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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Im Spiegel der Worte,
Rezension bezieht sich auf: Der General in seinem Labyrinth (Broschiert)
Die letzte Reise Simon Bolívars steht im Mittelpunkt von Marquez fiktionaler Biografie eines Generals der im Unabhängigkeitskrieg gegen die spanische Krone zu einer Legende Südamerikas wurde. Er hat seinen Rücktritt erklärt, reist schwerkrank den Magdalena-Strom hinab und beschwört seine Zeit in Erinnerungssequenzen herauf. Márquez entwirft jedoch nicht das glatt Bild eines südamerikanischen Helden, er zeigt ihn in all seiner Verstrickungen, seinen Beschwerlichkeiten und verloren gegangen Idealen.Der Autor entzieht sich dabei bewußt des Klischees und vermag es trotzdem nicht, die sonst kraftvolle Poesie seines erzählerischen Tons zu entfachen. Was womöglich daran liegt, daß er eine reale Person beschreibt, vielleicht auch daran, daß er an ihm die Verwerfungen eines politischen Willens beschreibt, die ihm in anderen seiner Romane bildhafter gelungen ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der Libertador am Ende seines Weges,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der General in seinem Labyrinth. (Taschenbuch)
Ein großer Mann hat das Ende seines Weges erreicht, und auch das seines Lebens: Simón Bolívar, der glorreiche General der südamerikanischen Unabhängigkeitskriege gegen Spanien. Noch will er es nicht wirkllich wahrhaben, gerade erst hat er als letztes Amt die Präsidentschaft von Großkolumbien zurückgelegt, er redet von einer möglichen Reise ins Exil, vielleicht England. Oder doch noch einmal in die Schlacht ziehen, um seinen gescheiterten Traum eines vereinten Südamerikas zu verwirklichen?Aber er ist totkrank, nur wenige Vertraute ziehen noch mit ihm, sein Großkolumbien ist zerbrochen, die Nachfolgestaaten (Kolumbien, Venezuela, Ekuador) sowie Peru und Bolivien kämpfen gegeneinander, oder werden von Bürgerkriegen und den Putschen machtgieriger Generäle, von denen viele einstmals mit ihm kämpften, erschüttert. Der Libertador hat den Kontinent von der spanischen Herrschaft befreit, aber nun wissen die Befreiten eigentlich nichts damit anzufangen. Márquez legt keine Biografie vor, nicht einmal eine fiktive, sondern begleitet den General auf seiner letzten Reise, die eigentlich ohne Ziel ist. Manche Lebensstationen und Ereignisse werden rekapituliert oder tauchen kurz aus dem Nebel der Vergangenheit empor, aber sie sind weder vollständig noch irgendwie chronologisch. Er zeichnet Bilder eines bedeutenden Mannes, kraftvolle Bilder eines kraftlos gewordenen. Fazit: ein faszinierender Roman über eine bedeutende Person der Weltgeschichte, über die hierzulande nur wenig bekannt ist. "Der General versank in finsteres Grübeln und ritt teilnahmslos weiter, bis sie die leuchtende Grassteppe erreichten. Bei der Wegkreuzung Cuatro Esquinas, wo die gepflasterte Landstraße begann, wartete Manuela Sáenz allein und zu Pferd auf den Trupp und winkte dem General von fern ein letztes Adieu zu. Er antwortete ebenso und zog weiter. Sie sahen sich nie wieder." Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gehe mit Gott, Gespenst!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der General in seinem Labyrinth (Taschenbuch)
"Ich weiss, man spottet über mich, weil ich in ein und demselben Brief, an einem Tag an ein und dieselbe Person geschrieben, eine Meinung und zugleich ihr Gegenteil vertrete, [..] oder dass ich andernorts für beides zugleich bin. [..] Das ist alles wahr, aber nebensächlich, denn ich habe das alles nur im Hinblich darauf getan, dass dieser Kontinent ein einziges unabhängiges Land werden sollte und in diesem Punkt hat es bei mir nie einen Zweifel und keinen einzigen Widerspruch gegeben." Wer dies sagt? Simón Bolívar: Unter seiner Führung sind die Staaten Großkolumbien, Peru und Bolivien entstanden; er ist diesen während Jahren vorgestanden. Im Dezember 1829, kurz bevor Großkolumbien in Kolumbien, Ecuador und Venezuela zerfällt, legte Bolívar als letztes seiner Ämter die Präsidentschaft von Grosskolumbien nieder und begibt sich auf eine Reise ins mögliche Exil; auf dieser, der letzten seines Lebens, folgt ihm Marquez: Sie führt von Santa Fe de Bogotá (Kolumbien) bis nach Santa Marta (Venezuela). Er ist krank, erbricht Blut, verliert an Gewicht und schrumpft an Körpergröße. "Gehe mit Gott, Gespenst!", ruft man ihm in Bogotá nach. Während der Reise zieht sein Leben an ihm vorbei - Zeugnisse seiner mächtigen Vergangenheit: Die Befreiung Südamerikas (von der spanischen Herrschaft, 1810 bis 1824), sein Traum von der Einheit des Kontinents, die "Zwischenfälle seiner Kindheit" sowie Frauen (nach Schätzung seines Dieners José Palacios 35 an der Zahl - die Tagesliebschaften nicht mitgerechnet), die er kurz, aber innig liebte. Am karibischen Meer glimmt die Hoffnung auf eine Wende: Den Krieg noch einmal entfachen, den grössten Staatenbund der Welt errichten ... nicht für lange: Simón Bolívar stirbt am 17.Dezember 1830 sieben Minuten nach eins.
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