ist es, diesem Film eine Bewertung zu geben. Von daher kann ich ganz gut nachvollziehen, dass hier noch niemand eine Bewertung geschrieben hat. Aber halt, wer kennt diesen Film überhaupt? Ich bin auch nur per Zufall auf Genova gestoßen.
Es geht hier um einen gerade zum Witwer gewordenen Familienvater, der mit seinen beiden Töchtern (schätzungsweise 10 und 15 Jahre alt) von Chicago nach Genua (ital. Genova) zieht, um Abstand zu gewinnen. Zu sehr schmerzt doch der Verlust der Frau, die bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Glücklicherweise haben beide Töchter, die den Unfall miterlebt haben, den Unfall unversehrt überlebt. Nun ja, mehr oder weniger unversehrt, wie sich im Laufe der Handlung zeigen wird.
Die beiden Töchter können alleine wegen ihres Altersunterschiedes unterschiedlicher nicht sein. Während die kleinere Tochter doch noch recht brav und anhänglich ist, aber natürlich auch mit dem Tod der Mutter scheinbar am meisten zu kämpfen hat, ist die ältere Tochter öfter aufmüpfig, muss sie sich ja schließlich auch ab und zu mal um die kleinere Schwester kümmern und sich damit auseinander setzen, dass sie bald auf eine italienische Schule gehen darf. Kontaktschwierigkeiten hat das pubertierende Mädel allerdings im Männerkreis kaum, sie sucht oft das Weite, wenn es um Familienzusammenhalt geht und vergnügt sich lieber mit kürzlich kennen gelernten Jugendlichen. Sie wirkt daher auf den Zuschauer eher als Störfaktor, zumindest ging es mir öfter so. Das eine kleine Schwester nerven kann, steht dabei ja außer Frage. Wie man aber als ältere Schwester so extrem verantwortungslos seiner kleineren Schwester gegenüber sein kann, war mir im oft ein Rätsel.
Man findet keinen leichten Zugang zu dem Film. Der Film ist ruhig, man möchte Colin Firth als oft hilflos überforderten Vater manchmal schütteln, hat aber dann doch zu sehr Mitleid. Was will man auch bei einer rebellischen Tochter groß ausrichten, denn alles was man sagt, ist sowieso verkehrt. Die jüngere Tochter finde ich schauspielerisch sehr lobenswert, man kann ihre Verlorenheit, auch wegen der Aufnahmen in den unzähligen verwirrenden Gassen von Genova, sehr gut nachempfinden.
Ich weiß immer noch nicht ganz, ob ich den Film regelrecht empfehlen soll, aber bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Als Fan von Colin Firth ist dieser Film sicher KEIN Muss, eher als Fan von Genua wegen den Aufnahmen. Wer allerdings ruhige Dramen mag, in der Blicke mehr sagen als Worte, dem sei ein Blick zumindest erlaubt. Ich habe nach wie vor Probleme, mit der Leere, die in dem Film teilweise herrscht. Wohin führt uns die Handlung? Eigentlich ins Nichts - nicht falsch verstehen, für mich muss es kein todtrauriges oder 08/15 Happy End geben, aber dennoch habe ich mich ziemlich allein gelassen gefühlt, als der Abspann lief. Kein Film, bei dem man einem ein einfaches - Viel Spaß beim Schauen - wünscht, aber schon ein Film, der einen beschäftigt. Glücklicherweise jenseits des Mainstreams.