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Seien es die "Kinder des Wohlfahrtsstaates", die "Generation Golf" oder die "postheroische Generation", als die Jureit die 1968er-Generation bezeichnet: Nichts prägt Menschen mehr als ihre Eltern und die Welt, die sie durch sie präsentiert bekommen haben. Hier beginnen gleichermaßen Generationengeschichte und die "große" Geschichte.
Etwas umständlich schreibt Jureit zu Anfang ihres Buches von "komplexen Vorgängen sozialer Vergemeinschaftungen, die es erforderlich machen, Bedeutungsinhalte und Gebrauchsweisen generationeller Deutungsmuster zu systematisieren". Man lasse sich von dieser spröden Formulierungen aber nicht täuschen. Jureit geht es ganz sinnlich um "Gefühlserbschaften" und "Erinnerungsgemeinschaften", und dies nicht auf eine wohlige alltagskulturelle Weise. Sie zieht den Schleier oberflächlicher Eindrücke beiseite und fragt, warum in der öffentlichen Diskussion bestimmte Inhalte generationell aufgeladen, andere aber ökonomisch strukturiert werden. Ein Grund, schreibt sie, sei, dass "in den Massenmedien sich das Generationenetikett auch ohne Qualitätsstandards schlicht hervorragend verkauft."
Doch was ist es, was diese erhöhte Aufmerksamkeit bringt? Jureit geht zurück auf den Soziologen Karl Mannheim und die Idee von der Generation als Identitätsangebot, die sich, so schreibt sie, "in den 1920er Jahren für männlich dominierte Vergemeinschaftungen der politischen Rechten als ausgesprochen anschlussfähig erwiesen hat". Der Generationenbegriff ist nach Jureit also nicht fest umrissen und "etwas ganz anderes als die statistisch bestimmbare Alterskohorte".
Generationenforschung vermittelt sehr anschaulich, dass Geschichtsschreibung immer sowohl eine kreative Leistung als auch ein selbst- und fremdbestimmtes Identitätsangebot ist. --Carsten Hansen
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