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Geld - der vertrackte Kern des Kapitalismus: Versuch über die politische Ökonomie des Finanzsektors
 
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Geld - der vertrackte Kern des Kapitalismus: Versuch über die politische Ökonomie des Finanzsektors [Broschiert]

Lucas Zeise
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 192 Seiten
  • Verlag: Papyrossa Verlagsges.; Auflage: 1., Aufl. (10. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3894384441
  • ISBN-13: 978-3894384449
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 13 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 68.990 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Lucas Zeise nimmt die Weltwirtschaftskrise ab 2007 zum Anlass, um Stellung und Funktion des Finanzsektors im Kapitalismus zu analysieren. Er schildert, wie und warum dessen Bedeutung im Neoliberalismus größer denn je geworden ist. Er diskutiert dabei die verschiedenen Theorien über das Geld, das – nicht nur im Volksmund – die zentrale Institution und Kategorie im Treiben des Kapitalismus ist. Er geht der Frage nach, welche Rolle staatliche Institutionen für die Existenz von Banken und Finanzmärkten spielen; warum die Finanzinstitutionen einen so nachhaltigen Einfluss auf die Politik haben; wie es den Akteuren am Kapitalmarkt gelingt, immer größere Anteile des Gesamtprofits für sich abzuzweigen. Zeise versucht sich also an einer politischen Ökonomie des Finanzsektors und des Geldes. Die kleinen und großen Krisen des Kapitalismus, Inflation, Währungskrisen und Staatspleiten werden sorgfältig abgehandelt. Abschließend wird diskutiert, welche politischen Schritte notwendig wären, um eine Bändigung des Finanzsektor zu bewerkstelligen.

Über den Autor

Lucas Zeise, geb. 1944. Ist Finanzjournalist, hat Volkswirtschaft studiert und im Laufe seines Berufslebens u.a. für das japanische Wirtschaftsministerium, die deutsche Aluminiumindustrie und die Frankfurter Börsen-Zeitung gearbeitet. Er war 1999/2000 an der Gründung der 'Financial Times Deutschland' beteiligt und schreibt in ihr heute noch eine vierzehntägige Kolumne.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dietrich Marquardt TOP 500 REZENSENT
Wieder legt Lucas Zeise ein interessantes, kenntnisreiches, argumentatives Buch vor, das sich trotz des teilweise recht abstrakten Themas (Wat issene Geld ?) sehr gut liest. Erfrischend auch seine ironischen, sarkastischen Bemerkungen zum politischen Personal, das sich in wirtschaftlichen Belangen besonders lächerlich gemacht hat, indem es heute noch dementierte, was es morgen als Menschheitserfordernis verkaufte. Man kann sehr viel Positives über dieses Buch sagen, nicht zuletzt über die vergleichsweise anschaulichen Erläuterungen zu teilweise recht herkömmlichen (Eigenkapital, Mindestreserven), teilweise typisch neumodischen Begriffen wie Derivaten, CDS und anderen "Finanzprodukten".

Erstaunlicherweise ist das, was die Menschen vermutlich in stärkster Weise in Bewegung setzt, das Geld, im Grunde unverstanden und mit einem Rest Geheimnis versehen. Zeise spottet über die gängige, vorherrschende Volkswirtschaftslehre, die gerade beim Geld nach seiner Meinung nur leeres Stroh drischt, sprich: über Tautologien kaum hinaus kommt. Der Monetarismus, den Zeise für widerlegt hält, kriegt sein Fett ab. Zeise ist souverän genug sich mit anderen Geldtheorien auseinander zu setzen, der von Silvio Gesell, der von Marx, der von Keynes und auch die zeitgenössischer Autoren wie Heinsohn und Steiger. Er hält im Vergleich die marxschen Erklärungen trotz der Unzulängigkeiten, die er aufzeigt, für ergiebiger. Zeises Ausführungen über Kredit und Geld sind eine gute Basis für weitere Begriffsklärungen, die er selbst für notwendig erachtet.

Zeise ist für eine strikte Regulierung der Finanzwirtschaft und für ein Gesundschrumpfen derselben. Eine durchaus begründete Forderung. Wenn er sich allerdings kritisch dazu äußert, wie Notenbanken in der Vergangenheit ab und an durch Hochzinspolitik Rezessionen eingeleitet haben, dann kann er redlicherweise nicht gleichzeitig kritisieren, dass dieselben Notenbanken zu anderen Zeit und mit anderen Chefs durch lange Phasen von Niedrigzins Blasen des Finanzmarkts ausgelöst hätten. Es geht nicht beides. Daher ist eine solche Kritik nicht konsistent.

