Nach diversen Ausflügen in familiäre und rechtliche Konflikte meldet sich Ex-Leaders Of The New School-Mitglied Busta Rhymes mit seiner inzwischen fünften LP in ebenso vielen Jahren zurück. Mich persönlich hatten seine letzten Solo-Alben immer weniger überzeugt - vom gelungenen Solo-Debüt "The Coming" über den kommerziellen Erfolg "When Disaster Strikes" (mit den bekanntesten Hitsingles "Dangerous" und "Put Your Hands Where My Eyes Could See") und "ELE - Extinction Level Event" bis zum eher mediokren "Anarchy" war Busta Rhymes irgendwie das überzeugend spontane Element abhanden gekommen; keine Spur mehr von (frei nach Public Enemy) bumrush the show.
Nachdem dann "Genesis" plötzlich und unvermittelt im Laden stand, erwartete ich auch nichts allzu Überraschendes mehr, obwohl für Bustas Verhältnisse erstaunlich viel Zeit (etwa zwei Jahre) seit dem letzten Album vergangen war. Doch schon das an alte Zeiten anknüpfende, und dennoch die Frische des zu Erwartenden versprühende Dolemite-Intro machte mich hellhörig - der erste Track "Everybody Rise Again" (quasi der zweite Teil von "Everybody Rise" auf dem ELE-Album) machte sofort einen grandiosen Eindruck! Hymnisch überlagerte Vocals von Busta kündigen die Rückkehr zu alter Größe an - tatsächlich überstieg das Folgende alle meine Erwartungen, die ich aufgrund seiner alten Tracks hegte. Der zweite Track "As I Come Back", produziert von den Neptunes, hat mich ersteinmal meine heimischen Wände hochgehen lassen - phänomenal! Und so ging's weiter - bis auf ein paar wenige überraschte mich jeder Track absolut positiv! Für mich ist dies die beste Busta Rhymes-LP auf dem Markt; die Puristen mögen an "The Coming" und alte Zeiten erinnern, für mich sind die alten Zeiten jedoch nur noch gute Erinnerungen.