Viele von uns haben Geschwister. Auch Berühmtheiten der Zeitgeschichte. Im Falle von Friedrich Nietzsche, Getrude Stein, Salvador Dali und Klaus Mann heißen sie Elisabeth, Leo, Ana Maria und Erika.
Anhand der Geschwister-Perspektive bietet das Buch dem Leser die Möglichkeit, das Menschliche hinter der jeweiligen Künstlerpersönlichkeit zu entdecken. So entpuppt sich Dali zum Beispiel als verzogenes Muttersöhnchen. Immer sind es die Brüder, die ihren Schwestern gegenüber in der Erziehung bevorzugt werden. Dali, dessen Vater Anwalt ist, wird schon im Teenager-Alter seine eigene Ausstellung finanziert. Ana Maria dagegen bekommt lediglich nur die Ausbildung, die ausreicht, damit sie eine passable Ehefrau abgibt. Manche kommen erst zu spätem Ruhm. So hat Getrude Stein sehr lange Zeit ihren Bruder dermaßen verehrt, dass dieser fest davon ausging, aus ihm würde eines Tages ein berühmter Maler werden. Stattdessen entpuppte sich Getrude als das eigentliche Genie. Es sollte allerdings bis zu ihrem 6. Lebensjahrzehnt dauern, dass diese von ihren Texten leben konnte.
Gelegentlich zu Beginn mancher Kapitel, wie etwas bei den Dalis und Manns, bringt die Autorin sich selber ins Spiel. Diese Textstellen haben den Charakter einer Selbstbeweihräucherung und sind zudem völlig überflüssig. Davon jedoch einmal abgesehen ist diese Biographie-Anthologie lesenswert. Denn nach seiner Lektüre hat der Leser nicht nur die genialen Geschwister näher kennen gelernt, sondern ist zudem noch über den jeweiligen historischen Hintergrund ausreichend informiert worden.