Der wichtige amerikanische Mathematiker John F. Nash, der in einer Mittelschichtsfamilie in Bluefield/West Virginia aufwuchs, zeigte schon früh eine ungewöhnliche mathematisch-naturwissenschaftliche Begabung und studierte am Carnegie Institute of Technology zunächst chemische Verfahrenstechnik, wechselte dann jedoch zur Mathematik. Nach Abschluss seiner Studien wurde er für den Promotionsstudiengang in Princeton zugelassen, wo er zunächst vermied, sich einem Fachgebiet zuzuwenden, dann aber zwei wichtige Beiträge zur Spieltheorie leistete: Einen Aufsatz über das "Verhandlungsproblem" und seine Doktorarbeit, in der er die nicht-kooperative Spieltheorie begündete. Später wurde er Dozent am Massachussets Institute of Technology, wo er sich mit Fragen des Gebiets der Topologie befasste. Schließlich wandte er sich der Riemannschen Vermutung zu, die bis heute als heiliger Gral der reinen Mathematik gilt (vgl. Marcus du Sautoy, Die Musik der Primzahlen). Bald präsentierte er jedoch Ideen, die keinen Sinn mehr ergaben, der Beginn seines Falls in die Schizophrenie.
Das Buch erzählt von Nashs Aufstieg zum mathematischen Genie, beleuchtet aber auch die "Schattenseite" (teils merkwürdiges, teils arrogantes Sozialverhalten oder Nashs unehelichen Sohn). Dann schildert es seinen jahrzehntelangen Kampf gegen seine mentale Erkrankung, unterbrochen von zwei etwas längeren "hellen Phasen" und einigen "hellen Momenten", aus dem er schließlich als Sieger hervorgeht. Auch die Hintergründe der (umstrittenen) Nobelpreisverleihung an ihn werden beleuchtet.
Insgesamt handelt es sich um eine sehr gelungene und tiefgründige Biografie, die wohl auch vielen Angehörigen von selbst an Schizophrenie Erkrankten Mut machen wird. Sylvia Nasar besitzt sowohl ein großes Recherche- als auch ein großes Schreibtalent, was nicht selbstverständlich ist.
Ach ja: Am besten sieht man sich ERST den Film an, denn da dieser Nashs Vita notgedrungen sehr vereinfachen muss, wird man ansonsten doch stark enttäuscht sein.