Manche Sachen haben sich einfach überlebt. So verläuft Geschichte eben - im Großen wie im Kleinen. Willkürlich gewählte "Gender"-thematiken gehören dazu.
Manchmal kann auch der Blick in die Nische helfen, das Große besser zu verstehen, werden doch komplexe und chaotische Beziehungen (Prinzip Selbstähnlichkeit) im kleinen Maßstab besser sichtbar. So zB wunderbar bei "What the Doormouse Said" über Hippes an der US Westküste als Nährboden für die Computerindustrie.
Leider ist "Gendertronics" aber ein Werk der Kategorie "Bei Auslieferung bereits veraltet" (vor allem die Themenstellung - einige der Beiträge sind natürlich sehr wertvoll). Nicht alle denkbaren thematischen Kombinationen mit Schlagwortcharakter führen zu tollen Erkenntnissen: Musik und CO2 Ausstoss, Musik und Integration, Musik und Waldsterben, Musik und whatever macht klar: "Musik und Waldsterben" hätte in den frühen 80er Abverkäufe garantiert, relevante Einsichten beim Leser wären aber ausgeblieben.
Also: FeninistInnenbrille absetzen und ein paar alte Jahrgänge der UK Zeitschrift "Wire" ersteigern - spassiger, informativer und - je nach Thema - Fokus auf das Relevante: Frauen, die natürlich herausragende elektronische Musik machen und in technologischer Hinsicht Männern in nichts nachstehen - warum sollten sie auch???