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Weil die Protagonistin der gleichnamigen Kultserie Ally McBeal, eine erfolgreiche Anwältin, die moderne Frau repräsentiert, dient der Begriff zur Bezeichnung einer ganzen Generation. Sicherlich ist einiges in dieser Bestandsaufnahme von Katja Kullmann überzogen, vielleicht sogar verzerrt, wenn aber nur manches an diesem ernüchternden und sozialkritischen Generationsporträt stimmt, dann fragt man sich, was modern, emanzipiert und selbstbewusst heute bedeutet.
Katja Kullmann, geboren 1970, versucht mit ihrem ersten Buch zu zeigen, wie sich der Mainstream der zwischen 1965 und 1975 geborenen Frauen wirklich verhält, worauf ihr Lebenskonzept und ihre Wertevorstellungen basieren. Die Qualitäten der 80er (Markenwahnsinn) und der 90er (Lifestyle-Verblödung) bringt sie treffsicher auf den Punkt. Sie tut dies in der Ich-Form, was den Vorteil hat, dass sich ihre Altersgenossinnen leichter damit identifizieren können. Episoden und kleine, mit Wiedererkennungszeichen versetzte Alltagsgeschichten sollen die Adressatinnen wachrütteln.
Beim Ausblick wird die Position der Autorin unmissverständlich deutlich: Denn an der Macht sind die Luder, und die Mäuschenbranche ist längst in der Hand der Frauen. Über Verona Feldbusch lacht auch niemand mehr, sie und ihresgleichen sind anerkannte gesellschaftliche Wirklichkeit geworden. Heute lacht man über die Töchter der emanzipierten Frauen, über die, deren Heldin Ally ist. Die Frauen, die noch immer keine Chancengleichheit im Beruf vorfinden, die aber auf der anderen Seite auch keinen Super-Body, keine eigene Firma und auch keinen Mann haben. Die Lifestyle-Luschen, die ein echtes Problem mit ihrem Selbstwertgefühl haben! Fazit: Witzig und frech, ja, aber mit einer gehörigen Portion Kritik an Rollenbildern und Passivität der Frauen. Autorenlesung, Spieldauer: ca. 73 Minuten, 1 CD.
-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Bücher für Karrieremütter
Präzises, witziges Porträt der Frauengeneration zwischen 25 und 35. Botschaft: Es gibt tausend Argumente, die Kinderfrage aufzuschieben bis es zu spät ist.
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