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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
53 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Genug und doch zu wenig?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Genug: Wie Sie der Welt des Überflusses entkommen (Gebundene Ausgabe)
Ich habe dieses Buch mit grossem Interesse gelesen - und doch blieben am Ende einige Zweifel. John Naish schreibt klug, hat auch gut recherchiert, legt den Finger in die richtigen Wunden, man ertappt sich dabei, wie man nickt und nickt und sich sagt: "So ist es" - und doch fehlte mir etwas. Es scheint mir, als würden diese knapp 300 Seiten nichts verändern können. Das Buch wirkte auf mich seltsam blutleer.Woran mag das liegen? In meinen Augen erklärt Naish sehr schlüssig, dass wir zuviel haben von allem (Information, Genuss, Dinge, Stress...), dass wir blind hinter dem Konsum her sind und dass uns das alles nichts hilft, um zufrieden zu sein. Er plädiert im Gegensatz dazu für Einfachheit und die Philosophie des Genughabens. Das ist alles sehr einleuchtend, aber eben auch sehr rational. Im Kopf wissen wir das ja wohl alle. Wir wissen, dass wir zuviel haben. Aber wir Menschen entscheiden eben nicht rational. Und genau hier kommt für mich der Mangelpunkt dieses Buches zum Ausdruck. John Naish gibt uns Ratschläge wie "Machen Sie eine Datendiät" (weniger Information), "Lernen Sie wieder zu geniessen" oder "Nehmen Sie keinen Kredit auf", aber der entscheidende Punkt liegt für mich darin, was wir eigentlich gewinnen, wenn wir uns mit weniger zufrieden geben? Was bringt es uns, wenn wir uns der Philosophie des Genughabens zuwenden? Hier kommt kaum Begeisterung auf. Hier bleibt der Autor in meinen Augen eigentümlich nüchtern. Die Philosophie des Genughabens vermag keine Freude zu entfachen. Hier hätte ich mir mehr Begeisterung vom Autor selbst gewünscht, denn in der Einfachheit und in der Erkenntnis des Genughabens kann ein wirklich grosses Glück und eine tiefe Zufriedenheit liegen. Darüber hätte ich gerne mehr erfahren. Der Kopf nickt also begeistert bei diesem Buch, doch der Bauch grummelt ein wenig. Peter Steiner, Autor von "Weisheit für Minimalisten" und "Das Wesentliche so nah"... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Oberflächlich,
Von
Rezension bezieht sich auf: Genug: Wie Sie der Welt des Überflusses entkommen (Taschenbuch)
Ich bin nicht ganz so begeistert wie die anderen Rezensenten, da mir das Buch zu sehr an der Oberfläche bleibt und sich teilweise widerspricht.Doch zunächst das Positive: der Gedanke, das wir in der westlichen Welt mehr als genug für ein zufriedenes Leben haben, wird ausführlich an verschiedenen Lebensbereichen erläutert. Vor allem wird aber auch die Begründung, warum wir trotz dieses Wissens nicht konsequent handeln, immer wieder hergeleitet. Grund ist wie so oft die Evolution unseres Gehirns, das noch immer auf Steinzet getrimmt ist. Und daß dies von der Werbebranche, Politikern und jedem, der uns zu Konsum anhalten möchte, weidlich genutzt wird. Besonders interessant fand ich das Kapitel "Genug Glück", da es der modernen Glücksuche widerspricht und das Konzept des "Zufriedenseins" dagegensetzt. In diesem Kapitel werden auch neue Gedanken herausgearbeitet. Die Beispiele aus dem täglichen Leben würzen das Buch und bringen zum Nachdenken. Insgesamt habe ich aber nicht viele neue Gedanken gelesen, Naish erwähnt ständig neue Forschungsergebnisse, geht aber auf Nichts wirklich vertieft ein. Auch widerspicht er sich mehrfach, wenn er z.B. in einem Kapitel Forschungsergebnisse aufzeigt, die beweisen, das Pessimisten länger leben, er selbst aber wenige Kapitel