Genesis haben mit ihrer Musik Geschichte geschrieben. Yngve Guddal und Roger Matte lassen diese Geschichte nun in einem neuen Licht erscheinen.
Um es vorweg zu nehmen: Diese CD nimmt eine herausragende Stellung im kaum noch zu überblickenden Markt der Tribute und Re-Genesis-Scheiben ein.
Die PLUSpunkte:
+ Genesis for Two Grand Pianos besticht durch meisterhaftes Arrangement. Genesis-Werke - vor allem solche Harmonieboliden - dermaßen sauber zu transkribieren, auf zwei Flügel zu adaptieren und anschließend perfekt einzuspielen, zeugt von Virtuosität und Einfallsreichtum und flößt selbst eingefleischten Musikern Respekt ein. Die Arrangements bewegen sich immer sehr, sehr dicht an den Originalen. Von musikalischen Ego-Trips kaum eine Spur! Lediglich die Melodiestimmen weisen ab und zu kleinere Variationen auf, die aber keinesfalls stören, sondern für die nötige Abwechslung sorgen.
"Mangelnde Erkennbarkeit" o. ä. kann man den beiden Pianisten jedenfalls nicht vorhalten. Im Gegenteil: Mit ihren vier Händen lassen sie Genesis-Werke auf zwei Flügeln wiederauferstehen. Dass dies "anders" klingt, ist ja völlig normal (kein Schlagzeug, kein Gesang, keine Elektronik, etc.), aber genau das macht eben den Reiz dieser Scheibe aus!
Natürlich stellen Tribute-CDs immer eine Gratwanderung dar: dem einen sind sie zu langweilig, da zu nah am Original, dem anderen befremdend, da kaum wiederzuerkennen. Genesis for two grand Pianos zählt definitiv zur erstgenannten Gruppe. Langeweile kommt dabei aber nicht auf, da es die zwei Pianisten meisterhaft verstehen, diese typische "Genesisstimmung" aufzubauen.
Hört euch nur mal das Vorspiel im Titel 1 "The Fountain of Salmacis" an. W-u-n-d-e-r-s-c-h-ö-n!
+ Fantastischer Sound. Zwei Steinway Flügel, eine akustisch hervorragende Konzerthalle und ein sehr angenehmer Hall sorgen für Hörvergnügen auf hohem Niveau. Die Aufnahmen wurden darüber hinaus leicht komprimiert ohne den Stücken musikalische Dynamik zu nehmen, was das bei Klassik-CDs oftmals notwendige Hin- und Herfummeln am Lautstärkeregler überflüssig macht.
+ Musikalisch vom Feinsten. Die zwei Pianisten der Osloer "Academy of music" spielen akkurat, gefühlvoll, dynamisch, taktfest, geben sich an (fast) keiner Stelle musikalische Blöße und spielen perfekt zusammen!
+ Sehr günstiger Preis. Für diese CD hätte ich ohne Bauchschmerzen auch 20,00 Euro bezahlt!
Nun zu den MINUSpunkten:
- Die Melodiestimme wurde m. E. an einigen Stellen eine Oktave zu tief angelegt.
- Die CD ist zu kurz. Bei 49 Minuten Spielzeit hätten locker noch zwei Stücke auf die CD gepasst.
- Leider keinerlei Informationen zu den Pianisten im Booklet.
FAZIT:
Für mich die definitiv beste Genesis-Tribute-Revieval-.....-CD! Tony Banks himself hätte es wohl nicht besser machen können. Selbst Ex-Genesis Gitarrist Steve Hackett war von der CD schwer beeindruckt und hat aus diesem Grund auch eine kleine Lobhymne auf der Cover-Rückseite verfasst.
Unbedingt zugreifen!
Johannes (der sich die CD gekauft und nicht nur die hier zur Verfügung gestellten Hörbeispiele bewertet hat)