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Gene sind kein Schicksal
 
 
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Gene sind kein Schicksal [Gebundene Ausgabe]

Jörg Blech
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 286 Seiten
  • Verlag: Fischer (4. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100044185
  • ISBN-13: 978-3100044181
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 100.313 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jörg Blech
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wir sind nicht die Marionetten unserer Gene.
Gene bestimmen unser Leben weit weniger, als wir glauben und als uns nur zu gerne suggeriert wird.
Das Mathe-Gen, das Glücks-Gen, das biologisch vorbestimmte Übergewicht: alles Mythen. Wir selbst haben den größten Einfluss auf unser Leben und unsere Gesundheit.
Tatsächlich bestimmen unsere Gene nur zum Teil unsere Geschicke. Größeren Einfluss haben Erfahrungen, Gedanken, soziale Beziehungen und Umweltfaktoren. So werden unsere Gene durch unseren Lebensstil wie Ton geknetet und geformt.
Der Bestsellerautor und Biologe Jörg Blech zeigt, wie wunderbar wandelbar unsere Gene sind und wie sehr wir selbst unser Leben und unsere Erbanlagen steuern können. Seine Schlussfolgerungen, die sich aus dem neuesten Zweig der Genforschung, der Epigenetik, ergeben, sind revolutionär und werden erstaunliche Auswirkungen auf unsere persönliche wie auch gesellschaftliche Lebensweise haben.

Über den Autor

Jörg Blech, geboren 1966, studierte Biologie und Biochemie in Deutschland und England. Er hat die Hamburger Journalistenschule besucht und ist seit 1994 Medizin- und Wissenschaftsredakteur zunächst beim "Stern", dann bei der "ZEIT". Seit 1999 arbeitet er für den "Spiegel", wo er zahlreiche Titelgeschichten veröffentlicht hat.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Heiligs Blechle! 29. September 2010
Von Lena Waider TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Seit einiger Zeit ist es unter Journalisten (Jörg Blech ist Spiegelredakteur) irgendwie üblich geworden, nicht das darzustellen, was der aktuelle Stand der Wissenschaften ist, sondern ganz neue Wahrheiten zu erfinden. Wenn man schon einen solch unmittelbaren Zugang zur breiten Masse besitzt, warum sollte man ihn nicht zum eigenen Vorteil nutzen, scheint der Grundgedanke zu sein.
"Gene sind kein Schicksal" ist ein solcher Fall. Und weil der Autor eine bestimmte Botschaft verbreiten möchte, stellt er halt alles so dar, dass es zur Botschaft passt. Konkret: Er unterschätzt die Bedeutung der Gene auf geradezu sträfliche Weise.
Dabei sind viele seiner Darstellungen durchaus korrekt. Beispielsweise stimmt es, dass Arbeiterin und Königin in Bienensozialstaaten keine genetisch bedingten Rollen sind, sondern aufgrund der Nahrungszufuhr (Anteil an Gelée Royal) erworben werden. Dies ist notwendig, denn evolutionsbiologisch betrachtet sind Arbeiterinnen Altruisten (sie helfen der Königin, ihren Fortpflanzungserfolg zu erhöhen) und Königinnen Egoisten. Wie Richard Dawkins in Das egoistische Gen näher begründet, würde sich ein genetischer Altruismus schnell selbst eliminieren. Aus dem gleichen Grund kann das zölibatäre Verhalten katholischer Priester und Nonnen nicht genetisch bedingt sein. Stattdessen sind beides erworbene soziale Rollen.
Aus solchen Sachverhalten dann nun aber gleich zu schließen - wie Jörg Blech es an vielen Stellen tut -, die Gene spielten eine viel geringere Rolle als heute allgemein angenommen und im Grunde sei alles erworben, ja man könne sein Leben praktisch beliebig ändern wenn man nur wollte, ist spektakulär bis falsch.
Nehmen wir einmal als Beispiel die genetischen Dispositionen bei chronischen Zivilisationserkrankungen. Hier entdeckt die Medizin angeblich ständig neue Gene, die die Anfälligkeit für solche Krankheiten erhöhen sollen. Jörg Blech meint demgegenüber, die Gene seien jedoch kein Schicksal, und man könne den Krankheiten ggf. durch Verhaltensänderungen entkommen, ganz so wie die unterschiedliche Nahrungszufuhr aus einer Bienenlarve mal eine Arbeiterin und mal eine Königin macht. Epigenetik ist hier das Stichwort.
Andere umweltorientierte Mediziner interpretieren den gleichen Sachverhalt ganz anders. Beispielsweise vertrat der unlängst im Alter von 97 Jahren verstorbene LowCarb-Begründer Wolfgang Lutz (Leben ohne Brot) die Auffassung, viele Menschen seien - was die Ernährung angeht - noch überwiegend an die Verhältnisse der Altsteinzeit angepasst, und zwar auf genetische Weise. Viele Gene, die nun neuerdings das Risiko für bestimmte Krankheiten erhöhen sollen, hätten damals ganz andere Funktionen gehabt. Zu Problemen führten sie nie, da es die heutige kohlenhydratreiche Zivilisationskost noch nicht gab. Wenn man folglich durch simple Verhaltensänderungen - trotz Risikogenen - einer Erkrankung entkommen kann, dann liegt das - gemäß Lutz - nicht daran, dass die Gene keine Rolle spielen, sondern dass man sich nun so verhält, wie es der eigenen genetischen Ausstattung entspricht. Was unmittelbar das Zusammenwirken von Genen und Umwelt demonstriert.
Völlig absurd sind Blechs Auffassungen zur Erblichkeit von Intelligenz, die er im Grunde bestreitet. Hier ignoriert er gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse. Auch hätte der Mensch per Evolution nie ein großes Gehirn bekommen können, wenn Gehirnleistung (Intelligenz) nicht zu ganz erheblichen Anteilen erblich ist. Seine Vorstellungen zur Gleichverteilung von Intelligenzgenen in Populationen, die man gemäß seinen Aussagen jedoch noch gar nicht kennt, sind mehr als befremdlich.
Jörg Blech geht sogar so weit, dass er geniale Fähigkeiten für nicht maßgeblich angeboren, sondern für erworben hält. Deshalb spielten in Orchestern diejenigen die erste Geige, die besonders viel in ihrer Kindheit geübt hätten. Dann dürfte der sechsjährige Mozart wohl schon im Mutterleib mit dem Üben angefangen haben. Und Phänomene wie den Autisten Matt Savage, der sich im Alter von sechs Jahren praktisch über Nacht selbst das Klavierspielen beibrachte (sehr sehenswert das Video "Infected with Hemiola", bei dem er 12 Jahre alt ist), kann er ohnehin nicht erklären. Die Frage, warum manche Menschen bereit sind, jahrelang jeden Tag mehrere Stunden lang ein Instrument zu üben, scheint er sich gar nicht erst zu stellen.
Für mich ist "Gene ist kein Schicksal" kein populärwissenschaftliches, sondern ein politisches Buch.
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21 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Was bestimmen unsere Gene? Entscheiden sie über unsere Intelligenz, unsere Krankheiten, unseren Lebenserfolg?

