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5.0 von 5 Sternen
Faszienierend und Erschreckend zugleich!!, 26. März 2002
Rezension bezieht sich auf: Genie und Wahnsinn: Das Leben des genialen Mathematikers John Nash (Taschenbuch)
Sylvia Nasar hat eine vorbildliche und lesenswerte Vorlage zu dem Oscar-prämierten Film "A Beautiful Mind" geschrieben. Als solche nicht gedacht, hat sie mit dem Film natürlich herzlich wenig gemeinsam. Wer also erwartet, nochmal die mitreissende Liebesgeschichte des Kinostreifens und ein Wiedersehen mit imaginären Freunden zu erleben, der wird wohl enttäuscht, denn die Realität war anders - noch faszinierender. Nasar zaubert aus einer Vielzahl an Puzzleteilen (Interviews, wissenschaftliche Abhandlungen, Briefe) ein Einheitliches Gesamtbild von Nashs Leben. Sie beschreibt die Eigenheiten und Manierismen eines höchst selbstbewussten/ arroganten Nashs, die oft zum Kopfschütteln und Schmunzeln veranlassen, bleibt aber immer sachlich. Er selbst kommt nur indirekt zu Wort. Bekannte und Kollegen erzählen, an was sie sich erinnern. Sie beschreibt höchst Persönliches wie seine Beziehung zu seinen Frauen und Kindern, die oft wenig romantisch war und Verliebtheiten mit Männern, erläutert kurz und verständlich Nashs wissenschaftliche Theorien. Sie geht ausführlich auf seine Wahnvorstellungen ein (u.a. hielt er sich für einen von Ausserirdischen gesandten Messias zur Rettung des Weltfriedens) sowie Behandlungsmethoden und ermöglicht einen Einblick in das eigentlich streng gehütete Geheimnis, warum Nashs Berücksichtigung für den Nobelpreis so skandalös und umstritten war. Interessant sind auch die kleinen Anekdoten über Nashs Zusammentreffen mit Berühmtheiten wie John von Neumann oder Einstein. Nash selbst sagte: durch das Buch habe ich vieles erfahren, was ich selbst noch gar nicht wusste.
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Ein großer Geist., 5. April 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Genie und Wahnsinn: Das Leben des genialen Mathematikers John Nash (Taschenbuch)
Der wichtige amerikanische Mathematiker John F. Nash, der in einer Mittelschichtsfamilie in Bluefield/West Virginia aufwuchs, zeigte schon früh eine ungewöhnliche mathematisch-naturwissenschaftliche Begabung und studierte am Carnegie Institute of Technology zunächst chemische Verfahrenstechnik, wechselte dann jedoch zur Mathematik. Nach Abschluss seiner Studien wurde er für den Promotionsstudiengang in Princeton zugelassen, wo er zunächst vermied, sich einem Fachgebiet zuzuwenden, dann aber zwei wichtige Beiträge zur Spieltheorie leistete: Einen Aufsatz über das "Verhandlungsproblem" und seine Doktorarbeit, in der er die nicht-kooperative Spieltheorie begündete. Später wurde er Dozent am Massachussets Institute of Technology, wo er sich mit Fragen des Gebiets der Topologie befasste. Schließlich wandte er sich der Riemannschen Vermutung zu, die bis heute als heiliger Gral der reinen Mathematik gilt (vgl. Marcus du Sautoy, Die Musik der Primzahlen). Bald präsentierte er jedoch Ideen, die keinen Sinn mehr ergaben, der Beginn seines Falls in die Schizophrenie. Das Buch erzählt von Nashs Aufstieg zum mathematischen Genie, beleuchtet aber auch die "Schattenseite" (teils merkwürdiges, teils arrogantes Sozialverhalten oder Nashs unehelichen Sohn). Dann schildert es seinen jahrzehntelangen Kampf gegen seine mentale Erkrankung, unterbrochen von zwei etwas längeren "hellen Phasen" und einigen "hellen Momenten", aus dem er schließlich als Sieger hervorgeht. Auch die Hintergründe der (umstrittenen) Nobelpreisverleihung an ihn werden beleuchtet. Insgesamt handelt es sich um eine sehr gelungene und tiefgründige Biografie, die wohl auch vielen Angehörigen von selbst an Schizophrenie Erkrankten Mut machen wird. Sylvia Nasar besitzt sowohl ein großes Recherche- als auch ein großes Schreibtalent, was nicht selbstverständlich ist. Ach ja: Am besten sieht man sich ERST den Film an, denn da dieser Nashs Vita notgedrungen sehr vereinfachen muss, wird man ansonsten doch stark enttäuscht sein.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
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Hervorragendes Buch, 22. März 2002
Rezension bezieht sich auf: Genie und Wahnsinn: Das Leben des genialen Mathematikers John Nash (Taschenbuch)
Normalerweise gehöre ich nicht zu den begeisterten Biographie-Lesern - aber nach dem Film mußte ich unbedingt wissen, wieviel vom Leben von John Nash Hollywood mal wieder vollkommen verdreht hat. Das Buch von S. Nasar ist hochinteressant geschrieben, es wird keine Minute langweilig und die Autorin schafft es, sogar komplizierte mathematische Inhalte so darzustellen, daß sie auch ein Laie (ansatzweise) versteht. Zusammengefaßt: sehr zu empfehlen, ich werde es sicher bald nochmal lesen. Allerdings geht es hier um die harte Realität, also erwartet nicht eine reine Niederschrift dessen, was im Film vorgegaukelt wurde!
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