Ana Menendez beschreibt als Ich-Erzählerin eine Exilkubanerin, die von Ihrer Mutter in jungen Jahren verlassen wurde. Ihre Mutter, eine bekannte Malerin aus gutem Hause und gut verheiratet, blieb in Kuba, doch es verliert sich die Spur. Als Erwachsene versucht sie, die Spuren Ihrer Mutter und somit auch ihrer eigenen Identität durch Reisen nach Kuba nachzuvollziehen, doch vergebens. Es gelingt ihr nicht, ihre Mutter wiederzufinden. Bis sie eines Tages ein anonymes Paket mit Aufzeichnungen Ihrer Mutter erhält, an sie gerichtet. Durch die Lektüre findet Sie heraus, dass Sie das Kind der Liebe Ihrer - verheirateten - Mutter zu Che Guevara ist, den diese nach der Revolution kennenlernt. Noch einmal tritt die Erzählerin die Reise nach Kuba an, findet Leute, die ihre Mutter kannten, jedoch keinerlei Bestätigung für Che's Vaterschaft. Das Buch mag ein Sinnbild sein für das Selbstverständnis der (Exil)Kubaner. Halb Establishment, in ihrer Sehnsucht vielleicht doch Kinder einer Revolution. Eine Metapher, die nachdenklich macht. Leicht und gut geschrieben, intelligent und mit karibischer Verve, ein angenehmes Buch.