Kurzbeschreibung
Die Geschlechterdifferenz organisiert in Filmen nicht nur den Plot, sondern dessen gesamtes Repräsentationssystem. Gibt es doch nahezu keine Erzählmodelle - auch keine filmischen -, die nicht durch das Geschlecht der Protagonisten mitbestimmt sind. Wenn etwa im konventionellen Western der - stets ganz besonders ämännlich konnotierte - Held in die Weite der Prärie reitet, ersetzt eben diese Prärie den Frauenkörper. Wie andere Filmgenres auch zitiert das narrative Modell des Western die Geschlechterdifferenz und schreibt sie fort. Diese Fortschreibungen sind gekennzeichnet durch Verwerfungen und Überkreuzungen, die die Geschlechter-Oppositionen immer wieder in Szene setzen und verhandeln, sie wiedereinspielen und infiltrieren: auch mittels Kamereinstellungen, Montageverfahren, Ton, Kostümen oder Requisiten. Den vorgelegten Analysen geht es um eine kulturwissenschaftlich produktive Lektüre von Hollywoodfilmen - Mainstream-Produktionen der Jahrhun-dertwende von Minghellas English Patient bis zu Amenßbars The Others. In den Blick genommen werden filmische äBaustellen kultureller genderspezifizierter Sinnproduktion. Filme kartographieren Repräsentationsfelder und deren Gender-Topiken: sie entwerfen Gender-Topographien. Claudia Liebrandgeboren 1962, ist Professorin für Allgemeine Literaturwissenschaft/Medientheorie und Teilprojektleiterin am Kulturwissenschaftlichen Forschungskolleg äMedien und kulturelle Kommunikation der Universität zu Köln. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen auf den Gebieten Gender Studies, Literatur des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne, Mainstream-Film.
Über den Autor
Claudia Liebrand, geboren 1962, ist Professorin für Allgemeine LiteraturwissenschaftMedientheorie und Teilprojektleiterin am Kulturwissenschaftlichen Forschungskolleg "Medien und kulturelle Kommunikation" der Universität zu Köln. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die Gender Studies, die Literatur des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne sowie der Mainstream-Film.