Niemand glaubt mir, dass dieses Album bereits 1978 produziert wurde. Es ist außergewöhnlich progressiv, insbesondere wenn man bedenkt, dass der Hauptteil in einer Scheune in England aufgenommen wurde. Was ebenfalls erstaunt, ist die Liste der Musiker und Gastmusiker - Allen Schwartzberg an den Drums (vorher auf Peter Gabriels genialischem ersten Soloalbum), Bob Seger bei zwei Songs, Donna Summer, und Cher als hysterische Anruferin. Nun, Gene ist ein Charismatiker. Die Musik ist vielseitig und interessant. Die Eröffnungssequenz ist grandios, monsterhaftes und irres Lachen mischen sich, gehen in wilde Streicher und einen "Hosanna"-Chor über, der schließlich in das Intro-Riff von "Radioactive" führt. Dies ist einer der beeindruckendsten atmosphärischen Momente, die ich je auf einer Rockplatte gehört habe. Gut zum Mittanzen ist "Burning up with Fever" (man höre auf die Akustik-Gitarren Sequenz kurz bevor`s richtig losgeht). "See You Tonite" ist nur einer von diversen sehr Beatles-inspirierten Songs. Mein Favorit: "Man of 1000 Faces". Beschlossen wird das Album von dem alten Klassiker "When You Wish Upon a Star", den Gene ganz ohne falsches Pathos oder unfreiwilligen Humor rüberbringt. Für mich das interessanteste an diesem Album sind die vielseitigen, sehr gelungenen Arrangements. Mir gefallen die Alben seiner Bandkollegen Paul Stanley und Ace Frehley besser, aber Gene hat etwas sehr eigenes geschaffen und einen deutlichen und musikalisch interessanten Kontrapunkt zu seinem Image als fliegende blutspuckende, langzüngelnde Horror-Eidechsenfledermaus gesetzt. Alexander Meneikis