Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Bekannte Terrains und neue Ufer, 16. Oktober 2009
Das Trio aus Chicago/USA bedient den Hörer nun mit Vollzeitalbum Nr. 3. Ein stolzer Schnitt, sind doch seit ihrem ersten offiziellen Output "Enter" erst dreieinhalb Jahre durch die Länder gegangen. War erster noch ein ungeschliffener Rohdiamant aus der Sparte Post Rock/Metal, ging es auf dem 2008er Werk "Stations" schon etwas disziplinierter und zielorientiertrer zur Sache.
Wiederholung scheint nicht auf dem Plan der US-Amerikaner zu stehen und so handelt es sich bei "Geneva" um ein Album, auf dem zwar zum Teil der rohe Charme "Enter"s zu finden ist, aber auch Platz für neue Wege geboten wird.
Der Opener "Fathom" heuchelt schon fast ein Comeback der Vorreiter Godspeed You! Black Emperor vor, denn verquere Violinen eröffnen "Geneva", bevor nach einer knappen halben Minute zunächst Dave Turncrantz auf den Plan tritt und kurz darauf Mike Sullivan die ersten Riffs darbietet.
Der Titeltrack weist leichte Parallelen zu "Harper Lewis", ebenfalls Titel 2 auf dem Vorgänger, auf, strotzt aber vor der Brachialität des gelobten "Enter". Besonders Brian Cooks aggressiver Bass fräst sich in das Bewusstsein.
Zeit zum Verschnaufen und so bieten "Melee" und "Hexed All" fragile Melodien. Erstere bietet die genretypischen Crescendi und einen finalen Wall Of Sound, während zweiteres von der Violine geprägt wird und sich am ehesten mit dem "Stations"-Schluß "Xavii" vergleichen ließe.
Das vorab veröffentlichte "Malko" bietet Dynamik, die dann von ungezügelter Energie gefressen wird.
Wem das alles irgendwie bekannt vorkommt, bekommt mit "When The Mountain Comes To Muhammad" und "Philos" schlußendlich noch Arbeit auf den Tisch geknallt, denn nie waren Russian Circles epischer. Mit acht und zehn Minuten Länge gib es die längsten Tracks zum Ende hin und "When The Mountain..." fährt ungewohnt Bläser auf, aber auch gewohnte Gitarrenriffs. "Philos" präsentiert sich als standesgemäßer Rauswerfer - ebenfalls inklusive Blasinstrumentierung - der einmal mehr beweist, daß Russian Circles nicht nur die brettharten Metalriffs an den Mann bringen wollen, sondern auch so manchem Stiernacken eine Gänsehaut über selbigen zaubern können.
"Geneva" ist ein weiterer gelungener Streich in der Russian Circles-Diskographie, auch wenn die beiden letzten Titel etwas Aufarbeitungszeit kosten können. Zwar haben sie an manchen Stellen bei sich selbst kopiert, aber das wenigstens gut und beweisen dennoch auch den Mut, neue Weg zu gehen. "Geneva" lädt auf jeden Fall zum Mehrfachhören ein und erweist sich als echter Grower.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein überwältigendes Soundmonstrum, 2. November 2009
Auf den dritten Streich der drei Jungs aus Chicago hatte ich mich schon seit Wochen gefreut, halte ich doch Enter und Station für zwei der besten Platten, die das Genre Postrock/-metal zu bieten hat. Los geht es mit Altbewährtem, Fathom und Geneva schließen nahtlos an Station an. Da ist es wieder, dieses grandiose drumming von Dave Turncrantz; dramatisch, fesselnd, einzigartig. Das doomige Melee kommt eher auf leisen Sohlen daher und breitet sich nach und nach auf einem schier endlos scheinenden Soundteppich aus. Hexed all besticht durch eine unglaubliche Zartheit und Zerbrechlichkeit, und auch das am Anfang elektronisch verspielte Malko ist ein Stilbruch der angenehm groovenden Art.
Die folgenden achtzehn Minuten haben es dann richtig in sich. When The Mountain Comes To Muhammad klingt einfach nur todtraurig. Der Totengräber-Bläserchor und die weinenden Gitarren erzeugen eine solch melancholische Stimmung, dass einem die Tränen kommen könnten. Wer nun denkt, dass einen das abschließende zehnminütige Philos doch bestimmt wieder etwas munterer werden lässt, der irrt. Philos klingt stellenweise sogar noch trauriger, noch erdrückender.
Das Ganze wirkt phasenweise wie ein dicker zähflüssiger Brocken, der sich, so hat man das Gefühl, vehement dagegen sträubt, gemocht zu werden. Gerade der letzte Teil macht es einem wirklich nicht einfach. Diese sich scheinbar endlos dahinziehende Düsternis wird leider etwas übertrieben und überschreitet am Ende die Grenze zur Eintönigkeit. Meiner Meinung nach hätte dem Album die ein oder andere Auflockerung im Stile eines Harper Lewis oder Youngblood hinten heraus ganz gut getan.
Nicht die beste Platte der Amerikaner, aber immer noch eine dicke Empfehlung!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
|