aufkam, weil die Momente mit ihnen doch ein klein wenig zu kurz geraten waren.

Fazit: Trotz allem finde ich die Verfilmung sehr interessant und in den meisten Szenen spannend und kraftvoll inzeniert. Gerade der Schwenk auf die anderen Schicksale, die in der Stadt ihr Glück suchen, macht den Film sehr abwechslungsreich und ich als Zuschauer bekomme einen genauen Einblick in das Leben der Städter, mit all ihren Höhen und Tiefen. Für das Jahr 1994 gibt es sehr schöne Landschaftsaufnahmen und auch die Innenräume wirken authentisch und echt. Vergleicht man hierzu BBC-Verfilmungen, die ein paar Jahre zuvor gedreht wurden, so kommt dort noch eine regelrechte Studio- und Theateratmosphäre auf. Man sieht hier schon den Trend zur Authenzität und Natürlichkeit, denn ein Jahr später sollten die Zuschauer bei "Stolz und Vorurteil" diese Echtheit vollends genießen dürfen, zumal die Macher richtiges Filmmaterial benutzt haben und auf Studioaufnahmen weitestgehend verzichtet haben. Der Film bekommt von mir vier Sterne und ich kann ihn bedenkenlos an alle Liebhaber, die sich für literarische Verfilmungen interessieren, wärmstens empfehlen.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das ist Middlemarch! 1. September 2008
Von Tanja Heckendorn TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:DVD|Von Amazon bestätigter Kauf
"Denn wenn die Welt immer besser wird, so ist das zum Teil auf Taten ohne historischen Rang zurückzuführen; und dass es um den Leser und mich nicht so schlecht steht, wie es sein könnte, das verdanken wir zur Hälfte den Menschen, die voll gläubigen Vertrauens ein Leben im Verborgenen geführt haben und in Gräbern ruhen, die kein Mensch kennt." (Schlusswort Middlemarch: Eine Studie über das Leben in der Provinz, George Eliot.)

Der fabelhafte Drehbuchautor Andrew Davies ("Stolz und Vorurteil 1995") hat es geschafft den umfangreichen und verschlungen erzählten Gesellschaftsroman aus dem 19. Jahrhundert werkgetreu, aber ohne belastende Längen und unnötige Kürzungen filmisch darzustellen. Dazu tragen natürlich auch die vielen exzellenten Schauspieler bei, die in jeder Rolle passend agieren und eine ganz eigene Welt vor den Augen der Zuschauer entstehen lassen. Willkommen in Middlemarch, einer kleinen verschlafenen Stadt, die eben den Wind aufregender Reformen und industriellen Fortschritts zu spüren bekommt!

