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Dieses Album kommt aus einem kurzen Zeitfenster, in dem es es noch möglich erschien, kommerziell erfolgreiche und gleichzeitig hoch-qualitative und inovative (Pop-)Musik zu machen (siehe dazu auch Police, Talking Heads, etc.). Dieser Spagat ist hier voll gelungen. Genesis macht sich keine besondere Mühe mehr, zu verschleieren, worum es geht. Es geht um die große Kohle, um Spaß aber auch um musikalisches Feeling. Und vom letzterem bietet diese Scheibe reichlich! Die Melodien sind durchweg eingängig und leichtfüßig, jedoch auch sehr athmosphärisch geraten.
Gleich der erste Song 'Mama' fängt ruhig an, mit einer Rhythmusmaschine! Was ist denn das?! Tja, auf 'Abacab' hat Hr Banks auch schon mal Bläser-Sounds eingesetzt, von denen später Onkel Phil noch reichlich Gebrauch machen wird... Man probliert halt Sachen aus, experimentiert.
Langsam entwickelt sich 'Mama' aber weiter und spätestens, wenn die Gitarre und die fetten Keyboards einsetzen, wirds richtig fulminant. Collins kann hier - so scheint es - mit seiner Stimme noch machen was er will.
Dieser obligatorische Longtrack, der langsam anfängt und sich dann bis zum Höhepunkt steigert, wird in dieser Form auch auf allen folgenden Alben geboten:
1. 'Invisible Touch' - 'Tonight, Tonight, Tonight';
2. 'We Can't Dance' - 'Driving the Last Spike';
3. 'Calling all Stations' - 'Alien Afternoon'.
Hier muss man noch 'Home by the Sea' nennen, welches vor allem live extrem athmosphärisch rüberkommt (wann kommt endlich das 'Mama'-Konzert auf DVD???) und in einen zweiten, rein instrumentalen Teil übergeht. Dies ist, neben 'Mama', die einzige Stelle, wo es noch mal richtig kraftvoll-bombastisch zugeht.
'Just a Job to Do' ist ein Rock-Stück, dessen Thema gleichzeitig von einer Mute-Gitarre und von Keyboards getragen wird. Hier hätte man nur die Rollen tauschen müssen! Banks simuliert nämlich einen Gitarren-Sound?! Wozu, wenn man einen Gitarristen an Bord hat?!?!? Das Stück kommt aber schön-peppig daher.
Auf 'Silver Rainbow' tobt sich Collins dann wieder richtig schön aus.
Das Hit-Liedchen 'That's All' dürfte nun jedem/r, der/die über 25 Jahre alt ist, bekannt sein.
Das MANKO:
Die aal-glatte Produktion, nimmt diesem Album jegliche Härte, ausser an ein Paar Stellen, wo dies scheinbar nicht möglich war (etwa 'Mama') und ist für das eigentliche Pop-Feeling verantwortlich.
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