Auch wenn der 1936 geborene Albaner Ismail Kadaré weltweit in über 30 Sprachen gelesen und als Nobelpreisträger gehandelt wird - dieses 1970 in Frankreich verlegte Buch gehört nicht zu seinen besten. Die Thematik ist zwar interessant. Ein italienischer General und ein Priester (im Range eines Obersten) exhumieren 20 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in Albanien gefallene Kameraden. Ebenfalls ist interessant, wie sich die zu Beginn durchaus heroische Mission immer mehr ins Zweifelhafte wendet - Gefundene Tagebücher und Augenzeugenberichte erzählen von Deserteuren auf beiden Seiten und Formen menschlicher Annäherung zwischen den Fronten dieses Krieges, die schon dazumal nicht mehr so klar waren, wie es die beiden Protagonisten gerne gehabt hätten. Misslungen erachte ich aber den Aufbau und die Form. Zu viel direkte Rede ohne vermittelnde Erzählung, zu wenig aus dem Innenleben des Generals und des Priesters, zu viele Pauschalisierungen über den kriegerischen Charakter der Albaner. Auch die geheimnisvolle Person von Oberst Z., der immer wieder auftaucht, bringt keine Verbesserung des Werkes, das zu sehr an der Oberfläche der langweiligen Handlung (graben, graben, graben, trinken, rauchen) klebt. Für einmal ist der Film besser als das Buch.