Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Live and Alive - Der konzertante Wahnsinn, 15. April 2003
"Genesis live" war mein persönlicher Einstieg in die Welt der Peter Gabriel-Phase, der Phase, von der Fans immer wieder sagen, dass sie die kreativste in der Geschichte der Band war. Das erste Live-Album aus dem Jahre 1973 bildet da ein wunderbares Destillat aus den kraftvollen Songs von den Alben "Trespass", "Nursery Cryme" und "Foxtrott". Gleich zu Anfang knallen mächtige Orgel-Akkorde aus den Boxen und eröffnen das meditativ-sureale "Watcher in the Skies". Danach "Get 'em out by Friday", eine herrlich-bizarre Geschichte um Wohnungsspekulaten und der Frage, ob man mit kleineren Leuten nicht mehr Profit in Wohnblocks machen könnte (!!). "The Return of the Giant Hogweed" ist großartig, aber nicht der stärkste Song, wirkt aber live deutlich kraftvoller, als bei der Studioversion. Seite 2 der LP eröffnet mit "Musical Box", dem Klassiker der Band bis dato, mit dem erratischen und wilden Ende, zu dem Gabriel immer wieder schreit: "Why don't you touch me, touch me, touch me". Der Wahnsinn nimmt Konturen an und erreicht bei "The Knife" seinen absoluten Höhepunkt. Klingt der Song auf dem Studioalbum "Trespass" noch ein wenig unbeholfen und unkonzentriert (es war ja erst das zweite Album der Band und noch ohne Collins an den Trommeln), so entfaltet der Song live seine volle Energie und ist sicherlich der absolute Höhepunkt der Platte. Lauter, fiebriger, ekstatischer waren Genesis nie, so direkt kann der oft zu künstlerische Prog-Rock sein. Schwachpunkte? Schade ist, dass die surealen und bizarren Zwischentexte fehlen, die Gabriel seinerzeit zur Überbrückung des Instrumente-Stimmens seiner Musiker eingebaut hatte. Die Erzählungen machten zum Teil die Atmosphäre der Konzerte aus und ließen sie zu absoluten Freak-Shows mutieren. (Natürlich muss man Gabriel dazu noch in seinen obskuren Kostümen sehen. Eigentlich!) Doch ohne Texte wirkt alles kraftvoller, komplexer und ökonomischer, kommt schneller auf den Pubkt. Eine 100%ige Wiedergabe eines Genesis-Konzerts ist es aber nicht. Spass macht "Genesis live" aber nach 30 Jahren immer noch.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Zeitdokument, 8. März 2005
Die amerikanische „King Biscuit Flower Hour" hatte zwei Genesis Shows - in Leicester und Manchester - aufgenommen um daraus eine Radioshow zu machen. Genesis war aber mit dem Ergebnis so unzufrieden, dass sie den Leuten von King Biscuit die Verarbeitung und Veröffentlichung untersagte. Ironischerweise ist "Genesis Live" nie in den USA veröffentlicht worden. Zwei Dinge sind dabei charakteristisch für die Genesis dieser frühen Jahre. Erstens: Die Qualität der Liveacts war in der Regel schlecht. Das lag im wesentlichen an den immer wieder auftretenden technischen Problemen, die mit den Veranstaltungsorten zu tun hatten und gingen soweit, dass Gigs gecancelt werden mussten, weil die Sicherheit der Band auf der Bühne nicht gewährleistet werden konnte (im dem Film „Almoust Famous" gibt es da ein gutes Beispiel). Zweitens: Die Konsequenz der Band, die ohne Rücksicht auf Promotion, Management und auch Fans „ihr Ding gemacht hat". Tony Stratton-Smith, der Besitzer von Charisma Records, konnte Genesis aber dazu bewegen, die Bänder von King Biscuit soweit zu überarbeiten, dass man daraus eine low-budget Produktion machen und diese für kleines Geld z.B. auch bei Woolworth anbieten konnte. Da sich die Arbeiten am „Foxtrott" Nachfolger „Selling England by the pound" in die Länge zogen, konnte man die Zeit bis zur Veröffentlichung mit einer solchen Liveplatte überbrücken. Genesis selbst hatte in diesem Stadium nie ein ernsthaftes Interesse an einer solchen Liveplatte. Das hört man dieser Platte dementsprechend auch an. Die Bearbeitung ist eher schlampig. In einer Nummer hört man die Gitarre auf der linken, in der nächsten auf der rechten Seite. Mit den anderen Instumenten ist das ähnlich. Das ganze Raumspektrum ändert sich von einem Stück zum anderen. Von Brummschleifen und Rauschfahnen garnicht zu sprechen. Deswegen auch die eher lauten und agressiven Nummern. Bei den ruhigen Stücken wäre das alles wahrscheinlich unerträglich geworden. Nichtsdestotrotz funktioniert diese Platte als großartiges Zeitdokument und fängt die Atmoshäre der damaligen Konzerte gut ein. Es zeigt, wie sich die Band in den Jahren ihrer Zusammenarbeit entwickelt hat, wie sicher sie im Umgang mit dem musikalischen Material geworden ist und welches Potential da noch schlummerte. Vor diesem Hintergrund sollte man diese Platte hören. Hier wirkt sie auch noch dreißig Jahre später. Genesis-Einsteiger sollten sich lieber anderen Platten zuwenden, dafür ist die Auswahl der Stücke auf dieser Platte nicht repräsentativ genug. Eine kleine Anmerkung am Schluß: William Friedkin, der Regisseur von „French Connection" und „Der Exorzist", wollte aus der Geschichte „The girl in the tube" von Peter Gabriel auf dem Coverback einen Film machen. Peter Gabriel hat das natürlich abgelehnt, mit der Begründung, dass das den Interessen von Genesis zuwider laufen würde.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Genesis Live mit Peter Gabriel, Klang leider ziemlich bescheiden, 10. April 2008
Ein sehr schönes Zeitdokument über die frühe Genesis-Phase mit Peter Gabriel als Sänger. Wer hätte das gedacht, dass aus dieser Band einmal jemand wie Phil Collins hervorgehen würde. Der damals allgemein übliche experimentelle Charakter dieser aufwendigen Musik kommt recht gut herüber. Allerdings gibt es leider doch erhebliche Mängel bei der Klangqualität, sie sich insbesondere bei leiseren Stellen (z. B. Musical Box) recht unangenehm bemerkbar machen. Trotzdem sollte man gerade Musical Box wegen des doch sehr schönen und fast pathetischen Schlusses zu Ende hören.
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