Allein schon die Fotos von Berthold Steinhilber, die von ihm zelebrierte und im Bild festgehaltene phantastische Ausleuchtung antiker griechischer Stätten - dem Apollo-Tempel in Delphi, dem Theater von Epidauros, dem Stadion in Olympia, um nur einige zu nennen - geben dem GoeEpoche-Band "Das antike Griechenland", dem dreizehnten in seiner Reihe, einen besonderen Wert, Wert zu Besorgung, Betrachtung, und Befassung ...
mit den Helden, den Philosophen, den Poeten, Sängern, Tragödien- und Komödiendichtern, den Politikern, den Wissenschaftlern und - auf keinen Fall vergessen und übergangen - den Göttinnen und Göttern.
Die unzusammenhängenden - will heißen: über den ganzen Band verteilten - Vorstellungen der antiken Literaten, von Homer (selbstverständlich) ["Singe, oh Göttin, den Zorn des Peliaden Achilles"], über Aischylos ["Erz, Spiegel der Gestalt, Wein aber der des Geistes"], bis hin zu dem weniger bekannten Abenteurer und Polarkreisreisenden Pytheas ["Weiter über Thule hinaus stoßen wir auf das träge und geronnene Meer"] lockern das Geschichtsmagazin zum Vorteil auf. Allerdings vermisst man - wenn schon, denn schon - einen: Wo um alles in der Welt des Altertums ist - "Nicht mitzuhassen, mitzuleiden bin ich da." - Sophokles? Er fehlt vollster!
Doch es besteht - wenn auch nur scheinbar - Hoffung; denn siehe: Gegen Ende des Bandes gibt es eine Abhandlung "Porträts: Dichter, Denker, Demagogen". Wir finden dort, hier allerdings nur in Kurzvorstellungen, u.a. die Dichterin Sappho, den Historiker Herodot - wiederum jedoch keinen Sophokles.
Würdevoll aufbereitet - und zusammenhängend - präsentieren sich die Philosophen. Der Reigen wird durch die großen Drei eröffnet: dem "Ich-weiß-dass-ich-nichts-weiß"-Sokrates, dem "Das-Denken-ist-das-Selbstgespräch-der-Seele"-Platon und dem "Das-Ganze-ist-mehr-als-die-Summe-seiner-Teile"-Aristoteles. Diogenes, Epikur und Zenon vervollständigen die Runde.
Der Historiker Wolfgang Schuller führt ins Altertum der Antike, den beginnenden Anfang der europäischen Kultur in kleinen Städten rund um die Ägäis, ein: "Freies Land und freier Geist".
Den Kampf um die Volksherrschaft" schildert Cay Rademacher, ebenfalls Historiker und redaktionell mitverantwortlich für das vorliegende GeoEpoche-Heft. Schön die Ausschnitte aus altertümlichen Vasenmalereien, die Rademachers ausführlichen Aufsatz begleiten.
Auftritt: die Spartiater. Ihre Gesellschaftsform ("Zwei Könige befehlen das Heer"), ihr militärisches Gehabe ("Spartas Ruf als Streitmacht hallt derweil durch den Mittelmeerraum"), ihre Sklavenhalterei, ihre Rivalitäten mit Athen, stellt Lars Abromeit vor.
Staatskunst, Unbestechlichkeit, Urteilskraft, aber auch Selbstdarstellung und Reichtum, darüber hinaus Religion und Wagemut, das sind - nach Rademacher - die Eckpfeiler, die "Das Goldene Zeitalter" ausmachen, in das Perikles sich und seine Stadt Athen führte. So wurde in jenen fernen Tagen ein gewaltiges Bauprogramm durchgezogen, "das unter anderem die Akropolis in ein architektonisches Schatzhaus" verwandelte.
(Griechische) Vasen, Reliefs (als öffentliche Kunst), Mosaiken (als private Kunst, vornehmlich auf den Böden der Häuser, "weshalb ihre Besucher die Wirkung (...) aus farbigen Steinen ungestört bewundern können"), Statuetten aus Terrakotta, die Steinplastiken: eine reiche Auswahl der darstellenden Künste des alten Griechenlands. In exzellenten Abbildungen finden sie im Epoche-Band ihre Aufnahme. Ganz groß - immer wieder gerne bewundert (und wenn's nur in Kunstbänden ist) - die Laokoon-Gruppe. "Der Mensch ist das Maß" und Marmorstein "das Material für die Ewigkeit."