Als "Genie der MenschlichKeit" bezeichnet der evangelische Theologe Friedrich Schorlemmer jenen außergewöhnlichen Menschen, der unter dem Namen Albert Schweitzer am 14. Januar 1875 im Elsass zur Welt kam und dessen Lebensbeispiel als Theologe, Musiker und Arzt für Millionen von Menschen, Christen und Nichtchristen seither maßgebend war. Es ist eine wunderbar geschriebene und gut lesbare Biographie, in der es Friedrich Schorlemmer unter der Mitarbeit von Marcus Hawel auf das beste gelingt, nicht nur ein besonderes Leben nachzuzeichnen, sondern auch einen sozialgeschichtlichen Abriss jener Jahre von 1875 bis 1965 zu geben, als Albert Schweitzer hoch betagt und von aller Welt verehrt, starb.
Es war nicht nur sein Engagement in Lambarene, wo er immer wieder hinfuhr, um den Ausbau seiner Station zu begleiten, es war nicht nur seine theologische und religionsphilosophische Lehrtätigkeit, nicht nur sein politisches Engagement, das ihm 1954 den Friedensnobelpreis einbrachte, nicht nur seine einzigartigern Interpretationen an der Orgel vor allem von Werken von Johann Sebastian Bach, nein , es waren auch gelebte Sätze wie der vom Leben, das leben will inmitten von Leben", die seine ungeheure Wirkung bis auf den heutigen Tag ausmachen.
Der am Heiligen Abend 2009 angelaufene Film und diese sehr empfehlenswerte Biografie werden dazu beitragen, dass die Philosophie und der Glauben Albert Schweitzers einer großen Zahl von jungen Menschen nahe kommt, die angesichts der Bedrohung unseres Planeten schon lange intuitiv wissen, was Albert Schweitzer gepredigt und vorgelebt hat: "Gut ist: Leben erhalten."
"Weil ich auf die Kraft der Wahrheit und des Geistes vertraue, glaube ich an die Zukunft der Menschheit."
Nur wenn viele Menschen diesen durchaus religiösen Glauben für sich handelnd (wieder) entdecken, besteht Hoffnung. Hoffnung, aus der Albert Schweitzer sein ganzes bewegtes und erfülltes Leben speiste, das in diesem Buch hervorragend beschrieben wird.