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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Mehr bestätigung als Erkenntnissgewinnung, 18. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Genial dagegen. Kritisches Denken von Marx bis Michael Moore. (Taschenbuch)
Eins vorweg: Robert Misik erzählt uns nichts wesentlich Neues. Aber das ist auch gar nicht sein Anliegen. Es geht ihm darum, die in letzter Zeit verstärkt auftretenden Protestströme hierzulande aufzuzeigen und zu erklären. Dabei schießt er manchmal über sein Ziel hinaus - ein Song von "Wir sind Helden" macht noch keinen neuen Trend zur Kommerzkritik. Im Endeffekt gelingt es ihm jedoch, zu erklären, warum diese Kritik trotz allem ernst genommen werden kann und muss. Er wehrt sich gegen die Behauptung, Kapitalismuskritik sei ein Trend, eine jugendliche rebellische Geste oder eine Schwärmerei Ewiggestriger und begründet statt dessen, wie der Kapitalismus die Kritik gegen ihn selbst erzeugt. Dabei bedient er sich einer leicht nachzuvollziehenden Logik und Sprache. Damit bietet das Buch eine gute Hilfestellung für alle, die sich einen Überblick verschaffen wollen und Argumente brauchen, die nicht auf komplizierte theoretische Gerüste bauen, sondern im Alltag evident sind.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Linkes Denken im 21 Jahrhundert, 1. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Genial dagegen. Kritisches Denken von Marx bis Michael Moore. (Taschenbuch)
Der Autor versucht zu ergründen, was man in der heutigen Zeit unter "Links sein" versteht. Dazu setzt er sich mit Persönlichkeiten auseinander, welche aktuell für die Linke Position stehen - der bekannteste Vertreter hierbei ist Dokumentarfilmer Michael Moore. Im weiteren Verlauf des Buches beschreibt Robert Misik die linke Geschichte im vergangenen Jahrhundert, insbesondere das Verhältnis der Linken zur Gewalt, welches demzufolge Stalinismus und RAF einschließt. Obwohl der Autor selber ein Linker ist, setzt er sich in seinen Betrachtungen äußerst kritisch sowohl mit den Persönlichkeiten als mit den linken Mythen auseinander. Der Schreibstil ist für ein doch theoretisches Thema sehr lebendig und insgesamt leicht zu lesen. Ein wenig kann ich die Kritik von der Ratlosigkeit des Lesers am Ende nachvollziehen. Da wird einem mitgeteilt, das die Zeit der großen Ideen und Utopien vorbei sei und der richtige Weg im kritischen Denken, argumentieren und manchmal auch riskieren für sein subjektives Empfinden liegt. Dies kann man sicherlich nachvollziehen, obwohl es schon eine gewisse Sehnsucht nach klassischen linken Ideen und Programmen gibt.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Brilliant und bekannt, 6. Februar 2009
Man könnte den Inhalt von Misiks Buch in dem bekannten Satz Adornos zusammenfassen: Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Wobei das richtige in diesem Falle die linke Utopie, das falsche der kapitalistische Verwertungszusammenhang ist, aus dem die Anti-Haltung ihre Kritik und damit ihre Legitimation speist. Auch hinsichtlich seiner stilistschen Brillianz erinnert der Autor ein ums andere Mal an den Vordenker der "negativen Dialektik", ohne es jedoch zu schaffen, sein Kaleidoskop aus Charakterisierungen vornehmlicher gegenwärtiger Ikonen des kritischen Bewusstseins (ein leichter Etikettenschwindel im Buchtitel)zu irgendeiner Aussage zu verdichten: Zum Beispiel zu der, dass die Fähigkeit des Kapitalismus, seine Negationen zu integrieren und zu vermarkten etwas damit zu tun haben könnte, dass es dem einen oder anderen kritischen Geist, der an der Aporie des allesverwertenden Systems mitunter lukrativ verzweifelt, vielleicht einfach etwas an individueller Substanz und damit an eigener Meinung mangelt. Wie gesagt: Das Buch ist stilistisch exzellent geschrieben, doch hat man den Eindruck das Ganze eben schon mal bei Adorno und in allgemeinerem Zusammenhang gelesen zu haben. Wer, wie ich, in der Popkultur nicht so bewandert ist hat manchmal den Eindruck, der Autor habe etwas zu viel fern gesehen und kuriert in seinen Texten die erfolgten geistigen Verdauungstörungen aus. Trotzdem: Eine lohnende Lektüre für Zeitgeist-Interessierte.
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