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Produktinformation
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Bücher für Karrieremütter
Präzises, witziges Porträt der Frauengeneration zwischen 25 und 35. Botschaft: Es gibt tausend Argumente, die Kinderfrage aufzuschieben bis es zu spät ist.
© manager magazin - Vervielfältigung nur mit Genehmigung
-- manager magazin (05/2002)Weil die Protagonistin der gleichnamigen Kultserie Ally McBeal, eine erfolgreiche Anwältin, die moderne Frau repräsentiert, dient der Begriff zur Bezeichnung einer ganzen Generation. Sicherlich ist einiges in dieser Bestandsaufnahme von Katja Kullmann überzogen, vielleicht sogar verzerrt, wenn aber nur manches an diesem ernüchternden und sozialkritischen Generationsporträt stimmt, dann fragt man sich, was modern, emanzipiert und selbstbewusst heute bedeutet.
Katja Kullmann, geboren 1970, versucht mit ihrem ersten Buch zu zeigen, wie sich der Mainstream der zwischen 1965 und 1975 geborenen Frauen wirklich verhält, worauf ihr Lebenskonzept und ihre Wertevorstellungen basieren. Die Qualitäten der 80er (Markenwahnsinn) und der 90er (Lifestyle-Verblödung) bringt sie treffsicher auf den Punkt. Sie tut dies in der Ich-Form, was den Vorteil hat, dass sich ihre Altersgenossinnen leichter damit identifizieren können. Episoden und kleine, mit Wiedererkennungszeichen versetzte Alltagsgeschichten sollen die Adressatinnen wachrütteln.
Beim Ausblick wird die Position der Autorin unmissverständlich deutlich: Denn an der Macht sind die Luder, und die Mäuschenbranche ist längst in der Hand der Frauen. Über Verona Feldbusch lacht auch niemand mehr, sie und ihresgleichen sind anerkannte gesellschaftliche Wirklichkeit geworden. Heute lacht man über die Töchter der emanzipierten Frauen, über die, deren Heldin Ally ist. Die Frauen, die noch immer keine Chancengleichheit im Beruf vorfinden, die aber auf der anderen Seite auch keinen Super-Body, keine eigene Firma und auch keinen Mann haben. Die Lifestyle-Luschen, die ein echtes Problem mit ihrem Selbstwertgefühl haben! Fazit: Witzig und frech, ja, aber mit einer gehörigen Portion Kritik an Rollenbildern und Passivität der Frauen. Autorenlesung, Spieldauer: ca. 73 Minuten, 1 CD.
-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Der Titel war ja schon abschreckend genug, erinnert er doch an zahlreichen Trendforschungs-Schund. Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul und ich konnte ja eigentlich nur noch positiv überrascht werden. Ein Buch über eine angebliche Generation von Frauen, mein Geburtsjahr mittendrin, von einer Journalistin (wie mir) geschrieben - vielleicht hat man aus Marketing-Gründen ja nur beim Titel daneben gehauen ... leider weit gefehlt.
Während des Lesens hatte ich noch den wohlwollenden Gedanken, ich müsse ja immerhin ab und zu schmunzeln, wenn ich müde genug war oder zuviel Wein getrunken hatte. Doch als das Buch dann mit der phrasenhaften Erkenntnis "Ich hasse Ally McBeal" endete, war die Enttäuschung groß und dem Buch leider auch das letzte Gute genommen.
Zweifels ohne gibt es gewisse Gemeinsamkeiten bei Menschen, die zur gleichen Zeit leben. Und die Zeiten prägen auch die Menschen. Klar! Natürlich können wir uns an die Neue Deutsche Welle erinnern und wissen, dass Umweltschutz wichtig ist. Und? Die Frage, was die "Generation Ally" ausmacht, wird zwar irgendwie beantwortet, doch als Beleg dienen lediglich Banalitäten und vor allem die ganz persönlichen Erfahrungen der Autorin, was wenig überzeugend ist.
Neben der Vermessenheit der Autorin, ihre Erfahrungen (u.a. ihrer spätpubertären Vorstadtjugend) für Allgemeingültig zu erklären, enthält dieses Buch auch keinerlei Informationswert oder interessante Erkenntnisse, noch hat es einen großen Unterhaltungswert. Was will uns die Autorin nur mitteilen?
Mangels Analytik lässt sich nicht einmal eine persönliche Vergangenheitsbewältigung der Autorin hinein interpretieren. Quintessenz der einzigen analytische Schlussfolgerung, an die ich mich entsinnen kann: WIR haben es so schwer, weil WIR Kinder der Emanzen-Generation sind, welche ihrer Ideale zum Trotz Spießer wurden. So ungefähr ...
Würde das ständige "wir" durch "ich" ersetzt und der Titel lautete "Erinnerungen einer 30-jährigen" oder besser "Meine mittelständische Jugend irgendwo im Deutschland der 80er und warum ich mein Leben als Frau heute so schwierig finde" würde sich jede Kritik erübrigen, kaufen würde das Buch dann aber wohl auch keiner mehr ... zurecht.
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