Stellen Sie sich vor, an einer schönen Tafel zu sitzen, in einem angenehmen Restaurant oder bei Freunden. Sie wissen, dass ihnen ein vielgängiges köstliches Menü bevorsteht. Einer ihrer Tischnachbarn beginnt mit einem amüsanten Gespräch über alle möglichen Dinge rund um das Thema Genuss, als Leitfaden nur das Menü vom Aperitif zur Nachspeise. Ein Mann, der sich die Ausschweifung zum Prinzip gemacht hat.
Häufig geht es um den Wein, wie er hergestellt wird, warum Korken mehr Probleme verursachen als sie nützen, wie Wein z.B. von Anthroposophen angebaut wird. Aber das unterhaltsame Selbstgespräch dreht sich auch um Kunst wie auch das Künstliche, es geht um den masochistischen Chili-Liebhaber, Champagner, das perfekte Essen des Kaiseki, um die 5 Sinne, die kulturelle Wanderung von Gerichten und vieles mehr. Zum Dessert gibt es dann noch die zehn goldenen Regeln des Genießens.
Ich musste dieses Buch in Häppchen genießen, um von der Fülle nicht erschlagen zu werden. Es brachte mich häufig zum Lachen und gab mir bei Freunden und Bekannten die Gelegenheit, immer mal wieder eine der Geschichten zu kredenzen, wie ein Doggypack.
Das Buch alleine ist bereits ein Genuss: Schwarzer Stoffeinband, der sich gut anfühlt, mit einem bestickten vertikalen Streifen, goldene Schrift. Im Inneren ausgeschriebene Seitenzahlen, jeweils nur die äußeren 2/3 beschrieben um gelegentlich einer Randbemerkung (in diesem Fall einer Innenbemerkung) Platz zu lassen.