Was Soldaten im Einsatz wirklich tun
Es ist wohl das erste Mal, dass aktive Soldaten in einem Sammelband über ihren Einsatz in Afghanistan schreiben. Man wundert sich, warum ein solches Buch nicht schon viel früher erschienen ist. Denn dass die Soldaten etwas zu berichten haben über ihre Erfahrungen in Afghanistan, das wird schon beim Lesen der ersten Seiten deutlich. Endlich, so sagt sich der Leser, kann man einmal den Originalton der Soldatinnen und Soldaten hören und lesen, wie sie ihre Einsätze erlebt haben - ob sie nun regelmäßig Patrouille liefen, als Mutter" der Kompanie für das Wohl der Soldaten zuständig waren, als Scharfschützen eingesetzt wurden, Autos reparierten oder als Ärztin die Soldaten begleiteten. Besonders erschütternd ist die Geschichte eines jungen Soldaten, der bei einem Anschlag schwer verletzt wurde und in seinem Beitrag den Leser nicht nur den schweren Gang durch die deutsche Bürokratie miterleben lässt, sondern auch, wie er in seinem Leben danach, privat und beruflich, damit klar kommt. Wer dieses Buch ließt, stellt schnell fest, dass die Generation Einsatz" ihrem Tun Sinn gibt; dass keiner seinen Einsatz als umsonst" beurteilt. Und dass es für die Soldaten Teil ihres Selbstverständnisses ist, ihre Erfahrungen an Soldaten, die vor einem Einsatz stehen, weiterzugeben. Man merkt aber auch, dass die Soldaten sich sehr wünschen, dass dieses Buch nicht nur in Soldatenkreisen gelesen wird, sondern möglichst viele Menschen anspricht. Ein lesenswertes Buch, das ans Herz geht; das nicht für die sensationslüsterne Welt geschrieben wurde, um Schlagzeilen zu produzieren, sondern für die, die wissen wollen, was Soldaten im Einsatz tun und wie sie ihren Einsatz erleben.