Diese Geschichte greift eine verbürgte Episode aus Jane Austens Leben heraus, und macht ein tragisch-schönes Liebesdrama daraus. Als Jane Austen dem faszinierenden aber armen Lebemann Tom Lefroy begegnet, verliebt sie sich in ihn. Da beide aber mittellos sind, scheint diese Liebe zum Scheitern verurteilt. Inspiriert durch dieses Erlebnis schreibt Jane ihren beliebten Roman "Pride and Prejudice".
Eigentlich ist eine ausgezeichnete Idee, die Entstehungsgeschichte von P&P und Jane Austens große Liebe filmisch zu verquicken und daraus sozusagen einen biografisch angehauchten Aufguss des Romans zu machen. Auch mit den darstellerischen Fähigkeiten der schönen Anne Hathaway könnte man sehr zufrieden sein ebenso wie mit dem schnuckelig süßen James McAvoy als Tom Lefroy (Mr. Tumnus der Faun aus Chroniken von Narnia). Kostüme, Kulissen, Kameraführung, Landschaft, all das ist eigentlich atemberaubend, authentisch, wunderbar und die traurig-schöne Geschichte ist es erst recht und nötigt selbst dem hartgesottensten Gemüt am Ende noch zwei, drei Tränen ab.
Also muss man als Rezensent fairerweise zugeben, dass dies ein herrlicher, farbenfroher und sehr bewegender Liebesfilm aus der Regency-Zeit ist, den man als Austenianer natürlich unbedingt gesehen haben muss.
Dennoch war ich am Ende nicht richtig zufrieden mit dem Film, und das liegt daran, dass ich all das, vor gar nicht langer Zeit schon einmal gesehen habe mit einer dürren Keira Knightley als Elizabeth Bennet und einem süßen Matthew McFaddyen als Mister Darcy. All das hat man beinahe eins zu eins kopiert, die chaotische Familie, die eher frugalen Kostüme, die Gebäude, die alle eine Patina von Verwitterung haben, die Musik, die herrliche Landschaft, ja sogar das ländliche Flair mit Schweinestall und Hühnern ist brav übernommen worden, frei nach dem Motto: "Das hat den Leuten schon mal gut gefallen".
Dabei geht es mir gar nicht um die Frage ob nun eine Elizabeth Bennet oder wahlweise eine Jane Austen wirklich Schweine gefüttert hat, sondern darum, dass hier reichlich einfallslos (wenn auch unbestritten romantisch und bildgewaltig) auf einem Trend herumgeritten wurde und man im Grunde nur (übertrieben ausgedrückt) die Darsteller und das Ende ausgetauscht hat.
Fazit:
Ein wirklich schöner und sehenswerter Film, der mir persönlich sogar besser gefällt als die 2005er Stolz und Vorurteil Verfilmung, dennoch finde ich es extrem bedauerlich, dass man nicht mehr Kreativität aufgebracht, und diese Geschichte aus Austens Leben zu einer netten aber einfallslosen Kopie hat werden lassen. Dafür ziehe ich (schweren Herzens) einen verärgerten Stern ab.
DVD:
Bild:: 2,35:1 (16:9 anamorph)
Ton: Deutsch DTS, DD 5.1, Englisch DD 5.1
Ländercode2
Laufzeit: ca 116 Minuten, ca. 36 Minuten Bonus,
Special Features: Deutscher und US-Trailer, Deleted Scenes, Interview mit Anne Hathaway, Interview mit Regisseur Julian Jarrold, Informationen zu Cast und Crew, Fotogalerie, Programmtipps