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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Lesenswert!,
Von Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Gemeinsames Geld ist gemeinsames Schicksal (Gebundene Ausgabe)
Mit Dieter Spethmann äussert ein führender Industrieller, der über mehrere Jahre an der Spitze des Thyssen-Konzerns stand, seine Meinung zu den Folgen der Euro-Einführung. Für ihn ist die reale Konvergenz der beteiligten Volkswirtschaften eine notwendige Voraussetzung für eine gemeinsame Währung. Spethmann hatte sich schon in den 70er Jahren für einen engeren Währungsverbund in Europa eingesetzt, doch der Euro in seiner jetzigen Form ist für ihn ein Instrument der Politiker, das den wirtschaftlichen Gegebenheiten widerspricht. Aus seiner eigenen Geschichte liefert der heute 77-Jährige Beispiele dafür, welche Bedeutung die Währung für das persönliche Schicksal eines jeden Bürgers hat. Das Buch wird vor allem dadurch interessant, dass es sich bei dem Autor nicht um einen grundsätzlichen Euro-Gegner handelt: Spethmann sieht die Vorgänge um die Einführung der gemeinsamen Währung differenziert, er bemängelt vor allem den Vorrang politischer Entscheidungen vor wirtschaftlichen Überlegungen. Wir empfehlen das Werk jedem, der sich über die Zukunft des Euro Gedanken macht.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verkauft sich Deutschland unter Wert?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Gemeinsames Geld ist gemeinsames Schicksal (Broschiert)
Verkauft sich Deutschland unter Wert?Diese These steht zumindest, wenn man ihr im politischen Sinne nicht von vorneherein zustimmen will, immer wieder seit Ende des zweiten Weltkrieges in der Gefahr, sich zu bewahrheiten. Im Vorwort des Buches sieht Professor Wilhelm Hankel die Ursachen für diese Gefahr (und das ist offenkundig) in der jüngeren Geschichte Deutschlands, dass nach zwei Weltkriegen und der offenkundigen Schuld zum einen an diesen Kriegen und zum zweiten in diesen Kriegen den Zugang und den Stolz auf die eigenen, geschichtlichen und kulturellen Leistungen verloren hat und somit bei vielfachen Verhandlungen und politischen Anfragen in Gefahr steht, aus einer unteren Position heraus zu agieren. Dieter Spethmann, ehemaliger Thyssen Vorstand, hat diese Gefahr konkret im Blick auf die Schaffung der gemeinsamen Währung bereits im Jahre 2003 gesehen und postuliert. Die Kardinalsünde des Verzichtes einer Konvergenz unter den beteiligten Volkswirtschaften und den fehlenden Mut zu einer Bundesstaatlichkeit der Euro Zone nahm er damals zum Anlass, seine Befürchtungen im Rahmen von fünf Essays niederzulegen. Aus heutiger Sicht lesen sich viele seiner Gedanken wie eine kluge Voraussage, in Teilen fast wie eine Prophezeiung. Grund genug also, dass Buch gerade in der Zeit der ersten ernsthaften Krise des Euro und des gesamten europäischen Wirtschaftsraumes neu aufzulegen. Trotz der primär wirtschaftlichen Herangehensweise an das Thema, das den Laien hier und in der Begrifflichkeit und der Komplexität der Zusammenhänge überfordern mag, gelingt es Spethmann durch die Verknüpfung mit persönlich Erlebtem und den stetigen Verweis auf die praktischen Folgen der Geschehnisse und Entscheidungen, die Gefahren der gemeinsamen Währung, aber auch mögliche, konstruktive Wege stringent vor Augen zu führen. Und er hat ja Recht behalten, diese Erkenntnis fließt in die Lektüre immer mit ein. Rein politisches Denken, auch noch gespeist aus einem Grundgefühl ständiger Wiedergutmachung, die Ignoranz wirtschaftlichen Notwendigkeiten und Interventionen gegenüber sind bis dato die Wurzeln, die den gemeinsamen Währungsraum so angreifbar machen. Das hier ein jahrhundertealtes volkswirtschaftliches, aber auch kulturelles Erbe und eine volkswirtschaftliche Stärke Deutschlands, wenn schon nicht "verschleudert", dann oft unter Wert preisgegeben werden, dass ist und bleibt eine zutreffende Beobachtung. So konstatiert Spethmann ohne jede Polemik, dass die mit Mängeln versehene und mit zumindest einem blinden Auge ausgestattete politische Führung bereits seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts den Bürger vielerlei Möglichkeiten eher beraubt, denn ihn darin fördert, mit guter Arbeit ein einigermaßen wirtschaftliche gutes Leben führen zu können. Dreh und Angelpunkt seiner Betrachtungen ist und bleibt aber die Währung, respektive deren Wertmehrung oder Wertminderung. Im Vergleich mit dem Schweizer Franken gelingt es Spethmann, klar aufzuzeigen, dass eine stabile Währung über lange Frist hin durchaus im Rahmen des Möglichen liegt, wenn man die demoskopischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen primär mit bedenkt und nicht rein politisches Wunschdenken die Oberhand gewinnt. Schon 2003 beschreibt Spethmann zudem präzise das Problem Griechenland. Natürlich bleibt Spethmann nicht bei der Anklage stehen. 