Bruno Benthien`s Buch zählt zu einen der wenigen deutschsprachigen Lehrbücher, die es zur Geographie der Freizeit und des Fremdenverkehrs gibt.
Wie für ein Lehrbuch üblich beschreibt auch dieses Buch Geschichte und wissenschaftliche Entwicklung der Geographie der Erholung und des Tourismus. So wird z.B. über die Arbeit von STRADNER (1905 Der Fremdenverkehr) brichtet in welcher erstmalig im Jahre 1905 der Begriff Fremdenverkehrsgeographie verwendet wurde. Neben den westdeutschen Urvätern der Fremdenverkehrsgeographie wie Günthal, Poser, Ruppert und Maier usw. berichtet Benthien auch von Ostdeutschen Geographen, besondert die damals in West-Deutschland kaum bekannte These der Existenz räumlicher Rekreationssysteme, welche längst Eingang in die Geographie der sozialistischen Länder Osteuropas gefunden hatte, wird erläutert.
Zu erwähnen ist, das diesem Buch ein eigenständiges Denkmodell des räumlichen Wirkungszusammenhangs von Erholung und Tourismus zugrunde liegt, dieses System basiert auf der Existenz räumlicher Rekreationssysteme, es ist das sog. Greifswaldermodell der Rekreationsgeographie.
Dieses Modell prägt alle weiteren Kapitel des Buches, so werden unteranderem in Kapitel 3 die Hauptfelder rekreations- geographischer Forschung und Lehre erläutert, Kapitel 4 erläutert die wichtigsten Methoden rekreationsgeographischer Forschung und Kapitel 5 trägt die Überschrift "Ergebnisformen rekreationsgeographischer Arbeiten".
Im letzten Kapitel erfolgt eine abschließende Betrachtung der gesellschaftlichen Entwicklungstrends und ihre Auswirkungen auf Erholung und Tourismus.
Wer schon vorher Lerbücher zur Geographie der Freizeit und des Fremdenverkehrs (Tourismus)(z.B. Steinecke/Kulinat od. Wolf/Jurzek) gelesen hat, für den ist dieser Ansatz neu, es ist sehr gewöhnungsbedürftig, alle Aspekte der Geographie der Erholung und des Tourismus aus Sicht des Greifswalder "Modell Rekreationsgeographie" zu betrachten.
Ich denke die Idee hinter diesem Buch war es, ein Lehrbuch für die Studenten, welche an der Uni Greifswald Geographie mit Schwerpunkt Tourismus studieren, zu schaffen.
Es ist aber trotzdem für alle die sich mit Geographie und Tourismus beschäftigen, ein interessantes Lehrbuch, auch das Modell der Rekreationsgeographie stellt einen interessanten Ansatz dar.
Kritik: Manche Textteile sind schwer geschrieben, und man muss schon 2-3 mal nachlesen um nicht den Faden zu verlieren.