In diesem Büchlein zur aktuellen Finanzkrise geht es laut dessen Untertitel darum, wie man "vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld" kommt.
Die einzelnen Kapitel beschäftigen sich u. a. mit folgenden Themen:
- Wesen und Geschichte des Geldes
- Kaufkraft, Inflation, Deflation
- Zinsen und Zeitpräferenz
- Krisen
Das staatliche Geldmonopol dient der Finanzierung des Staates und wird von dessen Nutznießern (Wirtschaftswissenschaftlern, Banken, Großunternehmen und Gewerkschaften) unterstützt. Um u. a. dem Staat zu günstigen Kreditkonditionen zu verhelfen, wird durch eine Politik des leichten Geldes der Zinssatz gesenkt. Das führt notwendiger Weise zu Inflation und (wegen fehlender Übereinstimmung mit den Wünschen der Sparer und Investoren) zu konjunkturellen Krisen. Diese Krisen werden dann durch noch mehr Staatseingriffe in die Wirtschaft "gelöst". Am Ende winken Staatsbankrott, Hyperinflation und Währungsreform. Wenn der Staat schließlich die Wirtschaft kontrolliert, haben wir eine komplette Planwirtschaft und die Freiheiten der Bürger verschwinden.
Wie man aus der Geschichte lernen kann, ist das Geld ursprünglich auf dem freien Markt entstanden. Banknoten entstanden als Quittungen für hinterlegtes Gold. Wenn eine Bank mehr Quittungen ausstellte, als Gold in ihren Tresoren lag, musste sie mit dem Bankrott rechnen. Heute können Banken Dank der Mindestreservevorschriften ein Mehrfachen der Einlagen verleihen, wodurch das System instabil wird.
Wenn man den Weg in den Sozialismus aufhalten will, muss man das Geld wieder privatisieren. Dazu werden mehrere Vorschläge unterbreitet, welche sämtlich auf der so genannten "österreichischen Schule" der Volkswirtschaftslehre beruhen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass die Zentralbanken und die Teilreservehaltung abgeschafft werden müssen. Man geht davon aus, dass die Vorschläge auf einen Goldstandard hinauslaufen.
Mir hat das Buch gut gefallen. Es ist sehr aktuell (Mai 2010) und geht auch auf die Probleme des Euro ein. Die gewährten Hilfen für Griechenland scheinen demnach gegen die Vorschriften der EU und des Internationalen Währungsfonds zu verstoßen. Zur besseren Argumentation enthält das Buch viele Diagramme (z. B. zu Inflation, Aktien, Goldkurs) und einige Fallstudien (u. a. zur Verschuldung in EU und USA). Im Vergleich zu Hochreiter: "Krankes Geld, kranke Welt" findet man hier weniger Theorie (diese wird dort auch grafisch dargestellt, was in "Geldreform" leider fehlt). Da es um die Geldpolitik geht, erfährt man nichts zu Regulierung, Ratingagenturen und Freddie / Fannie usw.