Jörg Blech beschreibt den Zusammenhang weitgehend verständlich und mit wenig medizinischen Fachausdrücken. Er macht deutlich, dass es angeborene Eigenschaften gibt, die nicht vererbt wurden; nämlich Einflüsse aus dem Mutterleib. Umweltgifte, Alkohol oder erlebte Gewalt können bereits in dieser frühen Lebensphase Menschen schädigen.

Früher glaubten viele, dass auch psychische Eigenschaften wie Aggressivität, mathematisches Talent u.ä. durch Erbanlagen bestimmt würden. Doch die Entschlüsselung der Gene hat diese Vermutungen nicht bestätigen können, wie der Autor zeigt. Das beweist zwar nicht, dass es keine Zusammenhänge gibt, aber zumindest kann niemand aufgrund eines Gentests feststellen, ob jemand ein besonderer Musiker oder Schachspieler ist. Allerdings gibt es einige wenige Krankheiten, die genetisch wesentlich beeinflusst werden. Aber auch in diesen Fällen ist die Krankheit meist nur durch Gene begünstigt und nur selten zwangsläufig.

Wir können also durch unsere Lebensweise wesentlich beeinflussen, wie wir leben und was wir können. Das gilt auch für andere: Wieviel Menschen lernen, hängt entscheidend von den Lernbedingungen ab. Geistige Beschränktheit ist kein Schicksal, wenige Behinderungen ausgenommen.

Diese Buch und die damit verbundenen Erkenntnisse haben Konsequenzen auch für das Schulsystem, darauf geht der Autor aber nicht ein. Ein lesenswertes Buch!
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26 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das muss man wissen 22. August 2010
Von Oliver Völckers TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Jörg Blech ist Spiegel-Redakteur, Biologe und erfahrener Buchautor. In diesem Buch fasst er die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse im Bereich Genetik populärwissenschaftlich zusammen.

