Kurzbeschreibung
»In den Gedichten von Axel Sanjosé arbeitet ein zwischen Ding und Wort vermittelndes Bewusstsein, das Sprachbewegungen immer auch poetologisch begleitet. Wahrnehmungen werden vielsprachig und formbildnerisch ausdifferenziert; Reminiszenzen an biographische, landschaftliche und poetische Topographien leuchten auf. Eine zuweilen fast schon erzählende Dichtung entfaltet sich, die dem eigenen Rückgriff auf Tradition ebenso standhält wie sie sich den Ausbruch in offenere Schreibverfahren nicht versagt. Und immer ist da eine von allen Schlacken befreite, präzis artikulierte Bildlichkeit. Verdeckt halten diese Gedichte ihre Karten offen.« (Michael Lentz)
Über den Autor
Auszug aus Gelegentlich Krähen : Gedichte von Axel Sanjosé. Copyright © 0. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
taucht nun den Rand in feuchten Dämmer,
die Zeit wird dichter, zäh und leicht
wie Träume.
Im Gras glänzt nackter jetzt ein Leib,
und süßlich legt sich Stille aufs Gemüt.
Das Licht surrt leiser, summt,
bebt lautlos in den Ohren.
Sag nicht: Hier sind Magnolien.
Sieh, die Farben kehrn zurück,
das Rauschen. Espen. Die Krähen
karren die ersten Fuhren Herbst heran,
die Leere ist noch warm.