Ich bin nicht ganz so begeistert wie die anderen Rezensenten, da mir das Buch zu sehr an der Oberfläche bleibt und sich teilweise widerspricht.
Doch zunächst das Positive: der Gedanke, das wir in der westlichen Welt mehr als genug für ein zufriedenes Leben haben, wird ausführlich an verschiedenen Lebensbereichen erläutert. Vor allem wird aber auch die Begründung, warum wir trotz dieses Wissens nicht konsequent handeln, immer wieder hergeleitet. Grund ist wie so oft die Evolution unseres Gehirns, das noch immer auf Steinzet getrimmt ist. Und daß dies von der Werbebranche, Politikern und jedem, der uns zu Konsum anhalten möchte, weidlich genutzt wird.
Besonders interessant fand ich das Kapitel "Genug Glück", da es der modernen Glücksuche widerspricht und das Konzept des "Zufriedenseins" dagegensetzt. In diesem Kapitel werden auch neue Gedanken herausgearbeitet. Die Beispiele aus dem täglichen Leben würzen das Buch und bringen zum Nachdenken.
Insgesamt habe ich aber nicht viele neue Gedanken gelesen, Naish erwähnt ständig neue Forschungsergebnisse, geht aber auf Nichts wirklich vertieft ein. Auch widerspicht er sich mehrfach, wenn er z.B. in einem Kapitel Forschungsergebnisse aufzeigt, die beweisen, das Pessimisten länger leben, er selbst aber wenige Kapitel später zum Optimismus anhält und Strategien dafür aufzeigt. Diese Widersprüche sind aber nicht so gravierend, das sie das Buch insgesamt in Frage stellen.
Ich denke, daß dieses Buch ein guter Einstieg ist, für alle, die sich mit der Thematik der Konsumkritik, der Bescheidenheit und der praktischen Umsetzung dieser Konzepte im täglichen Leben noch nicht vertieft befasst haben. Es spricht alle wichtigen Lebensbereiche an und verdeutlicht, warum wir oft nicht aus unserer Haut können.
Insgesamt bleibt es aber an der Oberfläche der Thematik.
Geeignet für Einsteiger ist das Buch auch, weil es nie den moralischen Zeigefinger erhebt und mit Moral kommt, sondern mit Selbstironie und Humor zeigt, wie wir uns immer wieder selbst austricksen und gangbare Alternativen aufzeigt.