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Produktinformation
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Parsifal hätte nie gedacht, dass seine Zeit irgendwann enden würde. Er starb früh und naiv. Auch Hiob mochte von seinem Glauben nicht abfallen. Ähnlich Joachim Lottmanns Erzähler, ein leidlich erfolgreicher Bohémien aus Berlin, der seinen eigenen Abstieg höchst interessiert und mit sonnigem Gemüt verfolgt - bis ihn nur noch ein Wunder retten kann. Ohne darüber je nachzudenken, war für mich die erste und letzte aller Wahrheiten, dass feine Menschen über Geld weder redeten noch groß nachdachten, behauptet der Held zu Anfang. Nach einer Trennungssache lebt er mit einer zeitgemäß prolligen Bitch-Schlampe zusammen und arbeitet - wie alle in der digitalen Bohème - umsonst für irgendeine Online-Zeitung. Hochstapeln, Zeche prellen, satt essen an kalten Buffets, das sind so seine gängigen und äußerst amüsant erzählten Überlebenstechniken. Totale Verarmung, Ausgeschlossensein, ja selbst soziale Ächtung nimmt er sportlich und mit Galgenhumor. Es muss sich doch um eine Durststrecke handeln, die irgendwann wieder zu Ende geht - denkt selbst der Leser viel zu lange. Doch alle Hoffnungen erweisen sich als Luftbuchungen. Barbarischer Hunger und immer härtere Demütigungen plagen ihn, der lebenslang trainierte Optimismus bleibt ihm allmählich im Halse stecken - wie dem Leser das Lachen. Wie einst Hiob seinen Glauben, verliert der Held seine sonnige Weltsicht aus den Jahren des boomenden Turbokapitalismus. Gerade in dem Moment, da er aufgibt, crasht die Finanzwelt und läuft die Geschichte auf seltsame Weise rückwärts: Wie durch ein Wunder kehrt bei ihm das Geld zurück - und damit die Anerkennung, das Essen, sogar seine Ex-Frau. Während die Weltwirtschaftskrise alle ins Elend reißt, fährt er wie ein Geisterfahrer Richtung Glück - und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Joachim Lottmanns tragikomisches Stationendrama aus der Neuen Armut zeichnet das Psychogramm der Krise - und ist das Buch zum Rezessionsjahr!
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Pablo Picasso, Barack Obama, Joachim Lottmann,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Geldkomplex (Broschiert)
Wer Lottmann kennt: Dies ist sein bestes Buch. Bei Teil 1 ("Hunger") hatte der liebe Gott seine Hand im Spiel. 160 Seiten Schreibrausch, der noch die Soziologen des 22. Jahrhunderts vor Ehrfurcht auf die Knie fallen lassen wird. So manisch-massiv, galant-galgenhumorig, derangiert-direkt, souverän-abdriftend, verwirrend-zielgenau kann keiner unsere seltsame Gegenwartswelt (Generation Praktikum, Germany's Next Top Model, Internetsex, Fußball in Zeiten des Public Viewings, Oliver Geissen, neue Armut etc.) auf den Punkt bringen. Die restlichen Seiten verhalten sich zu Teil 1 wie die Bonusbeats einer Maxisingle zum eigentlichen Song. Aber ist es nicht so, dass wir jauchzenden Herzens ein lebenslanges ZEIT-Abo geben die abseitigsten Lottmann'schen Dampfplaudereien tauschen würden?Wer Lottmann nicht kennt: Dieses Buch kaufen! Sofort! In rauen Mengen! Und dann verschenken! An Freunde, Bekannte, Verwandte, Dahergelaufene! Einfacher kann man seine Mitmenschen nicht glücklich machen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2.0 von 5 Sternen
Uferloses Schwadronieren,
Von Lothar Müller-Güldemeister "Reißwolf" (Berlin Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Geldkomplex (Broschiert)
Eine Handlung sucht man in diesem 380-Seiten-Werk vergeblich, es ist nichts als ein langatmiges Schwadronieren über die Berliner (mit einigen kurzen Ausflügen nach Köln und in die Toskana) Szene von Kultur- und Betroffenheitsprofis, die sich von Kneipe zu Party zu Lotterbett hangeln und wieder zurück, von Bloggern, Proleten, Linken, Fußballverrückten, Türken, Pennern, Hartzies. Leute, die ihren Kopf noch nicht weggesoffen oder von ihrer eigenen Rhetorik besoffen geredet haben, gibt es in Lottmanns Kosmos so gut wie nicht, immerhin gelingen ihm mit seiner Beschreibung auch ein paar Lacher, aber angesichts der uferlosen und repetitiven Detailbeschreibungen der Geldarmut des Icherzählers und der sexuellen Ausschweifungen der ihn umgebenden digitalen Boheme wird der Humor-Effekt leider so dünn wie ein im Verhältnis 1:10 mit Wasser verwässerter Rotwein. Das Werk erinnert von fern an Henscheids Die Vollidioten: Ein historischer Roman aus dem Jahr 1972, aber Lottmanns Figuren lassen Henscheids Vollidioten aussehen wie einen Haufen Nobelpreisträger.
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5.0 von 5 Sternen
Besser gehts nicht,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Geldkomplex (Broschiert)
Sex, Schnorrertum und Beziehungsunfähigkeit: Besser hat niemand über Berlin Mitte geschrieben. Dieses Buch kann man gar nicht oft genug verschenken.
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