Das Buch ist in drei Abschnitte gegliedert, Vererbung/Epigenetik, Seele, Körper. Jeder Abschnitt enthält 4-5 Kapitel, die konkret einem Thema gewidmet sind. Die klare Struktur und die verständliche Sprache im journalistischen Stil erleichtern das Lesen erheblich. Man braucht also kein Biologiestudium und keine speziellen Vorkenntnisse, obwohl das Verständnis einiger Grundbegriffe nützlich ist.

Die zentrale Aussage des Buchs lautet, dass Gesundheit kein Schicksal ist, das uns durch die Gene vorbestimmt wäre. Die Gene sind kein Programm, das automatisch abläuft, sondern der Lebensstil entscheidet darüber, wie sie sich auswirken. Es gibt nur sehr wenige Krankheiten, die nachweislich vererbt werden. Wer nicht raucht, sich ausgewogen ernährt und regelmäßig bewegt, kann praktisch immer mit einem besseren und längeren Leben rechnen.

Intelligenz ist nicht angeboren (S. 173), Homosexualität ist nicht vorgegeben (116), es gibt kein Depressions-Gen (86), Diabetes ist für fast alle vermeidbar (225). Andererseits führt Alkohol in der Schwangerschaft zu massenhaften, schweren Schädigungen (S. 70) - ein Skandal, der mehr Aufmerksamkeit verdient. All diese Aussagen sind wissenschaftlich untermauert und mit Fußnoten belegt.

Das Buch ist bewusst zugespitzt und provokativ geschrieben, einerseits als Denkanstoß, andererseits wohl aus kommerziellen Gründen. Diese Zuspitzungen können leicht missverstanden werden, etwa wenn der Autor zu sagen scheint, dass es kein ADHS gebe (88). Doch wenn man genau hinschaut, hat er dies nicht behauptet, sondern nur, dass es keine angeborenen Gehirnveränderungen gibt, die sich als ADHS-Krankheit charakterisieren ließen. Dass es die Symptome gibt, ist unbestritten.

Jörg Blech behauptet gar "Unsere Gene sind wandelbar" (256) und "Die Gene sind nicht fixiert, sondern flexibel" (260). In dieser Vereinfachung stimmt das nicht, wie der Autor im letzten Kapitel selbst einräumt: Erworbene Eigenschaften werden nicht vererbt, in dieser Hinsicht hat immer noch Darwin recht und Lamarck lag und liegt falsch. Der Autor meint vielmehr, dass die Auswirkungen der Gene, nicht die Gene selbst, flexibel sind; und das begründet er überzeugend.

Insgesamt ist dies ein spannendes und lehrreiches Buch auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand, das mit dem Gen-Fatalismus aufräumt. Wer auf diesem Gebiet mitreden will, muss das Buch lesen.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Ideologische Rückzugsgefechte
Blech versucht in diesem wenig überzeugenden Buch vergeblich zu retten, was zu retten ist.

Nachdem seit Jahrzehnten eine Fülle an wissenschaftlichen Beweisen... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Tagen von Wood Chuck veröffentlicht
Lohnenswerte Lektüre
Dies ist ein leicht lesbares und gut recherchiertes, populärwissenschaftliches Buch von einem renommierten Journalisten und Spiegel-Autor. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Maria P veröffentlicht
Gene sind kein Schicksal
Endlich sind nicht mehr die Gene an allem Schuld, dieser totale Unsinn wird in diesem Buch widerlegt. Doch jetzt ist die Umwelt schuld. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Olaf Korpiun veröffentlicht
Aktuell und verständlich
Der Autor erklärt spannend und lebendig, welche Einflüsse unsere Gene haben und welche nicht. Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Oliver Von veröffentlicht
Alte Dogmen über Bord geworfen
+ spannend geschrieben
+ verständlich, abgesehen von wenigen Fachbegriffen
+ aktuelle Forschungsergebnisse, alles im Anhang belegt

Um... Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Bertrand Völckers veröffentlicht
Wer übernimmt die Verantworting?
Was mich sehr stört, ist diese - typische - populärwissenschaftliche Art, Genetik und Epigenetik gegenüber zu stellen - das ist aber Unfug. Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Ratschamkappes veröffentlicht
Ein wichtiges Buch und ein notwendiger Zwischenruf
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Vor 21 Monaten von Winfried Stanzick veröffentlicht
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Die Irrlehre
Das Buch ist einfach schlampig gemacht. Auf der einen Seite hackt der Autor auf dem wissenschaftlichen Betrieb und den Wissenschaftlern herum, auf der anderen zitiert er wieder... Lesen Sie weiter...
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