Prezident Brown gilt als Spitze eines resoluten, neuen Roots & Reality-Bewußtseins, ein Reggae-Deejay, der jede einzelne Single als Sonde für seine „Words of Encouragement" versteht, um mal einen seiner populärsten Songtitel zu zitieren. Wahrscheinlich ist er mit seinem Chanting Style neben Tony Rebel - mit dem er oft verglichen worden ist - auch Jamaikas melodischster Deejay. Wer seinen Reggae conscious, couragiert und mit einem leichten Country-Einschlag mag, der ist bei Prezident Brown an der richtigen Adresse. Mit „Generation Next" veröffentlicht Brown sein mittlerweile fünftes Studioalbum: ein sauberer „Consciousness"-Cocktail, wenngleich der Sound im orthodoxen Sinn nicht als „Hard Roots"-Showcase einzustufen ist. Das gesamte Album wird von A bis Z von einer tiefen Spiritualität durchblutet - was nicht zuletzt durch die zwischen einzelnen Tracks eingeblendeten Tape-Mitschnitte von Nyabinghi-Sessions symbolisiert und transportiert wird: „field recordings", so rauh, das man im Hintergrund noch die Grillen und Zikaden hören kann! Auch der spirituelle Vibe von „Old Skool-Soul" fügt sich ins Bild und nimmt eine prominente Position ein - etwa bei Brown's erstem Single-Klassiker „Be Thankful For What You Got", einer jamaikanisierten Adaption von William De Vaughn's 74er Deep Soul-, oder dem Titelstück, wo die Melodie der alten Staple Singers Civil Rights-Hymne „I'll Take You There" gehijakt wird. Daneben gibt es auf „Generation Next" Collaborationen mit Gentleman und Patrice, und nicht zu vergessen „Hail H.I.M.", ein deklamatorisches Duett mit dem neuen Roots-Sänger Chezidek - Xterminator-Protege'. Generation Next heißt das neue Album von Prezident Brown. Häufig genug weilt der Prezi in Deutschland, dass er sich auch gleich zahlreiche unserer "lokalen Helden" mit ins Boot seines 19 Stücke (plus Bonustrack) langen Albums genommen hat: Gentleman, Patrice und etwas ungewohnt auf einem Reggae-Album Xavier Naidoo. Der Bonustrack kommt von keinem geringeren als Tomekk zusammen mit dem Prezi. Herausgekommen ist ein Album, dass sich ausgesprochen gut anhören lässt, soll auch soviel heißen, dass es kein Schmaus für Roots-Puristen ist! Zwischendurch eingestreute Nyabhinghi-Bruchstücke täuschen doch nicht darüber hinweg, dass hier U-Musik produziert worden ist. U-Musik aber die sehr gut produziert ist und zum Beispiel mit dem Titel-Track einen wirklich tollen Ohrwurm liefert. Gut kommt auch die Koop mit Gentleman und auch das mit Naidoo eingespielte "Together" bringt Laune ins Wohnzimmer.