2003 wie heute gilt sein konstruktiver Ansatz der politischen Notwendigkeit eines horizontalen Finanzausgleichs und der damit einhergehenden Konsequenz, auch Volkswirtschaften aus dem Verbund wieder auszuschließen, wo dieser nicht sinnvoll und nur unter Bedrohung gesunder Wirtschaften getätigt werden könnte. Ein Schritt, zu dem auch heute noch der politische Mut fehlt, der aber, nicht nur in Spethmanns Augen, die einzig vernünftige Lösung darstellen würde. Wie lange aber kann das noch gut gehen, dass eine auf Zeit gewählte Regierung das jahrzehntelang bewährte Medium des werthaltigen Sparens in seinen Grundfesten aushöhlt? Trotz seiner durchaus differenzierten Haltung zum Euro folgert Spethmann, dass dieses Konstrukt auf Dauer nicht halten wird ohne bundesstaatliche politische Vereinigung Europas, der er allerdings keine großen Aussichten attestiert. Und da viele seiner anderen Thesen sich bereits bewahrheitet haben, wäre es nicht gut, auf diese Analyse zu hören? Drei anschießende, kleinere Essays wenden sich vordergründig unternehmerischen Themen zu, lassen aber hintergründig immer wieder mitschwingen, dass die politischen Entscheidungen spätestens seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts zu wenig die wirtschaftlichen Grundfesten und Notwendigkeiten im Großen bedenken. Ein kluges Buch mit einer scharfen Analyse, die bereits durch die Wirklichkeit der letzten 8 Jahre bestätigt wurde. Immer noch und gerade wieder ein ernstzunehmender Beitrag aus der Wirtschaft, der politisch dringend zu bedenken wäre. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Ausblick, aktueller denn je!,
Rezension bezieht sich auf: Gemeinsames Geld ist gemeinsames Schicksal (Broschiert)
'Gemeinsames Geld ist gemeinsames Schicksal' wurde 2003 erstmals veröffentlicht und ist 2010 in zweiter Auflage, aufgrund der andauernden Brisanz des Themas, noch einmal erschienen.Neu steht der 2. Auflage das Vorwort von Prof. Wilhelm Hankel voran, der dem Leser Interessantes über die Person Dieter Spethmann, den Werdegang und die Verdienste des Autors erläutert, u.a., dass Thyssen unter Spethmann zur Weltspitze aufstieg, dass der Autor gegen den Lissabon-Vertrag klagte und gegen die Subventionierung des Euro. Auch der Autor selbst hat dem Buch ein neues Vorwort vorangestellt, in dem er auf 2003 (1. Auflage) zurückblickt und die Inhalte seines Buches neu auf 2010 (2., aktuelle Auflage) bezieht, z.B. auf die Auswirkungen des Euro für Griechenland und generell auf den Verlust der Seriosität des Eurosystems. Zum Aufbau des Buches: Auf die Vorworte folgen die Kapitel 'Gemeinsames Geld ist gemeinsames Schicksal' (Hauptteil: Währungen, die D-Mark, Westdeutschland/DDR/Währungen weltweit, Schulden/Guthaben, Fall Argentinien, Zum Euro, Europ. System der Zentralbanken und Stabilitätspakt, der Fall Griechenland, Finanzausgleich, zur EU-Osterweiterung, Erosion Rheinischer Kapitalismus, Probleme, Epilog) 'Internationale Liquidität aus deutscher Sicht' (Studie 1969 inkl. einiger Tabellen), 'Ich weiß zu viel' (mehr über den großen Bankier Hermann Josef Abs), 'Über die Bedingungen unternehmerischen Erfolgs' (Studie 2001) und 'Eigentum und Management im Unternehmen'. Spethmann blickt in 'Gemeinsames Geld ist gemeinsames Schicksal' 2003 recht pessimistisch in die Euro-Zukunft Deutschlands. Als Fehler bezeichnet Spethmann die 1:1-Einführung der D-Mark in der DDR 1990, die 1:1-Dollarisierung Argentiniens sowie auch die ab 2004 geschehene Heranführung von zehn östlichen Nachbarwährungen an den Euro. Für die Zukunft (nach 2003) prognostiziert er eine verstärkte Abwanderung qualifizierter Fachkräfte und Unternehmen ins Ausland, eine größer werdende Einflussnahme auf die Bürger Europas durch die zentralen EU-Organe, und er hält fest, dass es dem deutschen Staat (wie seit den 1960er Jahren schon) nicht gelingen wird, seinen Bürgern einen Staat zu bieten, in dem sie glücklich leben können und mit Fleiß viel erreichen können. Alles in allem legt Spethmann mit 'Gemeinsames Geld ist gemeinsames Schicksal' ein erhellendes Buch vor, das einen nachdenklich stimmt und politisch-wirtschaftliche Zusammenhänge besser begreifen lässt. Und ja, wirklich, wie der Klappentext verspricht, hat das erstmals im Jahr 2003 erschienene Buch meiner Meinung nach nichts an Aktualität und Wichtigkeit der Thesen eingebüßt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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