Aus der Amazon.de-Redaktion
Es geht um Trends in den Jahren zwischen 1990 und 1999, Trends, die der Autorin Birgit Hamm, Jahrgang 1960, in Erinnerung geblieben sind. Um nicht allzu viel Systematik in das Ganze zu bringen, werden die kurzen Texte zu den kleinen Dingen des Lebens ganz einfach alphabetisch geordnet, von A wie After-Work-Clubs bis Z wie Zigarren, dazwischen Listen wie etwa mit den "zehn unterhaltsamsten Fernseh-Serien der Neunziger". Das ist zum Teil ganz nett zu lesen, unterhaltsame Geschichten aus einem Ally-Alltagsleben mit persönlicher Note und einer guten Dosis Ironie. Über Wellness und Wonderbra, Girlies und Grunge, Rucola und Reality-TV.
Doch trotz bewusster Leichtigkeit, trotz Lifestyle, Trend und Popkultur fragt man sich schon bisweilen: War da nicht noch was? Soll das alles gewesen sein, was uns von den Neunzigern im kollektiven Gedächtnis bleibt, bleiben soll? Vielleicht ist es noch zu früh für einen solchen Rückblick. Vielleicht braucht es einfach ein paar Jahre, bis Erinnerungen an Tamagotchis oder DJs wirklich amüsant werden. --Lilli Belek
Kurzbeschreibung
Wer kennt sich mit den wichtigen Dingen des Lebens also Partys, Essen, Männer und Mode besser aus als die Generation Ally, die Frauen zwischen 25 und 40? Birgit Hamm versammelt die besten Anekdoten, Trends und Menschen aus den Neunzigern: die leckersten Rezepte von Caipirinha bis Rucola-Salat, die kultigsten TV-Serien, Filme und Platten, sündhaft teure Shopping-Episoden bei Gucci, Prada & Co, die sinnlosesten und die lebensrettenden Produkte von Tamagotchi bis Wonderbra, eine Typen-Typologie vom Weichei bis Macho, und und und ...
Unterhaltsam, witzig, kompetent. Das ideale Geschenk für alle besten Freundinnen!
Auszug aus Generation Ally Lifestyle- Guide. von Birgit Hamm. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Sie sahen aus wie futuristische Raupenfahrzeuge und ihre Wiege stand in Frankfurt: Techno-DJ Sven Väth war der Erste, der 1993 mit einem Paar Turnschuhe herumlief, die auf eine etwa zehn Zentimeter dicke Gummisohle geklebt waren. Und weil damals alles hip war was de Sven" tat oder trug, sah man in Clubs bald immer häufiger junge Raver, die sich wie Astronauten auf einem fremden Planeten beweg en: Ganz vorsichtig und eiernd. Sie taten das nicht freiwillig, ihre grotesk hohen Sneakers ließen ihnen einfach keine andere Möglichkeit Das frühere Cowboystiefel-Fachgeschäft "Buffalo Boots" witterte die Chance zuerst. Schon bald gab es in der Frankfurter Filiale bizarrsten Versionen der immer gleichen Idee: Slipper, Clogs, Stiefel - alles mit gigantischen, klobigen Absätzen. Mal in Lack, mal mit Fell, immer plump und nie elegant. Und während coole DJs wie Väth schnell das Interesse am hohen Auftritt verloren, expandierte das kleine Schuhgeschäft zur internationalen Marke: Türsteher mussten zeitweise den Andrang der minderjährigen Mädchen regeln, die aus den gesamten Umland nach Frankfurt pilgerten um auch ohne Stöckelschuhe ein paar Zentimeter zu wachsen, Jungs favorisierten vor allem die klobigen Stiefel, gerne mit Schnallen und anderen kleinen Applikationen.
Inzwischen gibt es "Buffalo"-Läden selbst in London, und die Produktpalette wurde um ganz normale modische Schuhe erweitert die echten Buffalo-Fans findet man heute nur noch im Osten, oder in Hochhaussiedlungen am Rande von Frankfurt, Berlin oder Hamburg. Aber ich wette: Wenn in ein paar Jahren das Revival von Kirmes-Techno ansteht und Scooter ihr Comeback feiern, dann sind sie wieder ganz groß dabei - die Buffalo Boots.