Der junge Arzt Lydgate kommt voll Enthusiasmus und Elan nach Middlemarch um seinen neuen Posten anzutreten. Er möchte das Gesundheitswesen seines Landes reformieren und sieht dafür in der Kleinstadt ideale Möglichkeiten. Seine Vorsätze, ungebunden seinen Forschungen für den Fortschritt nachzugehen, werden jedoch unverhofft gestört, als er die Bekanntschaft mit der bezaubernden Rosamond Vinchy macht. Das Singvögelchen treibt ihn in eine kostspielige Ehe, die über seine finanziellen Möglichkeiten geht und bald schon seine Existenz als Arzt in Middlemarch bedroht.
Auch Dorothea Brooke (Juliet Aubrey) ist von dem Gedanken beseelt, ein großes Werk im Dienste der Menschheit zu tun. Allerdings sind ihre Chancen als junge, unverheiratete Frau denkbar schlecht. Als der verschrobene Geistliche, Casaubon, eine Gesellschaft ihres Onkels besucht, glaubt sie eine verwandte Seele entdeckt zu haben, der ihre idealistische Einstellung teilt. Als sie sich zum Entsetzen von Freunden und Verwandten mit dem ältlichen Gelehrten verheiratet, erfüllen sich ihre idealistischen Träume jedoch leider nicht. Seine junge Ehefrau scheint für den herzkranken Casaubon eher wie eine zusätzliche Belastung, so dass Dorothea vergeblich hofft, ihrem Mann eine unverzichtbare Gehilfin zu werden. Zusätzliche Spannung entsteht, als der arme Verwandte und Künstler, Will Ladislav (Rufus Sewell) die Nähe von Dorothea sucht. Dorothea möchte aus reinen und edlen Beweggründen den Cousin ihres Mannes unterstützen und versteht die heftige Reaktion ihres Mannes nicht, der unfähig ist, über seine Eifersucht auf Will zu sprechen und schließlich eine grausame Klausel in seinem Testament ersinnt, um seine Ehefrau für immer an seinen Willen zu binden.
Dann gibt es da noch den Windhund Fred Vinchy, der einen leichtsinnigen Lebenswandel führt und seine Ausbildung als Geistlicher nicht beendet, weil er sowieso auf ein baldiges Vermögen von einem vergreisten Erbonkel hofft. Doch er verspielt seinen Bonus bei dem alten Herrn und geht leer aus. Nicht nur seine Aussichten auf ein erträgliches Auskommen hat er verwirkt, auch seine Chancen mit der lieblichen Mary Garth glücklich zu werden, stehen denkbar schlecht. Zum Glück hat Mary einen verständigen Vater, der eine Schwäche für den jungen Mann hat. Ob aus dem Luftikus doch noch ein tauglicher Ehemann werden kann?
In sieben Episoden auf drei DVDs wird das Portrait einer fiktiven Kleinstadt zum Leben erweckt. Da auf den Hüllen der DVD jeweils Dorothea Brooke, dann Edward Casaubon und schließlich Will Ladislaw zu sehen sind, könnte dies den Eindruck erwecken, dass es hier hauptsächlich um die schwierige Dreiecksbeziehung dieser Personen geht. Dies ist irreführend, da die politische und gesellschaftliche Stimmung einer ganzen Stadt in Bild und Ton eingefangen wird. Auch die Geschichte um den idealistischen Arzt Lydgate, die als parallel erzählte Handlung zu Dorotheas Lebensweg zu sehen ist, findet große Beachtung.
Manche Figuren sind auch schwer zu fassen, wenn man die klassische Buchvorlage nicht kennt. Dazu gehört der temperamentvolle Ladislaw, der oft seine Gefühle nicht öffentlich bekennen darf oder nur unzureichend seine Handlungen und Absichten kund tut. Auf keinen Fall darf man dies Rufus Sewell anlasten, der eine sehr eindrucksvolle Wiedergabe des schwierigen Hitzkopfes darstellt. Aber um die Gefühlswelt des Künstlers besser zu verstehen, wird man wohl zur Lektüre greifen. Leichter hat es da Robert Hardy, der den herrlich takt- und talentlosen Gutsbesitzer, Mr. Brooke, darstellt, der so gerne ins politische Leben einsteigen möchte und so gnadenlos scheitert. Besonders beeindruckend ist die Leistung von Juliet Aubrey, welche die zeitlose Schönheit der Dorothea Brooke besitzt und auch charakterlich dem Roman selbst entsprungen zu sein scheint. Als besonders schönes Beispiel sei hier das Gespräch zwischen Dorothea und der unglücklichen Rosamond Lydgate erwähnt.
Als besonderes Sahnehäubchen hat die unvergleichliche Judi Dench im englischen Original die Schlussworte von Middlemarch gesprochen, die man sinngemäß am Anfang dieser Rezension nachlesen kann.
Diese Adaption des Klassikers überzeugt durch die besonders stimmige Umsetzung mit den vielen einfühlsamen Details, den bezaubernden Schauspielern, der passenden Filmmusik und den gelungenen Kulissen. Besser geht es eigentlich gar nicht.
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