Das Buch ist noch zu sehr mit Mängeln behaftet, Personenregister und Literaturverzeichnis fehlen. Unnötige Wiederholungen treten auf. Es wird nicht erklärt, warum sich Zeise nur auf bestimmte Geldtheoretiker bezieht. Die Definitionen von Werner Hofmann in seiner "Wirtschaftsgesellschaft" insbesondere zum Verhältnis von Geld und Kredit (als eng benachbart) wären erwähnenswert. Zeise definiert außerdem nicht, was er unter Neoliberalismus versteht. Ein Begriff wie "Staatsmonopolisticher Kapitalimus" taucht plötzlich im zweiten Teil des Buches auf und bleibt noch nebulöser als der des Neoliberalismus. Die Anschaulichkeit der Darstellung durch einen langgedienten Wirtschaftsjournalisten ist begleitet von fehlender Systematik und Methodik.

Eine überarbeitete zweite Auflage müsste einige dieser vor allem methodischen Mängel beheben. Kritik und Diskussion regt das Buch in der jetzigen Fassung allemal schon an.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lucas Zeise beschreibt, was Geld eigentlich ist, wie es zu der Finanzkrise kam, wer von den getroffenen Maßnahmen profitiert und was eigentlich getan werden müsste.
Bei dieser Darstellung wird deutlich, dass der Autor der allgemeinen neoliberalen Sicht gerade der deutschen Wirtschaftswissenschaftler sehr kritisch gegenüber steht.
Es ist ein Sachbuch, das sich eigentlich an jeden Leser wendet. Das Verständnis wird aber signifikant erleichtert, wenn der Leser ein fundiertes Basiswissen der wirtschaftlichen Zusammenhänge besitzt.
Obwohl der Autor bemüht ist verständlich zu schreiben, gehört dieses Buch zu denen, die konzentriert und "ausgeschlafen" zu lesen sind.
Da es dem Autor letztlich gelingt die Zusammenhänge dem konzentrierten Leser schlüssig darzulegen, sind 5 Sterne gerechtfertigt.
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Lucas Zeise war einer der ersten, der die Weltfinanzkrise kapitalismuskritisch dargestellt hat. Jetzt legt er mit einem neuen Buch nach und aktualisiert seine Krisenbeschreibung und geht auf theoretische Ansätze ein. Er schildert, dass in der offiziellen Theorie Geld keine Rolle spielt. Es ist nur Hilfsmittel, um den Warentausch zu erleichtern. Eine Finanzkrise kann es deshalb eigentlich gar nicht geben. Kein Wunder, dass diese Krise auch eine ideologische Krise des Kapitalismus geworden ist.

Aktuell gewinnt die Lehre von Sylvio Gesell neue Anhänger. Seine Theorie greift aber zu kurz, wie Zeise zeigt, weil sie zwar den Zins, nicht aber, wie Marx, auch den Profit kritisiert. Zeise bezeichnet im Untertitel sein Buch als 'Versuch'. Tatsächlich bleibt manches etwas 'vertrackt', wenn er weniger geläufige Theorien beschreibt.

Ausführlich und fachkundig mit viel interessantem, auch geschichtlichem Einzelmaterial schildert Zeise die bestehende Finanzkrise und wie im Kapitalismus das Finanz-un-wesen funktioniert. Finanz und Staat sind eng verzahnt. Der Staat ist keineswegs ohnmächtig. Der Staat, insbesondere die staatlichen Zentralbanken, sind lt. Zeise aber nicht neutral, sondern greifen zugunsten des Kapitals gegen die Arbeitnehmer ein.

Zeise sieht das Zurückbleiben der Löhne als Hauptgrund für die Krisen an. Er vertritt also eine sog. Unterkonsumtionstheorie, wonach die fehlende Nachfrage der Arbeitnehmer zur Krise führt. Die Zentralisationstendenz des Kapitals oder der tendenzielle Fall der Profitrate fehlt bei Zeise. Von seinen an Keynes angelehnten Forderungen und Vorschlägen wie Rückverteilung von oben nach unten, Regulierung oder Enteignung der Banken, Löhne, die wenigstens der Produktivität folgen, erhofft Zeise, dass sie dazu beitragen, dass die Linke in die Offensive kommt.

Zeise meint, dass es nicht an Möglichkeiten, aber an politischem Willen fehlt, die Finanzen zu bändigen. Vielleicht ist aber diese Krise so tief, dass inzwischen so große staatliche Eingriffe notwendig sind, dass sie ideologisch und politisch von den Politikern als Gefahr für das System insgesamt angesehen werden oder dass sie unter sich darüber keine Einigung mehr erzielen können. Zeises 'Versuch' wäre dann jedenfalls ein hilfreicher Einstieg in weitere Debatten.
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