Man könnte den Inhalt von Misiks Buch in dem bekannten Satz Adornos zusammenfassen: Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Wobei das richtige in diesem Falle die linke Utopie, das falsche der kapitalistische Verwertungszusammenhang ist, aus dem die Anti-Haltung ihre Kritik und damit ihre Legitimation speist.
Auch hinsichtlich seiner stilistschen Brillianz erinnert der Autor ein ums andere Mal an den Vordenker der "negativen Dialektik", ohne es jedoch zu schaffen, sein Kaleidoskop aus Charakterisierungen vornehmlicher gegenwärtiger Ikonen des kritischen Bewusstseins (ein leichter Etikettenschwindel im Buchtitel)zu irgendeiner Aussage zu verdichten: Zum Beispiel zu der, dass die Fähigkeit des Kapitalismus, seine Negationen zu integrieren und zu vermarkten etwas damit zu tun haben könnte, dass es dem einen oder anderen kritischen Geist, der an der Aporie des allesverwertenden Systems mitunter lukrativ verzweifelt, vielleicht einfach etwas an individueller Substanz und damit an eigener Meinung mangelt.
Wie gesagt: Das Buch ist stilistisch exzellent geschrieben, doch hat man den Eindruck das Ganze eben schon mal bei Adorno und in allgemeinerem Zusammenhang gelesen zu haben.
Wer, wie ich, in der Popkultur nicht so bewandert ist hat manchmal den Eindruck, der Autor habe etwas zu viel fern gesehen und kuriert in seinen Texten die erfolgten geistigen Verdauungstörungen aus.
Trotzdem: Eine lohnende Lektüre für Zeitgeist-Interessierte.