Brandauers Regiedebüt ist trotz meiner 3 Sterne ein sehr passabler, souverän und ruhig inszenierter kleiner Film über diesen schüchternen Mann, der kein Intellektueller war, kein revolutionärer Geist - und trotzdem unheimlich mutig war. Vor allem war Elser weitsichtig, wo doch ansonsten alles vernebelt war in deutschen Köpfen. Brandauer ist diesmal so gar nicht brandauerisch, was dieser Figur auch kaum gestanden hätte. Schöne Kameraarbeit, gar nicht viele Dialoge, und auch Filmkomponist Delerue schwelgt nicht in den Streichern sondern beschränkt sich auf wenige Instrumente. Das alles ist bedingt spannend. Man weiß eigentlich nicht genau, was in Elsers Kopf vorgeht. Man sieht also einem Mann zu, der einen Anschlag plant und leider - reiner Zufall - scheitert. Wir erleben auch eine kleine zarte Liebe. Ansonsten ist der Film nicht besonders überragend, sieht man mal vom Thema ab. Mit "Mario und der Zauberer" hat sich Brandauer ebenfalls nicht in die Annalen der Filmgeschichte eingetragen. Diese Erzählung von Thomas Mann sollte man besser lesen als bebildern.