Das Buch "Genießer unterwegs Südostasien" von Joyce Jue beginnt mit
einem landeskundlichen Teil über Küche und Menschen. Auch auf den
Seiten mit Rezepten finden sich immer wieder Infoboxen zur
Grundzutaten oder Kultur. Die Einteilung des Buches folgt dem
aktuellen Standardschema für asiatische Kochbücher:
Einführung: 14-22
Snacks und Suppen: 23-84
Gemüse und Salat: 85-124
Reis, Nudeln und Brot: 125-164
Hauptgerichte: 165-222
Süssigkeiten: 223-243
Glossar
Register
Bezugsadressen
Die Rezepte stammen aus Indonesien, Philippinen, Vietnam, Singapur,
Thailand, Laos, Malaysia, und Kambodscha. Wie bei allen Bänden aus
der "Genießer unterwegs"-Reihe ist die Aufmachung eine Pracht. Jedes
Rezept wird auf mindestens einer Seite, häufig einer Doppelseite
präsentiert. Zutaten und Zubereitung werden ausführlich beschrieben
und von einem Foto des fertigen Gerichts abgerundet. Vom Niveau
richtet sich der Band an ambitionierte Hobbyköche. Laien der
asiatischen Küche und all' jenen, die keinen gutsortierten Asia-Shop
in der Nähe haben, ist das Buch nicht zu empfehlen. Etliche der
Rezepte kommen locker auf 20 und mehr Zutaten. Fast keines der
Rezepte läßt sich schnell nur aus den Zutaten, die man ohnehin zu
Hause hat, kochen. Wer sich aber die Mühe macht, alle Zutaten zu
kaufen, wird mit großartigen Gerichten belohnt. Der Vorteil des
Buches gegenüber so vielen anderen Büchern zur asiatischen Küche ist
die Abwechslung und Rezeptvielfalt, weil man sich hier nicht nur auf
ein Land, sondern eine ganze Region konzentriert hat. Die
Nachtischrezepte sind wie bei fast allen asiatischen Kochbüchern
schwach, das Register ist sehr ausführlich. Das einzige Manko des
Buches ist die fehlende Warenkunde. Wer die Zutaten nicht bereits
aus einem anderen Kochbuch kennt, der wird sich schwertun mit Prahok
oder Sriracha-sauce. Das Glossar ist hier keine große Hilfe, weil
unbebildert.
Trotz der fehlenden Warenkunde eines der besten asiatischen
Kochbücher mit vielen neuen Rezeptideen, die auch der erfahrene
Freund asiatischer Küche noch nicht kennt. Unbedingt probieren
sollte man mal die Rippchensuppe.