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Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 01.10.2001
Der Rezensent Gottfried Oy vermisst in diesem Buch, das unterschiedlichste alternative Lebensformen seit der Aufklärung vorstellt, ein wenig den aktuellen Bezug. Dennoch findet er es positiv, dass in einer Zeit, in der gegen Arbeitsverweigerer gehetzt würde ein solches Buch publiziert würde. In diesem Buch werden Landkommunen, Genossenschaften; Kibbuzim oder Klostergemeinschaften vorgestellt, wenn auch die Qualität der Beiträge etwas schwanke. So seien insbesondere die Beiträge zu utopischen Aspekten der Gartenarchitektur interessant zu lesen, während die Aufsätze zu den Projekten der 68er Generation eher etwas abgehakt werden. Ein Buch, das den Rahmen der Kulturwissenschaft nicht verlässt, aber doch gleichzeitig politische Fragen aufwirft, wie Oy abschließend feststellt.
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Kurzbeschreibung
Das ist nur ein Beispiel für viele ähnliche Experimente in der Geschichte, gegen Normen und Zwänge auf friedliche Weise zu revoltieren, eine autonome Gegengesellschaft einzurichten, in der das Glück eben nicht allein Hoffnung und unerreichbar bleibt, sondern tatsächlich gelebt werden kann.
Über Utopien wird kaum noch gesprochen, doch die Aktualität solcher Versuche der Selbstbestimmung und des friedlichen Miteinanders, einer "praktischen Utopie", die zu einer humaneren Lebenswelt beitragen könnte, ist unbestreitbar angesichts zunehmender Umweltprobleme, angesichts der Dominanz der Industriestaaten gegenüber den Entwicklungsländern und der Kriegs- und Gewaltbereitschaft in vielen Teilen der Welt.
Der vorliegende Band, der in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk entstand, stellt die wichtigsten Utopie-Projekte vor, in denen ideale Formen des Arbeitens und Zusammenlebens realisiert und erprobt wurden, erfolgreich oder scheiternd: von den entferntesten Regionen im brasilianischen Dschungel bis zu den europäischen Stadtkommunen, von den mittelalterlichen Klosterutopien, dem Münsteraner Täuferreich, den Hutterern und Amischen, den Siedlungsprojekten der Fourieristen über die Kibbuzim oder die Münchener Räterepublik bis zu Lebensreform- und Landkommunen (Eden, Monte Verit ) und zur Hippiebewegung der sechziger und siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts.
Über den Autor
Hans Sarkowicz, Studium der Germanistik und Geschichte in Frankfurt, seit 1979 beim Hessischen Rundfunk, leitet das hr2-Ressort Kultur, Bildung und künstlerisches Wort, Buchveröffentlichungen zu politischen, literaturgeschichtlichen und kulturhistorischen Themen, Biografien (zus. mit anderen Autoren) über Erich Kästner, Heinz Rühmann, Philipp von Boeselager und die Familie Büchner, Mitherausgeber der Werke Erich Kästners, Herausgeber der Tondokumente zur Geschichte des deutschen Buchhandels, im Insel Verlag u. a. Als der Krieg zu Ende war. Erinnerungen an den 8. Mai 1945 (Hg.) und Hitlers Künstler. Die Kultur im Dienst des Nationalsozialismus (Hg.).