Die Kerze brennt von zwei Enden, so Michael Adler, Geschäftsführer der Service GmbH des Verkehrsclubs Deutschlands (VCD) in seinem Buch 'Generation Mietwagen'.
Das eine Ende der Kerze sind fossile Brennstoffe, die kurz- bis mittelfristig zur Neige gehen. Ob der Höhepunkt der Ölförderung (Peak Oil) bereits jetzt oder erst in Kürze erreich ist, irgendwann gibt es kein Öl für unsere Fahrzeuge mehr.
Das andere Ende der Kerze sind die Auswirkungen unserer Automobilität auf die Umwelt. Noch sind das Erreichen von Klimazielen und damit das Abwenden von Klimakatastrophen möglich. Bald nicht mehr, so Adler.
Ein Weiter-so unserer Automobilität ist daher unmöglich. Alternativen müssen her. Adler geht alle praktizierten, getesteten und denkbaren alternativen Antriebsformen durch, von Kohle über Strom und Raps bis hin zum Wasserstoff. Er diskutiert die Machbarkeit, Kosten und Kundenakzeptanz. Sein Schluss lautet: Überzeugende, das heißt zu vertretbaren Kosten machbare und die Umwelt schonende alternative Antriebe gibt es derzeit nicht. Den Benzinmotor einfach durch die Batterie zu ersetzen, ist zu kurz gedacht.
Adlers Lösung lautet zunächst und vor allem: Das Auto zurückdrängen. Ein Großteil der Autofahrten wird sowieso im Nahbereich unternommen, die insbesondere in Großstädten mühelos zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden können. Seine Hoffnung setzt Adler dabei auf die kommenden Generationen, bei denen das Auto als Statussymbol ausgedient, seinen Sex-Appeal verloren hat.
Die neue Mobilität, für die Adler einen Wendepunkt um 2020 sieht, ist vielfältig. Fußgänger und Radfahrer haben mehr Raum, Bahn und Bus sind gestärkt, verbinden großflächig und länderübergreifend ganze Regionen. Verleihsysteme sind an der Tagesordnung, vom Car Sharing bis hin zum Verleihe von Elektrofahrrädern.
Adlers Buch leistet einen wichtigen Beitrag zu einer notwendigen Zukunftsdiskussion. Alternative Szenarien werden kompakt und anschaulich geschildert. Und natürlich auch mit einer politischen Intention. Adler möchte für seine Alternative, die aus seiner Sicht die unsere sein muss, mobilisieren.