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Produktinformation
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Die in den USA so verbreitete Neigung zum Pathos ist Hillary leider auch nicht fremd. Andererseits hat diese Frau unbestreitbar Humor, wenn sie etwa schreibt, sie habe von ihrem Vater ein Lachen geerbt, "das Leute im Restaurant zusammenzucken lässt und Katzen aus dem Zimmer jagt." Nicht zuletzt wegen des ausführlichen Fototeils hat der Leser durchaus das Gefühl, neue Fassetten dieser Figur der Zeitgeschichte kennen zu lernen. Und der Blick hinter die Kulissen des Weißen Hauses ist spannend. Auch wenn bisweilen arg viele Namen und innenpolitische Details präsentiert werden, die am deutschen Leser doch etwas vorbeirauschen.
Natürlich begegnet uns in Gelebte Geschichte auch die Privatperson Hillary: die Teenagerin, die Studentin mit ersten politischen Interessen, die liebende Mutter, die betrogene Ehefrau, die nach der Lewinsky-Affäre längere Zeit von Trennungsgedanken erfüllt war. Erstaunlich offen schreibt sie über privateste Gefühle. Aber die an Klatsch interessierten Leser kommen weniger auf ihre Kosten als solche, die mehr über die Politikerin erfahren wollen. Die Senatorin von New York vertritt klare Standpunkte und rechnet scharf ab mit den Konservativen, die den Clintons so viele Skandale anhängen wollten, um deren liberale Politik zu verhindern. Der biografische Blick zurück ist also gleichzeitig ein Blick nach vorne: Diese Frau hat noch etwas vor, das spürt man. Nach vielen Jahren in der zweiten Reihe hat sie Lust auf mehr bekommen. Spätestens 2008 -- sagen die Insider -- werde sie versuchen, die erste Präsidentin der USA zu werden. Es wäre dem Land zu wünschen. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Das Buch ist oder wirkt manchmal künstlich optimiert, doch es ist ein interessantes, durchdachtes und in Stil, Struktur und Inhalt perfektioniertes Kunstwerk. Hier waren Marketing-Profis am Werk, das Buch ist mit Sicherheit von Heerscharen an Lektoren geprüft worden - aber sie haben es wirklich schön gemacht! :-) Und ich sehe trotz allem oder gerade durch die Lektüre in ihr eine starke, emanzipierte und einzigartige Frau, die mehr soziale Verantwortung in sich trägt als die meisten Politiker dieser Welt. Die Clinton-Ära war eine der friedlichsten und wirtschaftlich erfolgreichsten Zeiten Amerikas - und hinter einem starken Mann steht wie so oft eine mindestens ebenso starke Frau. Hillarys lebenslanger Einsatz für das Gemeinwohl und insbesondere für die Frauenrechte ist unbestreitbar, wie u.a. ihre umstrittene Rede in China zeigt. Gefallen hat mir ihre zentrale Aussage "Freiheit, Frieden und Menschenrechte sind keine Selbstverständlichkeiten, sondern Werte, um die man kämpfen muss".
Mit Sicherheit soll dieses Buch auch ein Wegbereiter sein, mit dem sie aus dem Schatten von Bill heraustritt, doch es ist auch eine Verpflichtung. Sie kann und wird an ihren Aussagen gemessen werden. Ich jedenfalls hoffe, dass Hillary keine "Gelebte" sondern als "Living History" eher eine "Lebende Geschichte" bleibt und zur Präsidentschaftswahl kandidiert - sie wäre ein würdiger erster weiblicher Präsident Amerikas.
Die Frau, die zu Lewinsky-Zeiten so tapfer die Fassade gewahrt hat, gibt Einblick in ihren Part der Affäre und das im richtigen Maße - erklärend, aber nicht zu voyeuristisch. Auf keiner Seite wird es für den Leser peinlich privat, aber das hat ja auch niemand wirklich erwartet. Denn schließlich hat die Juristin Stil und strebt darüber hinaus auch zukünftig hohe politische Ämter an. Es darf als durchaus schlauer Schachzug angesehen werden, eine solche Autobiografie gerade jetzt auf den Markt zu bringen. Nächstes Jahr (2004) wählt Amerika und man hört es munkeln, dass sich Hillary Clinton aufstellen lassen will. Eine weitere Chance gäbe es 2008, denn in Amerika darf jeder Präsident bekanntlich nur zwei Legislaturperioden ans Steuer.
Der Bildteil mit zahlreichen Fotos aus dem Privatarchiv der Clintons gibt ebenfalls einen interessanten Eindruck der Familie abseits der Paparazzi- und der offiziellen Bilder.
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