später zum Optimismus anhält und Strategien dafür aufzeigt. Diese Widersprüche sind aber nicht so gravierend, das sie das Buch insgesamt in Frage stellen. Ich denke, daß dieses Buch ein guter Einstieg ist, für alle, die sich mit der Thematik der Konsumkritik, der Bescheidenheit und der praktischen Umsetzung dieser Konzepte im täglichen Leben noch nicht vertieft befasst haben. Es spricht alle wichtigen Lebensbereiche an und verdeutlicht, warum wir oft nicht aus unserer Haut können. Insgesamt bleibt es aber an der Oberfläche der Thematik. Geeignet für Einsteiger ist das Buch auch, weil es nie den moralischen Zeigefinger erhebt und mit Moral kommt, sondern mit Selbstironie und Humor zeigt, wie wir uns immer wieder selbst austricksen und gangbare Alternativen aufzeigt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
41 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Appell zur richtigen Zeit,
Rezension bezieht sich auf: Genug: Wie Sie der Welt des Überflusses entkommen (Gebundene Ausgabe)
Die wichtigste Ursache für den dramatischen Absturz der globalen Finanzökonomie lässt sich auf einen der unangenehmsten Charakterzüge des Menschen zurückführen: seine Gier nach mehr, nach mehr als er für die Deckung seiner Bedürfnisse überhaupt nötig hat, ohne Rücksicht auf die verfügbaren Ressourcen.Doch nicht allein die Finanzwirtschaft hat über ihre Verhältnisse gelebt. In seinem Buch "Genug - Wie Sie der Welt des Überflusses entkommen" konstatiert der britische Journalist John Naish, dass sich die Verheißung, die industrielle Überflussproduktion würde einem idealistischen Zeitalter den Weg ebnen, nicht erfüllt habe. Stattdessen bescheinigt er der westlichen Zivilisation, in eine irrsinnige Wohlstands- und Wegwerfgesellschaft abgeglitten zu sein, die Überflüssiges im Überfluss produziert und dabei unsere menschlichen und ökologischen Ressourcen verheizt. Die verzehrende Jagd nach immer mehr Information, Essen, Sachen, Arbeit, Auswahl, Glück und Wachstum läuft auf eine Flucht vor der schwierigen Frage nach dem Sinn des Lebens hinaus. Dieser eskapistischen Maßlosigkeit hält Naish seinen doppeldeutigen Appell "Genug" entgegen; "Genug" einerseits in dem Sinne dass wir diesen Zuständen endlich ein Ende bereiten müssen, andererseits dass wir - ohne in das andere Extrem der Askese zu verfallen - nun in einem angemessenen Maß zu einer neuen Balance unserer Bedürfnisse finden müssen. Naish lässt den Leser auf dem Weg dahin nicht allein, sondern schließt an jedes Kapitel einen Katalog von praktischen Vorschlägen, anhand deren das Bewusstsein für die Fallstricke des Materialismus geschärft wird. Darüber hinaus ist das Buch flott geschrieben, gewürzt mit einer Prise des trocknen englischen Humors und zudem garniert um zahlreiche unterhaltsame Fallbeispiele auch aus Naishs eigenen Leben, welches er nach diesen vorgestellten Grundsätzen ausgerichtet hat. Die metaphysische Tiefenlotung dieser anspruchsvollen Thematik ist nicht die Sache des Pragmatikers Naish, der lieber rational auf der Grundlage der Evolutionspsychologie, der Neurowissenschaft und des gesunden Menschenverstands argumentiert. Dabei ist seine Materialismus-Kritik weder originell noch neu. Aber sie kommt zum richtigen Zeitpunkt, da in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise auch nach einer neuen Orientierung gefragt wird. Und so ist zu hoffen, dass sein Leitfaden zum Impulsgeber einer neuen Kultur der Nachhaltigkeit werden könnte. Naish gehört zu der Sorte Mensch, von der man im wahrsten Sinn des Wortes nie "genug" bekommen kann. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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